Der Hoch­schul­kanz­ler auf Zeit

Die Rege­lun­gen des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes zum Hoch­schul­kanz­ler auf Zeit sind ver­fas­sungs­wid­rig.

Der Hoch­schul­kanz­ler auf Zeit

§ 67 Absatz 2 Satz 3 Halb­satz 1 des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes in der Fas­sung vom 28.04.2014 1 und § 67 Absatz 2 Satz 3 Halb­satz 1, § 93 Absatz 2 des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes in Ver­bin­dung mit § 68 Absatz 4 des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.07.2004 2 sind mit Arti­kel 33 Absatz 5 des Grund­ge­set­zes unver­ein­bar und nich­tig.

Das Lebens­zeit­prin­zip als her­ge­brach­ter Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums schützt nicht nur den Grund­sta­tus des Beam­ten auf Lebens­zeit, son­dern auch das ihm jeweils über­tra­ge­ne sta­tus­recht­li­che Amt. Der mit dem Lebens­zeit­ver­hält­nis gewähr­ten Unent­zieh­bar­keit des sta­tus­recht­li­chen Amts kommt grund­le­gen­de Bedeu­tung zu, weil sie dem Beam­ten gera­de bei der Aus­übung des über­tra­ge­nen Amts die im Inter­es­se sei­ner Bin­dung an Gesetz und Recht erfor­der­li­che Unab­hän­gig­keit sichert.

Bestimm­te Beam­ten­ver­hält­nis­se sind tra­di­ti­ons­ge­mäß aus dem geschütz­ten Kern­be­reich des Art. 33 Abs. 5 GG her­aus­ge­nom­men und als Durch­bre­chun­gen des Lebens­zeit­prin­zips aner­kannt.

Die Aus­ge­stal­tung eines Beam­ten­ver­hält­nis­ses auf Zeit kann als Ein­griff in das von Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­te Lebens­zeit­prin­zip nur mit Blick auf die Beson­der­hei­ten des betrof­fe­nen Sach­be­reichs und der damit ver­bun­de­nen Auf­ga­ben­wahr­neh­mung gerecht­fer­tigt wer­den.

Ob beson­de­re aus der betrof­fe­nen Stel­lung und deren Auf­ga­ben­spek­trum fol­gen­de Sach­ge­setz­lich­kei­ten eine Aus­nah­me vom Grund­satz der lebens­zei­ti­gen Anstel­lung und Über­tra­gung aller sta­tus­recht­li­chen Ämter erfor­der­lich machen, ist kei­ner gene­ra­li­sie­ren­den Beant­wor­tung zugäng­lich, son­dern bedarf einer kon­kre­ten, alle erheb­li­chen Gesichts­punk­te berück­sich­ti­gen­den Bewer­tung der jewei­li­gen Rege­lungs­struk­tur im Ein­zel­fall. Dabei sind nicht nur etwai­ge wei­te­re grund­recht­li­che oder grund­rechts­glei­che Posi­tio­nen in Aus­gleich zu brin­gen, son­dern auch die ande­ren, von Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­ten beam­ten­recht­li­chen Struk­tur­prin­zi­pi­en.

Aus der Stel­lung des Hoch­schul­kanz­lers nach bran­den­bur­gi­schem Hoch­schul­recht und des­sen Auf­ga­ben­spek­trum fol­gen kei­ne beson­de­ren Sach­ge­setz­lich­kei­ten, die eine Aus­nah­me vom Grund­satz der lebens­zei­ti­gen Anstel­lung und Über­tra­gung des sta­tus­recht­li­chen Amtes erfor­der­lich machen.

Die nor­ma­ti­ve Orga­ni­sa­ti­ons- und Struk­tur­ent­schei­dung des bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz­ge­bers für eine star­ke mono­kra­ti­sche Lei­tungs­po­si­ti­on des Hoch­schul­prä­si­den­ten ist zwar nicht zu bean­stan­den, kann aber die Durch­bre­chung des Lebens­zeit­prin­zips nicht recht­fer­ti­gen. Die Zu- und Unter­ord­nung des Hoch­schul­kanz­lers zur Ver­ant­wor­tungs­sphä­re des Hoch­schul­prä­si­den­ten ist kein hin­rei­chen­der Sach­grund für die Beru­fung des Kanz­lers in ein Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit.

Der Hoch­schul­kanz­ler in der kon­kre­ten Aus­ge­stal­tung nach bran­den­bur­gi­schem Hoch­schul­recht ist weder mit kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten noch mit poli­ti­schen Beam­ten ver­gleich­bar.

Das Lebens­zeit­prin­zip als grund­ge­setz­lich geschütz­ter her­ge­brach­ter Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums beinhal­tet nicht nur die grund­sätz­li­che Anstel­lung der Beam­ten auf Lebens­zeit, son­dern auch die lebens­zei­ti­ge Über­tra­gung des jewei­li­gen Amtes. Der Unent­zieh­bar­keit die­ses soge­nann­ten sta­tus­recht­li­chen Amts kommt grund­le­gen­de Bedeu­tung zu, weil sie den Beam­ten die im Inter­es­se ihrer Bin­dung an Gesetz und Recht erfor­der­li­che Unab­hän­gig­keit sichert. Vor die­sem Hin­ter­grund hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt auf eine Vor­la­ge­fra­ge des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts hin fest­ge­stellt, dass die Vor­schrif­ten des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­rechts, wel­che eine Beru­fung von Hoch­schul­kanz­lern in ein Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit vor­se­hen, gegen die Ver­fas­sung ver­sto­ßen. Zur Begrün­dung hat er ange­führt, dass die Aus­ge­stal­tung eines Beam­ten­ver­hält­nis­ses auf Zeit als Ein­griff in das Lebens­zeit­prin­zip nur mit Blick auf die Beson­der­hei­ten des betrof­fe­nen Sach­be­reichs und der damit ver­bun­de­nen Auf­ga­ben­wahr­neh­mung gerecht­fer­tigt wer­den kann. Im Rah­men der kon­kre­ten Bewer­tung der bran­den­bur­gi­schen Rege­lun­gen hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt kei­ne beson­de­ren Sach­ge­setz­lich­kei­ten iden­ti­fi­zie­ren kön­nen, die eine Aus­nah­me vom Grund­satz der lebens­zei­ti­gen Anstel­lung und Über­tra­gung des sta­tus­recht­li­chen Amtes erfor­der­lich machen. Ins­be­son­de­re ist die Zu- und Unter­ord­nung des Hoch­schul­kanz­lers zur Ver­ant­wor­tungs­sphä­re des Hoch­schul­prä­si­den­ten kein hin­rei­chen­der Sach­grund für die Beru­fung in ein Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit und der Kanz­ler nicht mit poli­ti­schen Beam­ten oder kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten ver­gleich­bar.

Die bran­den­bur­gi­schen Rege­lun­gen[↑]

Die Vor­la­ge des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts 3, über die das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hier ent­schie­den hat, betrifft die Fra­ge, ob die Ver­ga­be des Amtes eines Hoch­schul­kanz­lers im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit gemäß Bran­den­bur­gi­schem Hoch­schul­ge­setz mit dem in Art. 33 Abs. 5 GG ver­an­ker­ten Lebens­zeit­prin­zip ver­ein­bar ist.

Das Beam­ten­ge­setz für das Land Bran­den­burg (Lan­des­be­am­ten­ge­setz – LBG) vom 03.04.2009 4 ent­hält ledig­lich all­ge­mei­ne Bestim­mun­gen zum Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit, ins­be­son­de­re den for­mel­len Geset­zes­vor­be­halt zur wei­te­ren gesetz­li­chen Bestim­mung der Fäl­le und Vor­aus­set­zun­gen der Ernen­nung von Beam­ten auf Zeit. Die kon­kre­te Aus­ge­stal­tung des Hoch­schul­kanz­ler­amts ist dem Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz (BbgHG) vom 28.04.2014 5 über­las­sen.

In den ein­zel­nen Län­dern wur­den nach Auf­he­bung bezie­hungs­wei­se Ände­rung frü­he­rer rah­men­ge­setz­ge­be­ri­scher Vor­ga­ben 6 viel­fäl­ti­ge hoch­schul- wie beam­ten­recht­li­che Rege­lun­gen zum Hoch­schul­kanz­ler getrof­fen. Wäh­rend mit Bay­ern und Meck­len­burg-Vor­pom­mern bis­lang nur zwei Län­der die Bestel­lung des Hoch­schul­kanz­lers im Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit vor­se­hen, hat sich die Mehr­heit der Län­der für eine Aus­ge­stal­tung im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ent­schie­den, wobei sowohl Amts­zeit als auch Bestel­lungs- bezie­hungs­wei­se Wahl­mo­dus unter­schied­lich aus­fal­len. Dane­ben ken­nen die­se Län­der zumeist die Mög­lich­keit der Beschäf­ti­gung des Kanz­lers im befris­te­ten Ange­stell­ten­ver­hält­nis. Die Viel­falt der jewei­li­gen Lan­des­re­ge­lun­gen spie­gelt sich in den mit­un­ter vor­ge­se­he­nen Moda­li­tä­ten von Wahl und Abwahl des Kanz­lers durch ver­schie­de­ne Wahl­or­ga­ne.

