Ver­jäh­rungs-Ablauf­hem­mung nach Erstat­tung einer Selbst­an­zei­ge

Ermitt­lun­gen der Straf­sa­chen- und Buß­geld­stel­le des Finanz­amts stel­len nach einem aktu­el­len Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs kei­ne Ermitt­lun­gen der mit "der Steu­er­fahn­dung betrau­ten Dienst­stel­len der Lan­des­fi­nanz­be­hör­den" i.S. des § 171 Abs. 5 Satz 1 AO dar und füh­ren daher nicht zur Ablauf­hem­mung nach die­ser Vor­schrift.

Ver­jäh­rungs-Ablauf­hem­mung nach Erstat­tung einer Selbst­an­zei­ge

Wur­de die Ein­lei­tung des Steu­er­straf­ver­fah­rens wegen des Ver­dachts bestimm­ter, in der Ein­lei­tungs­ver­fü­gung aus­drück­lich genann­ter Steu­er­straf­ta­ten dem Steu­er­pflich­ti­gen bekannt gege­ben, dann ist der Ablauf der Fest­set­zungs­frist gemäß § 171 Abs. 5 Satz 2 AO nur für die­je­ni­gen Steu­er­an­sprü­che gehemmt, wegen deren ver­meint­li­cher Ver­let­zung das Straf­ver­fah­ren tat­säch­lich ein­ge­lei­tet und die Ein­lei­tung dem Steu­er­pflich­ti­gen bekannt gege­ben wur­de.

Der zeit­lich auf ein Jahr begrenz­te Umfang der Ablauf­hem­mung, die durch die Erstat­tung einer Selbst­an­zei­ge gemäß § 171 Abs. 9 AO aus­ge­löst wird, kann durch Steu­er­fahn­dungs­er­mitt­lun­gen, die erst nach Ablauf der unge­hemm­ten Fest­set­zungs­frist auf­ge­nom­men wur­den, nicht mehr erwei­tert wer­den.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 8. Juli 2009 – VIII R 5/​07