29,83%

Die Bun­des­re­gie­rung will, so der Ent­wurf eines Unter­neh­men­steu­er­ge­set­zes 2008, die nomi­na­le Steu­er­be­las­tung bei Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten von 38,65 auf 29,83 Pro­zent sen­ken, um so zu ver­hin­dern, dass die Unter­neh­men durch eine Ver­la­ge­rung von Erträ­gen ins Aus­land Steu­ern spa­ren wol­len.

29,83%

Die Ein­füh­rung einer so genann­ten Zins­schran­ke bei der Kör­per­schaft­steu­er und ver­än­der­te Hin­zu­rech­nungs­re­ge­lun­gen bei der Gewer­be­steu­er soll eben­falls die­sem Ziel die­nen.

Geplant ist fer­ner, ab 2009 eine Abgel­tungs­teu­er auf Kapi­tal­erträ­ge von 25 Pro­zent ein­zu­füh­ren.

Schließ­lich soll durch die geplan­te Begüns­ti­gung von nicht aus­ge­schüt­te­ten Gewin­nen dazu füh­ren, dass ertrags­star­ke, inter­na­tio­nal täti­ge Per­so­nen­un­ter­neh­men ähn­lich güns­ti­ge Bedin­gun­gen vor­fin­den wie Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten. Die Unter­neh­men­steu­er­re­form wird den Anga­ben zufol­ge zu jähr­li­chen Min­der­aus­ga­ben von 5,02 Mil­li­ar­den Euro füh­ren, von denen 2,66 Mil­li­ar­den auf den Bund, 2,37 Mil­li­ar­den auf die Län­der und 10 Mil­lio­nen Euro auf die Gemein­den ent­fal­len. Zugleich erwar­tet die Regie­rung zusätz­li­che Büro­kra­tie­kos­ten von 72 Mil­lio­nen Euro. Für Unter­neh­men wür­den 23 neue Infor­ma­ti­ons­pflich­ten ein­ge­führt, heißt es.

Der Regie­rung ist vor allem die bis­her prak­ti­zier­te „grenz­über­schrei­ten­de Fremd­ka­pi­tal­fi­nan­zie­rung“ ein Dorn im Auge. Dabei wür­den Toch­ter­ge­sell­schaf­ten in Deutsch­land von ihren aus­län­di­schen Kon­zern­müt­tern mit Kre­di­ten ver­sorgt. Die Zin­sen der Töch­ter an ihre Mut­ter­ge­sell­schaf­ten sei­en in Deutsch­land als Betriebs­aus­ga­be abzugs­fä­hig und min­der­ten dadurch den hier­zu­lan­de zu ver­steu­ern­den Gewinn. Fremd­ka­pi­tal­zin­sen und inter­ne Ver­rech­nungs­prei­se sei­en die wich­tigs­ten Instru­men­te der Kon­zer­ne, um Steu­er­zah­lun­gen ins Aus­land zu ver­la­gern. Durch die Sen­kung des Kör­per­schaft­steu­er­sat­zes von 25 auf 15 Pro­zent und der Gewer­be­steu­er­mess­zahl von maxi­mal fünf auf ein­heit­lich 3,5 Pro­zent ver­rin­ge­re sich die nomi­na­le Belas­tung der Unter­neh­mens­ge­win­ne auf 29,83 Pro­zent bei einem ange­nom­me­nen Gewer­be­steu­er-Hebe­satz von 400 Pro­zent.

Die so genann­te Zins­schran­ke bei der Kör­per­schaft­steu­er, also die Begren­zung der abzugs­fä­hi­gen Zins­zah­lun­gen, rich­tet sich den Anga­ben zufol­ge auch dage­gen, dass Kon­zer­ne sich gezielt über ihre deut­schen Töch­ter auf dem Kapi­tal­markt ver­schul­den und über die gezahl­ten Zin­sen ihre Steu­er­schuld in Deutsch­land ver­rin­gern. Die Zins­schran­ke soll sich am Sal­do aus Zins­auf­wand und Zins­er­trä­gen ori­en­tie­ren. Ist der Sal­do grö­ßer als 1 Mil­li­on Euro, was bei einem Zins­satz von fünf Pro­zent etwa 20 Mil­lio­nen Euro Fremd­ka­pi­tal ent­spricht, soll künf­tig nur noch ein Teil des über den Zins­er­trä­gen lie­gen­den Zins­auf­wands sofort gewinn­min­dernd gel­tend gemacht wer­den kön­nen. Der Rest soll zeit­lich unbe­fris­tet auf künf­ti­ge Ver­an­la­gungs­zeit­räu­me ver­la­gert wer­den kön­nen. Von der Zins­schran­ke nicht betrof­fen sind laut Ent­wurf Ein­zel­un­ter­neh­men, die wei­te­re Betei­li­gun­gen hal­ten, die im Mit­tel­stand weit ver­brei­te­te Betriebs­auf­spal­tung, so genann­te Organ­krei­se, Public-Pri­va­te-Part­ners­hip-Pro­jekt­ge­sell­schaf­ten, die nicht in einen Kon­zern ein­ge­bun­den sind, und Ver­brie­fungs­zweck­ge­sell­schaf­ten. Nicht belas­tet wer­den sol­len auch Unter­neh­men, die ohne steu­er­li­che Gestal­tun­gen eine hohe Außen­fi­nan­zie­rung auf­wei­sen. Kann ein Unter­neh­men nach­wei­sen, dass die Finan­zie­rungs­struk­tur für den Kon­zern typisch ist, soll die Zins­schran­ke nicht ange­wen­det wer­den (Escape-Klau­sel).

Fer­ner ist geplant, dass pri­va­te Ver­äu­ße­rungs­ge­win­ne aus Akti­en und Invest­ment­fonds außer­halb der ein­jäh­ri­gen Hal­te­frist nur steu­er­frei blei­ben, wenn die Betei­li­gungs­gren­ze von einem Pro­zent nicht über­schrit­ten wird. Durch die Abgel­tungs­steu­er sin­ke die Gesamt­be­las­tung der Divi­den­den von maxi­mal 53,21 Pro­zent in die­sem Jahr auf 48,33 Pro­zent im Jahr 2009. Für Ein­künf­te des Pri­vat­ver­mö­gens sol­le das der­zeit gel­ten­de Halb­ein­künf­te­ver­fah­ren (hälf­ti­ge Divi­den­den­be­steue­rung) abge­schafft und im betrieb­li­chen Bereich auf ein Teil­ein­künf­te­ver­fah­ren mit 60 Pro­zent redu­ziert wer­den. Der Steu­er­pflich­ti­ge muss die Kapi­tal­erträ­ge dadurch nicht mehr gegen­über dem Finanz­amt ange­ben und bleibt anonym. Wer sich durch den Steu­er­satz von 25 Pro­zent ver­schlech­tert, kann den Plä­nen zufol­ge nach wie vor die Kapi­tal­ein­künf­te in der Steu­er­erklä­rung ange­ben. Bei Ein­künf­ten bis zu einer Höhe von 15.000 Euro wird die zu viel gezahl­te Abgel­tungs­teu­er rück­erstat­tet.