Der Aus­gangs­sach­ver­halt[↑]

Der 1954 gebo­re­ne Klä­ger des ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Aus­gangs­ver­fah­rens (im Fol­gen­den: Hoch­schul­kanz­ler) trat 1984 in die Finanz­ver­wal­tung des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len im Beam­ten­ver­hält­nis auf Pro­be ein, wur­de 1988 zum Beam­ten auf Lebens­zeit ernannt und nach sei­nem Wech­sel in den Dienst des Lan­des Bran­den­burg 1997 zum Abtei­lungs­di­rek­tor (Besol­dungs­grup­pe B 2) beför­dert. Ab Juli 2004 wur­de er beim Minis­te­ri­um der Finan­zen im Amt eines Minis­te­ri­al­rats ver­wen­det. Nach­dem er auf sei­ne Bewer­bung für die Stel­le des Kanz­lers der Bran­den­bur­gi­schen Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Cott­bus – der Rechts­vor­gän­ge­rin der im Aus­gangs­ver­fah­ren bei­gela­de­nen Hoch­schu­le – aus­ge­wählt wor­den war, ord­ne­te ihn das Minis­te­ri­um mit Wir­kung ab Janu­ar 2005 dort­hin ab. Im März 2005 bestell­te der Prä­si­dent der Hoch­schu­le den Hoch­schul­kanz­ler zum Kanz­ler der Hoch­schu­le. Zugleich wur­de der Hoch­schul­kanz­ler von der Minis­te­rin für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur im Namen des Lan­des Bran­den­burg unter Beru­fung in das Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit für die Dau­er von sechs Jah­ren zum Kanz­ler ernannt und unter Über­tra­gung die­ses Amtes in eine Plan­stel­le der Besol­dungs­grup­pe B 2 ein­ge­wie­sen. Das Minis­te­ri­um der Finan­zen teil­te dem Hoch­schul­kanz­ler im Juli 2005 unter Beru­fung auf § 93 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 LBG in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 08.10.1999 7 mit, dass er wegen sei­ner Ernen­nung zum Beam­ten auf Zeit mit Ablauf des 28.02.2005 kraft Geset­zes aus dem Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit ent­las­sen sei.

Im Juni 2010 bean­trag­te der Hoch­schul­kanz­ler die erneu­te, unbe­fris­te­te Bestel­lung zum Kanz­ler und berief sich zur Begrün­dung auf den Beschluss des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 28.05.2008 8 zur Unzu­läs­sig­keit einer Ver­be­am­tung auf Zeit bei Füh­rungs­äm­tern. Der Prä­si­dent der Hoch­schu­le bestell­te ihn dar­auf­hin erneut zum Kanz­ler, aus sei­ner Sicht „ohne Ein­schrän­kun­gen, soweit zuläs­sig”. Zugleich lei­te­te er den Antrag des Hoch­schul­kanz­lers an das zustän­di­ge Minis­te­ri­um mit der Bit­te um Bestä­ti­gung der Fort­füh­rung bezie­hungs­wei­se erneu­ten Begrün­dung des Beam­ten­ver­hält­nis­ses wei­ter. Das Minis­te­ri­um lehn­te es ab, die Bestel­lung zum Kanz­ler zu bestä­ti­gen. Es for­der­te den Prä­si­den­ten auf, die Stel­le aus­zu­schrei­ben und ein Aus­wahl­ver­fah­ren durch­zu­füh­ren, und wies dar­auf hin, dass eine unbe­fris­te­te Bestel­lung zum Kanz­ler unzu­läs­sig sei.

Nach Aus­schrei­bung der Stel­le und Durch­füh­rung eines Aus­wahl­ver­fah­rens gab der Prä­si­dent der Hoch­schu­le mit Ver­fü­gung vom Okto­ber 2010 die erneu­te Bestel­lung des Hoch­schul­kanz­lers zum Kanz­ler bekannt. Mit Wir­kung vom 01.03.2011 ernann­te ihn die Minis­te­rin für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur erneut unter Beru­fung in das Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit für die Dau­er von sechs Jah­ren zum Kanz­ler der Hoch­schu­le. Der Hoch­schul­kanz­ler wur­de wie­der­um unter Über­tra­gung die­ses Amtes in eine Plan­stel­le der Besol­dungs­grup­pe B 2 ein­ge­wie­sen. Nach Errich­tung der jet­zi­gen Bran­den­bur­gi­schen Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Cott­bus-Senf­ten­berg und Ände­rung des Bran­den­bur­gi­schen Besol­dungs­ge­set­zes ernann­te die Minis­te­rin für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur ihn am 26.07.2013 unter Fort­dau­er des Beam­ten­ver­hält­nis­ses auf Zeit zum Kanz­ler der Hoch­schu­le. Zugleich wur­de ihm unter Fort­dau­er des Beam­ten­ver­hält­nis­ses auf Zeit bis zum Ende sei­ner Amts­zeit mit Ablauf des 28.02.2017 die­ses Amt über­tra­gen und er mit Wir­kung vom 01.07.2013 in eine Plan­stel­le der Besol­dungs­grup­pe B 3 ein­ge­wie­sen.

Die zum Ver­wal­tungs­ge­richt Cott­bus erho­be­ne Kla­ge wur­de mit Urteil vom 21.04.2011 9 abge­wie­sen. Der Hoch­schul­kanz­ler hat­te begehrt, das Land Bran­den­burg zu ver­pflich­ten, mit ihm spä­tes­tens mit Wir­kung zum 1.03.2011 ein Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit als Kanz­ler der betrof­fe­nen Hoch­schu­le zu begrün­den; hilfs­wei­se hat­te er einen ent­spre­chen­den Beschei­dungs­an­trag gestellt.

In der – zuge­las­se­nen – Beru­fung hielt der Hoch­schul­kanz­ler an sei­ner Ein­schät­zung der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der ein­schlä­gi­gen Rege­lung des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes fest.

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg wies die Beru­fung mit Urteil vom 13.11.2014 zurück 10. Die maß­geb­li­che Vor­schrift zur Bestel­lung des Hoch­schul­kanz­lers im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit sei nicht ver­fas­sungs­wid­rig. Die kon­kre­te gesetz­li­che Aus­ge­stal­tung sei durch Beson­der­hei­ten des Sach­be­reichs gerecht­fer­tigt, die zudem mit dem Amt des Hoch­schul­kanz­lers auf einen eng begrenz­ten Aus­nah­me­be­reich beschränkt sei­en. Maß­geb­lich sei das Macht- und Kom­pe­tenz­ge­fü­ge zwi­schen Prä­si­dent und Kanz­ler. Hier­mit sei das Erfor­der­nis eines engen Ver­trau­ens­ver­hält­nis­ses zwi­schen bei­den ver­bun­den, zu des­sen Siche­rung die Begren­zung der Amts­zeit geeig­net sei. Denn der bran­den­bur­gi­sche Lan­des­hoch­schul­ge­setz­ge­ber habe sich für eine domi­nan­te Posi­ti­on des Prä­si­den­ten als mono­kra­ti­schem Hoch­schul­lei­tungs­or­gan ent­schie­den, die nicht durch einen Kanz­ler als Ver­wal­tungs­lei­ter kon­ter­ka­riert wer­den dür­fe, der auf­grund sei­nes Lebens­zeit­be­am­ten­sta­tus in der Lage sei, ein struk­tu­rel­les Gegen­ge­wicht zum Prä­si­den­ten zu bil­den. Die Rege­lung sei auch erfor­der­lich, wie ein Blick auf die Kon­se­quen­zen eines etwai­gen Kon­flikt­fal­les zei­ge; ande­ren­falls droh­ten der Hoch­schu­le admi­nis­tra­ti­ve Blo­cka­de und Leer­lau­fen hoch­schul­po­li­ti­scher, durch den Prä­si­den­ten der Uni­ver­si­tät vor­ge­ge­be­ner Pro­jekt­vor­ha­ben. Die­ses Ergeb­nis ste­he in Über­ein­stim­mung mit den vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt aner­kann­ten Refe­renz­grup­pen der kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten und der poli­ti­schen Beam­ten.

Im Revi­si­ons­ver­fah­ren vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt 11 berief sich der Hoch­schul­kanz­ler wei­ter­hin auf eine Ver­let­zung des Lebens­zeit­prin­zips. Es bestehe für den Kanz­ler nach bran­den­bur­gi­schem Hoch­schul­recht ein Abhän­gig­keits­me­cha­nis­mus vom Hoch­schul­prä­si­den­ten, der eine unab­hän­gi­ge Amts­füh­rung des Kanz­lers nicht zulas­se. Anders als der eben­falls im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit bestell­te Prä­si­dent oblie­ge dem Kanz­ler die Erle­di­gung klas­si­scher Ver­wal­tungs­auf­ga­ben, er sei sozu­sa­gen das finan­zi­el­le Gewis­sen der Uni­ver­si­tät. Er sei nicht zur hoch­schul­po­li­ti­schen Tätig­keit beru­fen, son­dern allein pro­fes­sio­nel­ler Sach­lich­keit, Geset­zes­treue und öko­no­mi­scher Ver­nunft ver­pflich­tet. Müs­se er sich nach nur weni­gen Jah­ren Amts­zeit immer wie­der der exis­ten­ti­el­len Aus­nah­me­si­tua­ti­on eines stark vom jewei­li­gen Gut­dün­ken der Hoch­schul­lei­tung abhän­gi­gen Aus­wahl­ver­fah­rens stel­len, kön­ne dies – auch unbe­wusst – Ein­fluss auf die unab­hän­gi­ge und allein nach Sach­ge­sichts­punk­ten aus­ge­rich­te­te Amts­füh­rung als Lei­ter der Ver­wal­tung haben. Denn nach Been­di­gung der Amts­zeit und der damit ein­her­ge­hen­den Ent­las­sung aus dem Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ste­he der Kanz­ler nach aktu­el­ler Geset­zes­la­ge ohne Anspruch auf Über­nah­me in den Lan­des­dienst da. Die frü­her – und auch noch für den hier kla­gen­den Hoch­schul­kanz­ler – gel­ten­de Rege­lung eines gebun­de­nen Über­nah­me­an­spruchs ände­re hier­an nichts, da sich der Anspruch nicht auf ein dem Kanz­ler­amt ver­gleich­ba­res Sta­tus­amt rich­te.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat mit Beschluss vom 23.06.2016 das Ver­fah­ren aus­ge­setzt und dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Fra­ge vor­ge­legt, ob § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1 BbgHG gegen Art. 33 Abs. 5 GG ver­sto­ße 12. Es hält die Aus­ge­stal­tung des Hoch­schul­kanz­ler­am­tes im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit für eine Aus­nah­me vom grund­ge­setz­lich geschütz­ten Lebens­zeit­prin­zip. Die­se Aus­nah­me sei jedoch nicht durch Beson­der­hei­ten des betrof­fe­nen Sach­be­reichs und der damit ver­bun­de­nen Auf­ga­ben­wahr­neh­mung gerecht­fer­tigt. In einem ers­ten Schritt schei­de eine Recht­fer­ti­gung unter Beru­fung auf die his­to­ri­sche Ent­wick­lung des Kanz­ler­amts, auch im bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­recht selbst, aus. Fer­ner kön­ne das vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt ange­nom­me­ne beson­de­re Ver­trau­ens­ver­hält­nis zwi­schen Prä­si­dent und Kanz­ler die Aus­nah­me nicht tra­gen. Dies gel­te nicht zuletzt nach einem Ver­gleich mit den Refe­renz­grup­pen der kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten und der poli­ti­schen Beam­ten. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt weist schließ­lich eine Recht­fer­ti­gung unter Rück­griff auf die in Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG ver­an­ker­te Hoch­schul­au­to­no­mie zurück.

