Die ver­ges­se­ne Ein­zel­stra­fe – und das Ver­schlech­te­rungs­ver­bot

Das Ver­schlech­te­rungs­ver­bot des § 358 Abs. 2 Satz 1 StPO steht der Nach­ho­lung der Fest­set­zung einer Ein­zel­stra­fe durch das Rechts­mit­tel­ge­richt nicht ent­ge­gen 1.

Die ver­ges­se­ne Ein­zel­stra­fe – und das Ver­schlech­te­rungs­ver­bot

Die­ses Ver­bot bezieht sich zwar beim Zusam­men­tref­fen meh­re­rer selb­stän­di­ger Hand­lun­gen sowohl auf die Gesamt­stra­fe als auch die Ein­zel­stra­fen, aus denen die­se gebil­det ist. Vor­aus­set­zung dafür ist aber, dass über­haupt Ein­zel­stra­fen aus­ge­spro­chen wor­den sind.

Ist dies – wie hier teil­wei­se – unter­blie­ben, so liegt inso­weit kei­ne rich­ter­li­che Ent­schei­dung vor, deren Abän­de­rung zum Nach­teil des Ange­klag­ten durch § 358 Abs. 2 Satz 1 StPO ver­bo­ten ist 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Juli 2016 – 3 StR 162/​16

  1. vgl. etwa BGH, Beschlüs­se vom 29.08.1986 – 3 StR 279/​86, BGHR StPO § 358 Abs. 2 Satz 1 Ein­zel­stra­fe, feh­len­de 1; vom 26.02.1993 – 3 StR 207/​92, BGHR StPO § 358 Abs. 2 Satz 1 Ein­zel­stra­fe, feh­len­de 2; vom 09.02.2012 – 2 StR 445/​11, NStZ-RR 2012, 181[]
  2. BGH, Beschluss vom 06.03.2014, 3 StR 44/​14 3[]