Im Hin­blick auf sei­ne zum 28.02.2017 enden­de Amts­zeit als Kanz­ler der im ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren bei­gela­de­nen Hoch­schu­le streng­te der Hoch­schul­kanz­ler bereits im Som­mer 2016 ein einst­wei­li­ges Rechts­schutz­ver­fah­ren vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Cott­bus mit dem Ziel an, vor­läu­fig ab dem 1.03.2017 zum Kanz­ler der Hoch­schu­le in einem Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ernannt zu wer­den. Das Begeh­ren blieb vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt 13 und dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt 14 ohne Erfolg. Seit März 2017 befin­det sich der Hoch­schul­kanz­ler nach Inan­spruch­nah­me der für ihn gemäß § 93 Abs. 2 BbgHG in Ver­bin­dung mit § 68 Abs. 4 Satz 2 BbgHG a.F. noch anwend­ba­ren Rück­über­nah­me­re­ge­lung (wie­der) in der dienst­recht­li­chen Stel­lung als Beam­ter auf Lebens­zeit der Besol­dungs­grup­pe B 2. Er ist der­zeit an der im Aus­gangs­ver­fah­ren bei­gela­de­nen Hoch­schu­le als Direk­tor am Zen­trum für Rechts- und Ver­wal­tungs­wis­sen­schaf­ten tätig.

Zuläs­sig­keit der Vor­la­ge des BVerwG[↑]

Die Vor­la­ge ist zuläs­sig. Der Vor­la­ge­be­schluss wird den sich aus Art. 100 Abs. 1 GG und § 80 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG erge­ben­den Anfor­de­run­gen gerecht. Die Vor­la­ge­fra­ge ist zu erwei­tern.

Das vor­le­gen­de Gericht hat aus­ge­hend von den sich aus Art. 100 Abs. 1 GG und § 80 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG erge­ben­den Maß­stä­ben sowohl die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der vor­ge­leg­ten Rechts­fra­ge dar­ge­legt als auch eine hin­rei­chen­de Über­zeu­gung von der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der zur Prü­fung gestell­ten Norm gewon­nen.

Ein Gericht muss nach Art. 100 Abs. 1 Satz 1 Alt. 2 GG in Ver­bin­dung mit § 80 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG das Ver­fah­ren aus­set­zen und die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ein­ho­len, wenn es eine gesetz­li­che Vor­schrift, auf deren Gül­tig­keit es bei der Ent­schei­dung ankommt, für ver­fas­sungs­wid­rig hält. Es muss dar­le­gen, inwie­fern sei­ne Ent­schei­dung von der Gül­tig­keit der zur Prü­fung gestell­ten Nor­men abhängt. Die­se Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit muss im Zeit­punkt der Ent­schei­dung durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt noch gege­ben sein 15. Sie ist dann zu beja­hen, wenn die Ent­schei­dung bei Gül­tig­keit des for­mel­len Geset­zes anders aus­fie­le als bei des­sen Ungül­tig­keit. Dabei ist für die Beur­tei­lung der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit grund­sätz­lich die Rechts­auf­fas­sung des vor­le­gen­den Gerichts maß­geb­lich, sofern die­se nicht offen­sicht­lich unhalt­bar ist 16. Fer­ner muss das Gericht sei­ne Über­zeu­gung von der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Norm näher dar­le­gen und deut­lich machen, mit wel­chem ver­fas­sungs­recht­li­chen Grund­satz die zur Prü­fung gestell­te Rege­lung sei­ner Ansicht nach nicht ver­ein­bar ist. Dazu bedarf es einer Aus­ein­an­der­set­zung mit nahe lie­gen­den tat­säch­li­chen und recht­li­chen Gesichts­punk­ten sowie einer Recht­spre­chung und Schrift­tum ein­be­zie­hen­den Dar­stel­lung der Rechts­la­ge. Die Dar­le­gun­gen zur Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der zur Prü­fung gestell­ten Nor­men müs­sen den ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fungs­maß­stab dabei nicht nur benen­nen, son­dern auch die für die Über­zeu­gung des Gerichts maß­ge­ben­den Erwä­gun­gen nach­voll­zieh­bar erken­nen las­sen 17.

Der Vor­la­ge­be­schluss genügt den Anfor­de­run­gen an die Dar­le­gung der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit.

Dar­ge­stellt wird – jeweils aus­ge­hend von der Rechts­auf­fas­sung des vor­le­gen­den Gerichts – die Bedeu­tung des ange­grif­fe­nen § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1 BbgHG für die kon­kre­te Ent­schei­dung, und zwar sowohl für den Fall der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit als auch der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Norm.

Es sind aktu­ell zum maß­geb­li­chen Zeit­punkt kei­ne Umstän­de ersicht­lich, die die Mög­lich­keit nahe­le­gen, dass das vor­le­gen­de Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt den Rechts­streit ent­schei­den könn­te, ohne die frag­li­che Norm anzu­wen­den. Dem steht nicht ent­ge­gen, dass der Hoch­schul­kanz­ler mit Ablauf sei­ner (zwei­ten) Amts­zeit zum 28.02.2017 nicht mehr als Kanz­ler der im fach­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren bei­gela­de­nen Hoch­schu­le tätig ist, son­dern nun­mehr (wie­der­um) als Beam­ter auf Lebens­zeit der Besol­dungs­grup­pe B 2, kon­kret als Direk­tor im Zen­trum für Rechts- und Ver­wal­tungs­wis­sen­schaf­ten. Zwar wird sich für das vor­le­gen­de Gericht nach Wie­der­auf­nah­me des zur Nor­men­kon­trol­le aus­ge­setz­ten Revi­si­ons­ver­fah­rens die Fra­ge stel­len, ob der Hoch­schul­kanz­ler ange­sichts der ein­ge­tre­te­nen Ände­rung der Sach­la­ge sei­ne bis­lang gestell­ten (Ver­pflich­tungs- und Bescheidungs-)Anträge unver­än­dert auf­recht­erhal­ten kann. Gege­be­nen­falls wird ihm hier Gele­gen­heit zu geben sein, durch Über­gang auf die Fort­set­zungs­fest­stel­lungs­kla­ge (§ 113 Abs. 5 VwGO ana­log) 18 den ver­än­der­ten Sach­um­stän­den Rech­nung zu tra­gen.

Auch die Tat­sa­che, dass selbst bei Ver­fas­sungs­wid­rig­keit des § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1 BbgHG kei­ne ande­re Rechts­grund­la­ge für die Bestel­lung des Hoch­schul­kanz­lers als Kanz­ler im Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit erkenn­bar wäre, führt zu kei­nem ande­ren Ergeb­nis. Dem Hoch­schul­kanz­ler könn­te in die­sem Fall jeden­falls der hilfs­wei­se gel­tend gemach­te Anspruch auf Neu­be­schei­dung sei­nes Begeh­rens zuste­hen. Ent­fie­le das Gebot der Ernen­nung des Hoch­schul­kanz­lers zum Beam­ten auf Zeit, grif­fe der – aus dem Lebens­zeit­prin­zip des Art. 33 Abs. 5 GG fol­gen­de – Grund­satz, dass das Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit die Regel­form des Beam­ten­ver­hält­nis­ses ist (§ 4 Abs. 1 Satz 2 BeamtStG). Hin­zu kommt, dass das Besol­dungs­ge­setz 19 das Amt des Kanz­lers oder der Kanz­le­rin der betref­fen­den Hoch­schu­le in die Besol­dungs­grup­pe B 2 ein­ord­net, mit­hin selbst von der Bestel­lung eines Kanz­lers oder einer Kanz­le­rin im Beam­ten­ver­hält­nis aus­geht, und zwar unbe­scha­det der nach § 67 Abs. 2 Satz 2 BbgHG vor­ge­se­he­nen Mög­lich­keit der Aus­übung des Kanz­ler­amts im Ange­stell­ten­ver­hält­nis.

Zum ande­ren greift das Argu­ment des Lan­des Bran­den­burg nicht durch, dass das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt die ver­fas­sungs­recht­lich zu ent­schei­den­de Fra­ge ver­kürzt for­mu­liert habe, indem es das für den Hoch­schul­kanz­ler noch anwend­ba­re Über­gangs­recht nicht in den Blick genom­men habe. Auch hier gilt, dass die in ver­tret­ba­rer Wei­se gewon­ne­ne Rechts­über­zeu­gung des vor­le­gen­den Gerichts zu respek­tie­ren ist, so dass im Ergeb­nis die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit nicht durch­grei­fend im Zwei­fel steht. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat das für den Hoch­schul­kanz­ler noch gel­ten­de Über­gangs­recht und den sich dar­aus erge­ben­den Anspruch auf Rück­über­nah­me in den Lan­des­dienst in den Blick genom­men, die­sen jedoch in ver­tret­ba­rer Wei­se als nicht aus­rei­chend für eine Kom­pen­sa­ti­on des mit dem Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ein­her­ge­hen­den Ein­griffs ange­se­hen.

Nichts ande­res gilt im Ergeb­nis für die Rüge, das vor­le­gen­de Gericht habe die Mög­lich­keit einer ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung der ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Norm, bezo­gen auf eine mög­li­che Erwei­te­rung des sta­tus­si­chern­den Rück­über­nah­me­an­spruchs aus­ge­schie­de­ner Kanz­ler, nicht hin­rei­chend gewür­digt. Zwar trifft es zu, dass eine Rich­ter­vor­la­ge nach Art. 100 Abs. 1 GG, § 80 Abs. 2 BVerfGG unzu­läs­sig ist, wenn sie die Mög­lich­keit einer ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung der vor­ge­leg­ten Norm nicht erör­tert, obwohl eine sol­che Lösung nahe liegt. Eine sol­che Erör­te­rung ist ins­be­son­de­re dann gebo­ten, wenn offen­sicht­lich meh­re­re Aus­le­gungs­mög­lich­kei­ten in Betracht kom­men und min­des­tens eine von ihnen nicht in glei­cher Wei­se den ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken des vor­le­gen­den Gerichts aus­ge­setzt ist 20. Hier muss­te sich dem vor­le­gen­den Gericht eine ver­fas­sungs­kon­for­me Aus­le­gung der ein­schlä­gi­gen Norm­kom­ple­xe jeden­falls nicht auf­drän­gen. Denn nach Auf­fas­sung des vor­le­gen­den Gerichts han­delt es sich bei § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1 BbgHG nach dem Wort­laut und dem Sinn­ge­halt um eine ein­deu­ti­ge Rege­lung, bei der im Hin­blick auf die Beru­fung in ein Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit kein Aus­le­gungs­spiel­raum besteht 21.

Dar­über hin­aus hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt sei­ne Über­zeu­gung von der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit des § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1 BbgHG hin­rei­chend dar­ge­legt. Das Gericht setzt sich mit der lan­des­recht­li­chen Rechts­la­ge aus­ein­an­der und beleuch­tet sie umfas­send aus sach­li­cher und recht­li­cher Sicht. Es setzt sich fer­ner in hin­rei­chend sub­stan­ti­ier­ter Wei­se mit dem ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fungs­maß­stab des Art. 33 Abs. 5 GG aus­ein­an­der.

Erwei­te­rung des Vor­la­ge­be­schlus­ses durch das BVerfG[↑]

Die Vor­la­ge­fra­ge ist indes zu erwei­tern.

Die Vor­la­ge beschränkt sich auf die für das Aus­gangs­ver­fah­ren erheb­li­che Fra­ge, ob § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1 BbgHG in der Fas­sung vom 28.04.2014 gegen Art. 33 Abs. 5 GG ver­stößt. Hier­aus folgt aber kei­ne Beschrän­kung der ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Prü­fung (§ 82 Abs. 1 i.V.m. § 78 Satz 2 BVerfGG). Es ist dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nicht ver­wehrt, bei engem Sach­zu­sam­men­hang des vom vor­le­gen­den Gericht bean­stan­de­ten Nor­men­kom­ple­xes mit ande­ren Rege­lun­gen oder Norm­tei­len die Prü­fung auf die­se aus­zu­deh­nen, um so der Befrie­dungs­funk­ti­on der Nor­men­kon­troll­ent­schei­dung gerecht zu wer­den 22.

Schon nach der Rechts­auf­fas­sung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts fin­det im kon­kre­ten fach­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren nicht nur § 67 BbgHG in der aktu­el­len Fas­sung, son­dern auch das Über­gangs­recht des § 93 Abs. 2 BbgHG in Ver­bin­dung mit § 68 BbgHG in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.07.2004 auf den Hoch­schul­kanz­ler als soge­nann­ter Alt­fall Anwen­dung. Der Hoch­schul­kanz­ler konn­te daher gegen­über dem Land Bran­den­burg einen gebun­de­nen Anspruch auf Über­nah­me in den Lan­des­dienst mit einem sei­ner frü­he­ren Rechts­stel­lung ver­gleich­ba­ren Sta­tus gel­tend machen. Denn § 93 Abs. 2 BbgHG sieht die Fort­gel­tung von § 68 Abs. 4 BbgHG a.F. für die­je­ni­gen Kanz­le­rin­nen und Kanz­ler vor, die bereits am 19.12 2008 im Amt waren. Der Hoch­schul­kanz­ler unter­fällt die­ser Grup­pe, da er im März 2005 erst­mals zum Kanz­ler bestellt wur­de. § 93 Abs. 2 Halb­satz 2 BbgHG stellt klar, dass dies auch gilt, wenn auf­grund wie­der­hol­ter Bestel­lung das Amt der Kanz­le­rin oder des Kanz­lers erneut über­tra­gen wur­de. Zwar hebt das vor­le­gen­de Gericht im Rah­men sei­ner Prü­fung der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit nicht auf die­sen Norm­kom­plex ab, doch bezieht es ihn in sei­ne kon­kre­ten ver­fas­sungs­recht­li­chen Erwä­gun­gen ein und stellt ihn in einen Wer­tungs- und Wür­di­gungs­zu­sam­men­hang mit § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1 BbgHG. Es ist somit gebo­ten, die Prü­fung auf § 93 Abs. 2 BbgHG in Ver­bin­dung mit § 68 BbgHG in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.07.2004 aus­zu­deh­nen.

Die Ent­schei­dung des BVerfG[↑]

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt folg­te der Rechts­an­sicht des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts zur Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Rege­lun­gen des bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­rechts zur Bestel­lung zum Hoch­schul­kanz­ler auf Zeit:

§ 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1 BbgHG in der Fas­sung vom 28.04.2014 und § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1, § 93 Abs. 2 BbgHG in Ver­bin­dung mit § 68 Abs. 4 BbgHG in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.07.2004 sind mit Art. 33 Abs. 5 GG unver­ein­bar und nich­tig.

Her­ge­brach­te Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums – und der Lebens­zeit­be­am­te[↑]

Nach Art. 33 Abs. 5 GG ist das Recht des öffent­li­chen Diens­tes unter Berück­sich­ti­gung der her­ge­brach­ten Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums zu regeln und fort­zu­ent­wi­ckeln. Mit den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen des Berufs­be­am­ten­tums im Sin­ne des Art. 33 Abs. 5 GG ist der Kern­be­stand von Struk­tur­prin­zi­pi­en gemeint, die all­ge­mein oder doch ganz über­wie­gend wäh­rend eines län­ge­ren, tra­di­ti­ons­bil­den­den Zeit­raums, ins­be­son­de­re unter der Reichs­ver­fas­sung von Wei­mar, als ver­bind­lich aner­kannt und gewahrt wor­den sind 23. Art. 33 Abs. 5 GG ist unmit­tel­bar gel­ten­des Recht und ent­hält einen Rege­lungs­auf­trag an den Gesetz­ge­ber sowie eine insti­tu­tio­nel­le Garan­tie des Berufs­be­am­ten­tums 24. Die Ent­wick­lung des Berufs­be­am­ten­tums ist his­to­risch eng mit der­je­ni­gen des Rechts­staats ver­knüpft: War der Beam­te ursprüng­lich allein dem Regen­ten ver­pflich­tet, wan­del­te er sich mit dem ver­än­der­ten Staats­ver­ständ­nis vom Fürs­ten- zum Staats­die­ner. Sei­ne Auf­ga­be war und ist es, Ver­fas­sung und Gesetz im Inter­es­se des Bür­gers auch und gera­de gegen die Staats­spit­ze zu behaup­ten. Die Über­nah­me der funk­ti­ons­we­sent­li­chen tra­dier­ten Grund­struk­tu­ren des Berufs­be­am­ten­tums in das Grund­ge­setz beruht auf einer Funk­ti­ons­be­stim­mung des Berufs­be­am­ten­tums als Insti­tu­ti­on, die, gegrün­det auf Sach­wis­sen, fach­li­che Leis­tung und loya­le Pflicht­er­fül­lung, eine sta­bi­le Ver­wal­tung sichern und damit einen aus­glei­chen­den Fak­tor gegen­über den das Staats­we­sen gestal­ten­den poli­ti­schen Kräf­ten bil­den soll 25.

Bezugs­punkt des Art. 33 Abs. 5 GG ist nicht das gewach­se­ne Beam­ten­recht, son­dern das Berufs­be­am­ten­tum 26. In ihrem Bestand geschützt sind daher nur die­je­ni­gen Rege­lun­gen, die das Bild des Berufs­be­am­ten­tums in sei­ner über­kom­me­nen Gestalt maß­geb­lich prä­gen, sodass ihre Besei­ti­gung das Berufs­be­am­ten­tum als sol­ches antas­ten wür­de 27. Die­ses Erfor­der­nis der Sub­stan­zia­li­tät ergibt sich bereits aus dem Wesen einer insti­tu­tio­nel­len Garan­tie, deren Sinn gera­de dar­in liegt, den Kern­be­stand der Struk­tur­prin­zi­pi­en, mit­hin die Grund­sät­ze, die nicht hin­weg­ge­dacht wer­den kön­nen, ohne dass damit zugleich die Ein­rich­tung selbst in ihrem Cha­rak­ter grund­le­gend ver­än­dert wür­de, dem gestal­ten­den Gesetz­ge­ber ver­bind­lich als Rah­men vor­zu­ge­ben. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat dies mit der For­mu­lie­rung zum Aus­druck gebracht, dass Art. 33 Abs. 5 GG bei die­sen Grund­sät­zen nicht nur Berück­sich­ti­gung, son­dern auch Beach­tung ver­langt 28. Dem­ge­gen­über steht Art. 33 Abs. 5 GG einer Wei­ter­ent­wick­lung des Beam­ten­rechts nicht ent­ge­gen, solan­ge eine struk­tu­rel­le Ver­än­de­rung an den für Erschei­nungs­bild und Funk­ti­on des Berufs­be­am­ten­tums wesent­li­chen Rege­lun­gen nicht vor­ge­nom­men wird 29. In der Pflicht zur Berück­sich­ti­gung ist eine Ent­wick­lungs­of­fen­heit ange­legt, die den Gesetz­ge­ber in die Lage ver­setzt, die Aus­ge­stal­tung des Dienst­rechts den jewei­li­gen Ent­wick­lun­gen der Staat­lich­keit anzu­pas­sen und das Beam­ten­recht damit in die Zeit zu stel­len. Die Struk­tur­ent­schei­dung des Art. 33 Abs. 5 GG belässt aus­rei­chend Raum, die geschicht­lich gewach­se­ne Insti­tu­ti­on in den Rah­men unse­res heu­ti­gen Staats­le­bens ein­zu­fü­gen 30 und den Funk­tio­nen anzu­pas­sen, die das Grund­ge­setz dem öffent­li­chen Dienst in der frei­heit­li­chen, rechts- und sozi­al­staat­li­chen Demo­kra­tie zuschreibt 31.

Zu dem Kern­be­stand von Struk­tur­prin­zi­pi­en, bei dem die Beach­tens­pflicht den Weg zu tief­grei­fen­den struk­tu­rel­len Ver­än­de­run­gen durch den ein­fa­chen Gesetz­ge­ber ver­sperrt, gehört unter ande­rem das Lebens­zeit­prin­zip 32. Das Lebens­zeit­prin­zip hat – im Zusam­men­spiel mit dem die amts­an­ge­mes­se­ne Besol­dung sichern­den Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip – die Funk­ti­on, die Unab­hän­gig­keit der Beam­ten im Inter­es­se einer rechts­staat­li­chen Ver­wal­tung zu gewähr­leis­ten. Erst recht­li­che und wirt­schaft­li­che Sicher­heit bie­tet die Gewähr dafür, dass das Berufs­be­am­ten­tum zur Erfül­lung der ihm vom Grund­ge­setz zuge­wie­se­nen Auf­ga­be, im poli­ti­schen Kräf­te­spiel eine sta­bi­le, geset­zes­treue Ver­wal­tung zu sichern, bei­tra­gen kann. Dazu gehört auch und vor allem, dass der Beam­te nicht will­kür­lich oder nach frei­em Ermes­sen poli­ti­scher Gre­mi­en aus sei­nem Amt ent­fernt wer­den kann. Die lebens­lan­ge Anstel­lung sichert dem Beam­ten per­sön­li­che Unab­hän­gig­keit. Das Bewusst­sein sei­ner gesi­cher­ten Rechts­stel­lung soll die Bereit­schaft des Beam­ten zu einer an Gesetz und Recht ori­en­tier­ten Amts­füh­rung för­dern und ihn zu unpar­tei­ischem Dienst für die Gesamt­heit befä­hi­gen. Die mit dem Lebens­zeit­prin­zip ange­streb­te Unab­hän­gig­keit der Amts­füh­rung ist dabei nicht etwa ein per­sön­li­ches Pri­vi­leg des Beam­ten, das sei­ner Dis­po­si­ti­on unter­lie­gen könn­te, son­dern soll dem Gemein­wohl die­nen. Nur wenn die inne­re und äuße­re Unab­hän­gig­keit gewähr­leis­tet ist, kann rea­lis­ti­scher­wei­se erwar­tet wer­den, dass ein Beam­ter auch dann auf rechts­staat­li­cher Amts­füh­rung beharrt, wenn sie (par­tei-)poli­tisch uner­wünscht sein soll­te. Das Berufs­be­am­ten­tum wird so zu einem tra­gen­den Ele­ment des Rechts­staa­tes 33.

Zu den das deut­sche Beam­ten­recht seit jeher prä­gen­den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen gehört nicht nur die Anstel­lung der Beam­ten auf Lebens­zeit, son­dern auch das Prin­zip der lebens­zei­ti­gen Über­tra­gung der Ämter. Das Lebens­zeit­prin­zip schützt nicht nur den Grund­sta­tus der Beam­ten auf Lebens­zeit, son­dern auch das ihnen jeweils über­tra­ge­ne sta­tus­recht­li­che Amt. Andern­falls könn­te es sei­ne Funk­ti­on, die Unab­hän­gig­keit der Beam­ten zu gewähr­leis­ten, nicht voll ent­fal­ten. Der mit dem Lebens­zeit­ver­hält­nis gewähr­leis­te­ten Unent­zieh­bar­keit des sta­tus­recht­li­chen Amts kommt grund­le­gen­de Bedeu­tung zu, weil sie den Beam­ten gera­de bei der Aus­übung des über­tra­ge­nen Amts die im Inter­es­se ihrer Bin­dung an Gesetz und Recht erfor­der­li­che Unab­hän­gig­keit sichert 34.

Der Grund­satz der lebens­zei­ti­gen Über­tra­gung aller sta­tus­recht­li­chen Ämter galt indes schon im tra­di­ti­ons­bil­den­den Zeit­raum nie aus­nahms­los. Bestimm­te Beam­ten­ver­hält­nis­se sind tra­di­ti­ons­ge­mäß aus dem geschütz­ten Kern­be­reich des Art. 33 Abs. 5 GG her­aus­ge­nom­men und als Durch­bre­chun­gen des Lebens­zeit­prin­zips aner­kannt. Die­se Aus­nah­men ste­hen funk­ti­ons­spe­zi­fisch in einem untrenn­ba­ren Begrün­dungs­zu­sam­men­hang zu den jewei­li­gen Ämtern, aus deren nor­ma­ti­ven und fak­ti­schen Beson­der­hei­ten sie ihre Recht­fer­ti­gung schöp­fen.

Inner­halb des Beam­ten­tums hat es seit jeher den Typus des Beam­ten auf Zeit gege­ben 35. Das Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit dient gemäß § 4 Abs. 2 Buch­sta­be a BeamtStG der befris­te­ten Wahr­neh­mung von Auf­ga­ben nach § 3 Abs. 2 BeamtStG oder gemäß Buch­sta­be b der zunächst befris­te­ten Über­tra­gung eines Amtes mit lei­ten­der Funk­ti­on. Nach der ein­fach­ge­setz­li­chen Rege­lungs­sys­te­ma­tik des § 4 Abs. 1 Satz 2 BeamtStG bil­det gleich­wohl das Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit die Regel, das Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ist als Aus­nah­me eng zu fas­sen. Weder § 4 Abs. 2 BeamtStG noch die frü­he­re Rege­lung des § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BRRG sind daher als Ermäch­ti­gung zur Aus­deh­nung von Beam­ten­ver­hält­nis­sen auf Zeit unter Auf­ga­be des her­ge­brach­ten Grund­sat­zes der lebens­zei­ti­gen Anstel­lung und Über­tra­gung aller sta­tus­recht­li­chen Ämter zu ver­ste­hen 36. Eine Aus­nah­me vom Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit als ver­fas­sungs­recht­li­che Regel ist – ers­tens – nur in den Berei­chen zuläs­sig, in denen die beson­de­re Sach­ge­setz­lich­keit und die Art der wahr­ge­nom­me­nen Auf­ga­ben eine Begrün­dung von Beam­ten­ver­hält­nis­sen auf Zeit nahe­le­gen. Die Rege­lung muss – zwei­tens – geeig­net und erfor­der­lich sein, um die­sen beson­de­ren Sach­ge­setz­lich­kei­ten Rech­nung zu tra­gen 37. Mit ande­ren Wor­ten, die Aus­ge­stal­tung eines Beam­ten­ver­hält­nis­ses auf Zeit kann als Ein­griff in das von Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­te Lebens­zeit­prin­zip nur mit Blick auf die Beson­der­hei­ten des betrof­fe­nen Sach­be­reichs und der damit ver­bun­de­nen Auf­ga­ben­wahr­neh­mung gerecht­fer­tigt wer­den.

Die Fra­ge, ob beson­de­re aus der betrof­fe­nen Stel­lung und deren Auf­ga­ben­spek­trum fol­gen­de Sach­ge­setz­lich­kei­ten eine Aus­nah­me vom Grund­satz der lebens­zei­ti­gen Anstel­lung und Über­tra­gung aller sta­tus­recht­li­chen Ämter erfor­der­lich machen, ist kei­ner gene­ra­li­sie­ren­den Beant­wor­tung zugäng­lich, son­dern bedarf einer kon­kre­ten, alle erheb­li­chen Gesichts­punk­te berück­sich­ti­gen­den Bewer­tung der jewei­li­gen Rege­lungs­struk­tur im Ein­zel­fall. Dabei sind nicht nur etwai­ge wei­te­re grund­recht­li­che oder grund­rechts­glei­che Posi­tio­nen in Aus­gleich zu brin­gen, son­dern auch die ande­ren, von Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­ten beam­ten­recht­li­chen Struk­tur­prin­zi­pi­en.

Eine aner­kann­te Aus­nah­me vom Lebens­zeit­prin­zip ist vor allem der kom­mu­na­le Wahl­be­am­te als Beam­ter auf Zeit. Sei­ne Stel­lung wird durch sei­ne poli­ti­sche Funk­ti­on cha­rak­te­ri­siert, die den Grund für die zeit­li­che Befris­tung bil­det. Sei­ne Beru­fung erfolgt durch einen Akt demo­kra­ti­scher Wil­lens­bil­dung, der erneu­ert wer­den muss, wenn der Beam­te nach Ablauf der Wahl­pe­ri­ode im Amt blei­ben soll 38. Die kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten, dar­un­ter ins­be­son­de­re die haupt­amt­li­chen Bür­ger­meis­ter der Gemein­den, neh­men inner­halb der Grup­pe der Beam­ten auf Zeit eine beson­de­re Stel­lung ein. Die­se beruht auf der Ver­or­tung die­ser Amts­trä­ger zwi­schen Beam­ten­recht auf der einen und Kom­mu­nal­recht auf der ande­ren Sei­te. Ihre Stel­lung in der Gemein­de wird in ers­ter Linie durch das Gemein­de­ver­fas­sungs­recht bestimmt, das not­wen­dig auch ihr Dienst­recht beein­flusst. Der Bür­ger­meis­ter ver­tritt die Gemein­de in einem ganz ande­ren, viel unmit­tel­ba­re­ren Sinn als je ein ande­rer Beam­ter sei­nen Dienst­herrn: Durch ihn tritt die Gemein­de erst han­delnd in Erschei­nung. Bei Erfül­lung der kom­mu­na­len Auf­ga­ben kann er weit­ge­hend frei und schöp­fe­risch gestal­ten und so der gan­zen Gemein­de­ver­wal­tung sein per­sön­li­ches Geprä­ge geben.

Der Wahl­akt (vgl. auch § 11 Abs. 1 Nr. 3 Buch­sta­be c BeamtStG) als Akt demo­kra­ti­scher, peri­odisch zu erneu­ern­der Wil­lens­bil­dung ist das bestim­men­de Sach­merk­mal, das den kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten – Bür­ger­meis­ter, Land­rat oder auch Bei­geord­ne­ter 39 – von dem Nor­mal­fall des Beam­ten­ver­hält­nis­ses auf Lebens­zeit unter­schei­det. Die – regel­mä­ßig – kom­mu­nal­ver­fas­sungs­recht­lich vor­ge­se­he­ne Mög­lich­keit der Abbe­ru­fung des kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten ver­deut­licht die kon­sti­tu­ti­ve Bedeu­tung des Wahl­akts und die durch ihn ver­mit­tel­te Rück­bin­dung an den fort­dau­ern­den – in ers­ter Linie poli­ti­schen – Rück­halt der Wäh­ler oder des zustän­di­gen Wahl­gre­mi­ums. Dabei ist in der Recht­spre­chung aner­kannt, dass die Abbe­ru­fungs­mög­lich­keit selbst mit Art. 33 Abs. 5 GG ver­ein­bar ist. Denn durch die kon­kre­te gesetz­li­che Aus­ge­stal­tung der Abwahl­mo­da­li­tä­ten in Ver­bin­dung mit der dem Wahl­be­am­ten zukom­men­den wirt­schaft­li­chen Siche­rung ist ein Min­dest­maß an Unab­hän­gig­keit von poli­ti­schen Instan­zen gewähr­leis­tet, die auch die­se Beam­ten in ihrer Grenz­po­si­ti­on zwi­schen Beam­ten- und Kom­mu­nal­recht ein­for­dern dür­fen 40.

Eine wei­te­re Aus­nah­me vom Lebens­zeit­prin­zip stel­len die soge­nann­ten poli­ti­schen Beam­ten dar 41. Nach § 30 Abs. 1 BeamtStG kön­nen Beam­tin­nen und Beam­te auf Lebens­zeit jeder­zeit in den einst­wei­li­gen Ruhe­stand ver­setzt wer­den, wenn sie ein Amt beklei­den, bei des­sen Aus­übung sie in fort­dau­ern­der Über­ein­stim­mung mit den grund­sätz­li­chen poli­ti­schen Ansich­ten und Zie­len der Regie­rung ste­hen müs­sen (Satz 1). Die Bestim­mung die­ser Ämter ist im Gel­tungs­be­reich des BeamtStG dem Lan­des­recht vor­be­hal­ten (Satz 2). Inner­halb der Aus­nah­me­grup­pe der Durch­bre­chung des Lebens­zeit­prin­zips neh­men die­se poli­ti­schen Beam­ten noch­mals eine aty­pi­sche Son­der­stel­lung ein. Ihre Son­der­stel­lung grün­det in ers­ter Linie dar­in, dass es sich bei ihnen zwar um Beam­te auf Lebens­zeit han­delt, jedoch eine wei­test­ge­hend unbe­schränk­te Mög­lich­keit der Ver­set­zung in den einst­wei­li­gen Ruhe­stand mit ent­spre­chen­den Ver­sor­gungs­be­zü­gen besteht.

Der Insti­tu­ti­on des poli­ti­schen Beam­ten kommt gegen­über dem Regel­fall des Beam­ten­ver­hält­nis­ses auf Lebens­zeit ein eng zu bestim­men­der Aus­nah­me­cha­rak­ter zu. Die mit der jeder­zei­ti­gen Ver­setz­bar­keit in den einst­wei­li­gen Ruhe­stand ver­bun­de­ne Abwei­chung vom Lebens­zeit­prin­zip ist nur zuläs­sig, solan­ge der Kreis der poli­ti­schen Beam­ten eng begrenzt ist. Ihre Recht­fer­ti­gung fin­det die Aus­nah­me­ka­te­go­rie der poli­ti­schen Beam­ten dar­in, dass die­se nach der Art ihrer Auf­ga­ben in beson­de­rer Wei­se des poli­ti­schen Ver­trau­ens der Staats­füh­rung bedür­fen und in fort­wäh­ren­der Über­ein­stim­mung mit den grund­sätz­li­chen poli­ti­schen Ansich­ten und Zie­len der Regie­rung ste­hen müs­sen 42. Es han­delt sich inso­weit um „Trans­for­ma­ti­ons­äm­ter”, zu deren Auf­ga­ben es zählt, poli­ti­sche Vor­ga­ben in geset­zes­kon­for­mes und rechts­staat­li­ches Ver­wal­tungs­han­deln umzu­wan­deln. Die fort­dau­ern­de poli­ti­sche Über­ein­stim­mung mit Auf­fas­sung und Ziel­set­zung wei­sungs­be­rech­tig­ter, demo­kra­tisch gewähl­ter und ver­ant­wort­li­cher Orga­ne des Staa­tes ist kon­sti­tu­ie­ren­des und uner­läss­li­ches Ele­ment die­ses Beam­ten­ver­hält­nis­ses 43.

Hoch­schul­ver­fas­sungs­recht­li­che Maß­stä­be[↑]

Für die Prü­fung des § 67 BbgHG sind neben den beam­ten­ver­fas­sungs­recht­li­chen Maß­stä­ben auch die aus Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG ent­wi­ckel­ten hoch­schul­ver­fas­sungs­recht­li­chen Maß­stä­be von Bedeu­tung.

Das Grund­ge­setz gibt kei­ne bestimm­te Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on vor 44. Der Gesetz­ge­ber ist bei der Rege­lung des Wis­sen­schafts­be­triebs weder an über­kom­me­ne hoch­schul­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Struk­tu­ren noch an deren ein­zel­ne Ele­men­te gebun­den; er darf nicht nur neue Model­le und Steue­rungs­tech­ni­ken ent­wi­ckeln und erpro­ben, son­dern er ist sogar ver­pflich­tet, Orga­ni­sa­ti­ons­for­men kri­tisch zu beob­ach­ten und zeit­ge­mäß zu refor­mie­ren 45. Ihm steht gera­de hin­sicht­lich der Eig­nung neu­er Orga­ni­sa­ti­ons­for­men ein Ein­schät­zungs- und Pro­gno­se­spiel­raum zu 46; so bleibt ihm bei der Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on ein brei­ter Raum, um sei­ne hoch­schul­po­li­ti­schen Auf­fas­sun­gen zu ver­wirk­li­chen und die Hoch­schu­len den gesell­schaft­li­chen und wis­sen­schafts­so­zio­lo­gi­schen Gege­ben­hei­ten anzu­pas­sen 47.

Die­se Gestal­tungs­frei­heit des Gesetz­ge­bers wird durch das Frei­heits­recht des Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG bestimmt und begrenzt 48. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt über­prüft jedoch nicht, ob der Gesetz­ge­ber mit einer sol­chen Orga­ni­sa­ti­ons­ent­schei­dung die zweck­mä­ßigs­te, ver­nünf­tigs­te oder gerech­tes­te Lösung gefun­den hat 49. Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG for­dert indes, die Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on und damit auch die hoch­schul­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Wil­lens­bil­dung so zu regeln, dass in der Hoch­schu­le freie Wis­sen­schaft mög­lich ist und unge­fähr­det betrie­ben wer­den kann. Die Teil­ha­be der Grund­rechts­trä­ger an der Orga­ni­sa­ti­on des Wis­sen­schafts­be­triebs ist dem­nach kein Selbst­zweck. Viel­mehr dient sie dem Schutz vor wis­sen­schafts­i­nad­äqua­ten Ent­schei­dun­gen und ist folg­lich nur im dafür erfor­der­li­chen Umfang grund­recht­lich garan­tiert 50. Mit­hin ist bei der ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fung der Ver­ein­bar­keit von Orga­ni­sa­ti­ons­nor­men mit Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG dar­auf abzu­stel­len, ob durch die­se Nor­men die freie wis­sen­schaft­li­che Betä­ti­gung und Auf­ga­ben­er­fül­lung struk­tu­rell gefähr­det wer­den 51. Stellt der Gesetz­ge­ber ein hin­rei­chen­des Maß an orga­ni­sa­to­ri­scher Selbst­be­stim­mung der Grund­rechts­trä­ger sicher, ist er frei, den Wis­sen­schafts­be­trieb nach sei­nem Ermes­sen zu regeln, um die unter­schied­li­chen Auf­ga­ben der Wis­sen­schafts­ein­rich­tun­gen und die Inter­es­sen aller dar­an Betei­lig­ten in Wahr­neh­mung sei­ner gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tung in ange­mes­se­nen Aus­gleich zu brin­gen 52.

Bewer­tung der bran­den­bur­gi­schen Rege­lung[↑]

Die im bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­recht gere­gel­te Ver­ga­be des Amtes des Kanz­lers im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ver­letzt den Kern­be­reich des Lebens­zeit­prin­zips und damit die insti­tu­tio­nel­le Garan­tie aus Art. 33 Abs. 5 GG. Es liegt ein Ein­griff in das Lebens­zeit­prin­zip vor, der nicht durch beson­de­re Sach­er­for­der­nis­se des betrof­fe­nen Auf­ga­ben­be­reichs gerecht­fer­tigt ist.

Durch § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1 BbgHG und § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1, § 93 Abs. 2 BbgHG in Ver­bin­dung mit § 68 Abs. 4 BbgHG a.F. wird das von Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­te Lebens­zeit­prin­zip durch­bro­chen.

Das bran­den­bur­gi­sche Hoch­schul­recht sieht die Beru­fung der Kanz­le­rin oder des Kanz­lers in ein Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit vor, wenn sie oder er durch die Prä­si­den­tin oder den Prä­si­den­ten aus einem Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit bestellt wird (§ 67 Abs. 2 Satz 1 und 3 BbgHG). § 67 Abs. 2 Satz 3 BbgHG ist die spe­zi­al­ge­setz­li­che Aus­ge­stal­tung des in § 121 LBG ent­hal­te­nen ent­spre­chen­den Geset­zes­vor­be­halts. Die Amts­zeit beträgt sechs Jah­re, wobei erneu­te Bestel­lun­gen mög­lich sind (§ 67 Abs. 2 Satz 4 BbgHG). Nach Ablauf der Amts­zeit ist die Kanz­le­rin oder der Kanz­ler aus dem Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ent­las­sen (§ 67 Abs. 4 Satz 1 BbgHG). In der aktu­el­len Fas­sung sieht die Vor­schrift ledig­lich vor, dass für aus dem Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ent­las­se­ne Kanz­ler eine Über­nah­me in den Lan­des­dienst ver­ein­bart wer­den kann. Für den Hoch­schul­kanz­ler ist nach § 93 Abs. 2 BbgHG auch § 68 Abs. 4 BbgHG in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.07.2004 zu berück­sich­ti­gen. Danach ist zunächst gleich­lau­tend mit § 67 Abs. 4 BbgHG die Kanz­le­rin oder der Kanz­ler mit Ablauf ihrer oder sei­ner Amts­zeit aus dem Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ent­las­sen (Satz 1). Abwei­chend zur aktu­ell gül­ti­gen Fas­sung der Vor­schrift ist sie oder er hin­ge­gen auf ihren oder sei­nen Antrag in den Lan­des­dienst zu über­neh­men, falls sie oder er vor­her im öffent­li­chen Dienst tätig war; die­ser Über­nah­me­an­spruch ist auf eine min­des­tens ver­gleich­ba­re Rechts­stel­lung gerich­tet, wie sie oder er sie zum Zeit­punkt ihrer oder sei­ner Bestel­lung zur Kanz­le­rin oder zum Kanz­ler hat­te (Satz 2). Der ent­spre­chen­de Antrag ist inner­halb von drei Mona­ten nach Ablauf der Amts­zeit zu stel­len (Satz 3).

Die Aus­ge­stal­tung des Amts des Kanz­lers nach dem ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­recht greift in das Lebens­zeit­prin­zip ein.

Dies gilt für § 67 Abs. 4 Satz 1, § 93 Abs. 2 BbgHG in Ver­bin­dung mit § 68 Abs. 4 BbgHG a.F., wonach die Kanz­le­rin oder der Kanz­ler nach Ablauf der Amts­zeit aus dem Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ent­las­sen ist und ledig­lich einen gebun­de­nen Über­nah­me­an­spruch in den Lan­des­dienst mit einer min­des­tens ihrer oder sei­ner vor der Bestel­lung zur Kanz­le­rin oder zum Kanz­ler ver­gleich­ba­ren Rechts­stel­lung gel­tend machen kann. Denn es ist nicht abs­trakt sicher­ge­stellt, dass der betrof­fe­ne Amts­in­ha­ber nach Ablauf sei­ner Amts­zeit als Kanz­ler eine die­sem Amt sta­tus­mä­ßig ent­spre­chen­de Stel­lung erhält.

Der Ein­wand des Lan­des Bran­den­burg, der Hoch­schul­kanz­ler begeh­re die leb­zei­ti­ge Über­tra­gung eines kon­kret-funk­tio­na­len Amtes, geht fehl. Denn das Kanz­ler­amt ist nach § 67 Abs. 2 Satz 3 BbgHG nicht bloß ein Lauf­bahn­amt, son­dern ein soge­nann­tes funk­ti­ons­ge­bun­de­nes Amt, bei dem das Amt im sta­tus­recht­li­chen Sin­ne mit dem kon­kret-funk­tio­na­len Amt zusam­men­fällt. So ord­net das aktu­el­le Besol­dungs­ge­setz für das Land Bran­den­burg (Bbg­BesG) die Kanz­le­rin oder den Kanz­ler der Bran­den­bur­gi­schen Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Cott­bus-Senf­ten­berg in die Besol­dungs­grup­pe B 2 ein. Die­se Zuord­nung, zusam­men mit dem Aus­schluss der all­ge­mei­nen lauf­bahn­recht­li­chen Rege­lun­gen (§ 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 2 BbgHG), lässt die mit der Kate­go­rie des funk­ti­ons­ge­bun­de­nen Amtes beschrie­be­ne enge Ver­bin­dung zwi­schen Amt im funk­tio­nel­len und im sta­tus­recht­li­chen Sin­ne erken­nen 53. Damit geht es hier – ent­ge­gen der sei­tens des Lan­des Bran­den­burg ver­tre­te­nen Auf­fas­sung – nicht bloß um ein Begeh­ren des Hoch­schul­kanz­lers auf lebens­zei­ti­ge Über­tra­gung eines kon­kre­ten funk­tio­nel­len Amtes 54, son­dern eines Amtes im sta­tus­recht­li­chen Sin­ne.

Ein Ein­griff in das Lebens­zeit­prin­zip besteht erst recht bei iso­lier­ter Betrach­tung von § 67 BbgHG in der aktu­el­len Fas­sung, mit­hin unter Außer­acht­las­sung der für den Hoch­schul­kanz­ler noch gel­ten­den Über­gangs­vor­schrif­ten zum Über­nah­me­an­spruch. Die in § 67 Abs. 4 BbgHG vor­ge­se­he­ne Ent­las­sung aus dem Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit nach Ablauf der Amts­zeit greift noch stär­ker in den Grund­sta­tus des Beam­ten ein, da eine Über­nah­me in den Lan­des­dienst ledig­lich „ver­ein­bart” wer­den kann und damit von Fak­to­ren abhängt, die nicht allein zur Dis­po­si­ti­on des ent­las­se­nen Kanz­lers ste­hen.

Ein­wän­de in der ober­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung hier­ge­gen unter Hin­weis dar­auf, die Bewer­bungs­ent­schei­dung des betrof­fe­nen Kanz­lers für das lauf­bahn­un­ab­hän­gi­ge, sin­gu­lä­re Funk­ti­ons­amt sei frei­wil­lig getrof­fen wor­den und die Ver­be­am­tung auf Zeit mit­hin nur unmit­tel­ba­re Fol­ge der per­sön­li­chen und eigen­ver­ant­wort­li­chen Ent­schei­dung über den Fort­gang sei­nes beruf­li­chen Lebens­wegs, grei­fen nicht durch 55. Der mit der indi­vi­du­el­len Eigen­ver­ant­wort­lich­keit der Bewer­bungs­ent­schei­dung in Bezug genom­me­ne Rechts­ge­dan­ke „volen­ti non fit ini­uria” 56 ver­mag die objek­ti­ve Dimen­si­on des Art. 33 Abs. 5 GG, der mit den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen des Berufs­be­am­ten­tums gera­de den Kern­be­stand von aner­kann­ten Struk­tur­prin­zi­pi­en beam­ten­recht­li­cher Insti­tu­tio­nen schützt, nicht zu schmä­lern. Viel­mehr kann der bereits auf Lebens­zeit ver­be­am­te­te Bewer­ber gar kei­ne wirk­li­che „Wahl” tref­fen. Denn um sei­ne Lebens­zeit­stel­lung zu erhal­ten, muss er auf die Bewer­bung als Kanz­ler ver­zich­ten. Das Gebot geset­zes­treu­er Ver­wal­tung durch unab­hän­gi­ge Beam­te wird aber nur ver­wirk­licht, wenn – grund­sätz­lich – jeder Beam­te die durch das Lebens­zeit­prin­zip gebo­te­ne gesi­cher­te Rechts­stel­lung inne­hat. Es genügt den Anfor­de­run­gen des Art. 33 Abs. 5 GG nicht, dass der Grund­satz noch für die Mehr­heit der Beam­ten­schaft Anwen­dung fin­det. Ob die Durch­bre­chung des Lebens­zeit­prin­zips mit den Vor­ga­ben der Ver­fas­sung in Ein­klang steht, ist allein eine Fra­ge der Recht­fer­ti­gung.

Die vor­lie­gen­de Durch­bre­chung des Lebens­zeit­prin­zips ist nicht gerecht­fer­tigt. Aus der Stel­lung des Hoch­schul­kanz­lers nach bran­den­bur­gi­schem Hoch­schul­recht und des­sen Auf­ga­ben­spek­trum fol­gen kei­ne beson­de­ren Sach­ge­setz­lich­kei­ten, die eine Aus­nah­me vom Grund­satz der lebens­zei­ti­gen Anstel­lung und Über­tra­gung des sta­tus­recht­li­chen Amtes erfor­der­lich machen. Ein recht­fer­ti­gen­der Sach­grund ergibt sich weder aus der his­to­ri­schen Ent­wick­lung des Amts eines Hoch­schul­kanz­lers an sich noch aus dem kon­kre­ten Hoch­schul­lei­tungs­mo­dell in Bran­den­burg. Dem Lan­des­hoch­schul­ge­setz­ge­ber ver­blei­ben ande­re Mög­lich­kei­ten, um das von ihm gewähl­te Hoch­schul­lei­tungs­mo­dell mit Art. 33 Abs. 5 GG in Ein­klang zu brin­gen. Schließ­lich zeigt auch ein Ver­gleich mit ande­ren aner­kann­ten Aus­nah­men vom Lebens­zeit­prin­zip kei­nen zwin­gen­den Sach­grund für die Aus­ge­stal­tung im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit auf.

Die his­to­ri­sche Ent­wick­lung der Stel­lung des Hoch­schul- oder Uni­ver­si­täts­kanz­lers ist für eine all­ge­mei­ne nor­ma­ti­ve Aus­sa­ge zur Recht­fer­ti­gung der Über­tra­gung des Amts im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit uner­gie­big.

Das Amt des „Kanz­lers” hat sei­ne Wur­zeln im Mit­tel­al­ter und spie­gelt die Ent­wick­lung der moder­nen Uni­ver­si­tät bis in die heu­ti­gen Tage. Der Kanz­ler als Ver­tre­ter admi­nis­tra­tiv-hoheit­li­cher Res­sour­cen­ver­wal­tung stand immer in einem Span­nungs­ver­hält­nis zum Rek­tor als uni­ver­si­tä­rem Lei­tungs­or­gan der aka­de­mi­schen (Selbst-)Verwaltung 57. Das mit dem Hoch­schul­rah­men­ge­setz vom 26.01.1976 58 ein­ge­führ­te Prin­zip der Ein­heits­ver­wal­tung mar­kiert eine Zäsur in der Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur der Hoch­schul­lei­tung. Lag die Wahr­neh­mung der staat­li­chen, die Hoch­schu­le betref­fen­den Auf­ga­ben unter der Kura­to­ri­al­ver­fas­sung noch allein in den Hän­den einer staat­li­chen Behör­de (Kura­tor), war unter der Ein­heits­ver­wal­tung eine sol­che Trans­for­ma­ti­on des Dua­lis­mus von staat­li­chen und aka­de­mi­schen Auf­ga­ben in die Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on hin­ein hin­ge­gen aus­ge­schlos­sen 59. Die Bin­nen­or­ga­ni­sa­ti­on der Uni­ver­si­tät kann­te als Lei­tungs­or­gan allein noch den Rek­tor. Der an die Stel­le des Kura­tors getre­te­ne Kanz­ler war nicht mehr Teil der Staats­or­ga­ni­sa­ti­on, son­dern funk­tio­nel­les Ele­ment der Hoch­schu­le selbst 60. Er über­nahm die Funk­tio­nen des ehe­ma­li­gen Kura­tors, war aber zugleich Lei­ter der aka­de­mi­schen Ver­wal­tung und unter­stand dabei den Wei­sun­gen des Rek­tors; hin­zu kam die – auch den aka­de­mi­schen Bereich umfas­sen­de – Haus­halts­ver­ant­wort­lich­keit 61. Ent­fiel damit zwar die insti­tu­tio­nel­le Anti­no­mie zur aka­de­mi­schen Selbst­ver­wal­tung, so blieb es doch bei einem inhalt­lich-mate­ri­el­len Dua­lis­mus der Auf­ga­ben­krei­se 62. Die­se struk­tu­rel­le Neu­glie­de­rung der Uni­ver­si­tä­ten war Aus­druck der Stär­kung der Eigen­ver­ant­wor­tung der Hoch­schu­len und ihrer Selbst­ver­wal­tung, die in beson­de­rer Wei­se den hohen Rang der grund­recht­lich gewähr­leis­te­ten Wis­sen­schafts­frei­heit her­vor­he­ben soll­te.

Unter Gel­tung des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes kann noch ein rela­tiv homo­ge­nes Bild einer ide­al­ty­pi­schen Kanz­ler­po­si­ti­on gezeich­net wer­den, zumal Anlie­gen des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes gera­de war, eine größt­mög­li­che Ein­heit­lich­keit in allen wesent­li­chen Berei­chen der Hoch­schu­le sicher­zu­stel­len 63. Wie im frü­he­ren § 62 Abs. 2 HRG ange­legt, ver­kör­per­te und reprä­sen­tier­te der Kanz­ler inner­halb der ein­heit­li­chen Bin­nen­struk­tur der Hoch­schul­lei­tung gegen­über den Wis­sen­schaft­lern im Lei­tungs­gre­mi­um als gebo­re­nes Mit­glied den recht­li­chen und ver­wal­tungs­mä­ßi­gen Sach­ver­stand 64. Wenn­gleich eher heu­ris­tisch-deskrip­ti­ve Umschrei­bung des Berufs­bil­des als eigent­li­che nor­ma­tiv-dog­ma­ti­sche Aus­fä­che­rung 65, bil­de­te das his­to­risch gewach­se­ne Amts­ver­ständ­nis des Uni­ver­si­täts­kanz­lers das kom­ple­men­tä­re Ele­ment zur poli­tisch ver­ant­wort­li­chen Hoch­schul­spit­ze und deren „idea­le” Ergän­zung 66. Der Kanz­ler soll­te ins­be­son­de­re Kon­ti­nui­tät, Sach­ver­stand und Unab­hän­gig­keit gewähr­leis­ten 67. Die Kon­ti­nui­tät ergab sich aus der – tra­di­tio­nell – lan­gen Amts­zeit des Kanz­lers im Ver­gleich zu ande­ren Lei­tungs­mit­glie­dern; der Sach­ver­stand beruh­te auf sei­ner hier­aus erwach­sen­den beson­de­ren Erfah­rung einer­seits und der erfor­der­li­chen Befä­hi­gung (Art. 33 Abs. 2 GG) ande­rer­seits; aus der Nicht­zu­ge­hö­rig­keit zum Bereich von For­schung und Leh­re folg­ten schließ­lich Unab­hän­gig­keit und Neu­tra­li­tät 68.

Die kon­kre­te Rechts­stel­lung des Kanz­lers inner­halb der Hoch­schu­le sowie die beam­ten­recht­li­che Aus­ge­stal­tung sei­nes Amtes waren seit dem Ende der Kura­to­ri­al­ver­fas­sung viel­ge­stal­tig und unein­heit­lich. Ein­deu­tig war in der his­to­ri­schen Per­spek­ti­ve jedoch, dass der Kanz­ler ganz über­wie­gend zum Beam­ten auf Lebens­zeit und nur ver­ein­zelt zum Beam­ten auf Zeit ernannt wur­de 69.

Aus der his­to­ri­schen Ent­wick­lung der Stel­lung des Uni­ver­si­täts­kanz­lers per se ergibt sich somit kei­ne belast­ba­re nor­ma­ti­ve Aus­sa­ge zur Recht­fer­ti­gung der Über­tra­gung des Amts im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit. Die in his­to­ri­scher Per­spek­ti­ve vor­herr­schen­den Aus­ge­stal­tun­gen des Amts folg­ten der jewei­li­gen hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­ons­recht­li­chen Ver­or­tung des Kanz­lers und waren Aus­druck der jeweils sehr eige­nen hoch­schul­po­li­ti­schen Ver­hält­nis­be­stim­mun­gen, die eine Ver­all­ge­mei­ne­rung erschwe­ren. Soweit ins­be­son­de­re im hoch­schul­recht­li­chen Schrift­tum zum Teil idea­li­sie­ren­de Maß­stä­be an den Kanz­ler her­an­ge­tra­gen wer­den, sind die­se auch nicht abs­trakt, son­dern allein in ihrer nor­ma­ti­ven Ver­an­ke­rung in den jewei­li­gen Hoch­schul­ge­set­zen von mate­ri­el­ler Bedeu­tung. Erst hier­aus kön­nen Kon­se­quen­zen für die Fra­ge einer Recht­fer­ti­gung des Ein­griffs in Art. 33 Abs. 5 GG gefol­gert wer­den. Ob die Posi­ti­on des Kanz­lers mit­hin als kom­ple­men­tä­res Ele­ment zur poli­tisch ver­ant­wort­li­chen Hoch­schul­spit­ze sowie als deren „idea­le Ergän­zung”, fer­ner als Garant von Kon­ti­nui­tät, Sach­ver­stand und Unab­hän­gig­keit zu ver­ste­hen ist, ergibt sich – gera­de im Hin­blick auf beam­ten­ver­fas­sungs­recht­li­che Schluss­fol­ge­run­gen – nicht aus der his­to­ri­schen Scha­blo­ne des Uni­ver­si­täts­kanz­lers im Spie­gel­bild der Zei­ten, son­dern ganz kon­kret aus den jewei­li­gen hoch­schul­recht­li­chen Vor­schrif­ten und dem Rege­lungs­zu­sam­men­hang, in den sie hin­ein­ge­stellt sind.

Die nor­ma­ti­ve Orga­ni­sa­ti­ons- und Struk­tur­ent­schei­dung des bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz­ge­bers für eine star­ke mono­kra­ti­sche Lei­tungs­po­si­ti­on des Hoch­schul­prä­si­den­ten ist zwar nicht zu bean­stan­den, kann aber die Durch­bre­chung des Lebens­zeit­prin­zips nicht recht­fer­ti­gen. Die Zu- und Unter­ord­nung des Hoch­schul­kanz­lers zur Ver­ant­wor­tungs­sphä­re des Hoch­schul­prä­si­den­ten ist kein hin­rei­chen­der Sach­grund für die Beru­fung des Kanz­lers in ein Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit. Nichts ande­res folgt aus Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG.

Der Lan­des­hoch­schul­ge­setz­ge­ber hat den Prä­si­den­ten nach § 64 Abs. 1 BbgHG zum zen­tra­len Hoch­schul­or­gan neben dem Hoch­schul­se­nat bestimmt 70. Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent lei­tet die Hoch­schu­le in eige­ner Zustän­dig­keit und Ver­ant­wor­tung und ist für die Ver­tre­tung nach außen zustän­dig (§ 65 Abs. 1 Satz 1 BbgHG) 71. Ihre oder sei­ne Zustän­dig­kei­ten sind nicht abschlie­ßend auf­ge­zählt, viel­mehr besteht eine Zustän­dig­keits­zu­wei­sung für alle Auf­ga­ben, sofern nicht im Ein­zel­fall etwas ande­res durch das Bran­den­bur­gi­sche Hoch­schul­ge­setz gere­gelt ist (§ 65 Abs. 1 Satz 3 BbgHG). Zu den geson­dert und bei­spiel­haft auf­ge­führ­ten Zustän­dig­kei­ten der Prä­si­den­tin oder des Prä­si­den­ten (§ 65 Abs. 1 Satz 4 BbgHG) gehört – unter ande­rem – die Vor­be­rei­tung von Kon­zep­ten für die Hoch­schul­ent­wick­lung, ins­be­son­de­re des Struk­tur- und Ent­wick­lungs­pla­nes (Nr. 1), wobei die­ses Initia­tiv­recht als Aus­druck der gestärk­ten Hoch­schul­au­to­no­mie der stra­te­gi­schen hoch­schul­po­li­ti­schen Aus­rich­tung der Hoch­schu­le dient 72. Mit die­sem Kon­zep­ti­ons- und Vor­schlags­recht erhält der Prä­si­dent eine zen­tra­le gestal­te­ri­sche Kom­pe­tenz, die der auch ent­wick­lungs­ge­schicht­li­chen Erkennt­nis einer beson­ders her­vor­ge­ho­be­nen Stel­lung des Prä­si­den­ten in der Hoch­schul­lei­tung ent­spricht 73. Fer­ner ist die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent zustän­dig für die Ein­rich­tung und Auf­lö­sung von Fach­be­rei­chen, Zen­tra­len Ein­rich­tun­gen und Betriebs­ein­hei­ten sowie von Stu­di­en­gän­gen nach Anhö­rung des Senats (Nr. 2). Das bran­den­bur­gi­sche Hoch­schul­recht weist dem Prä­si­den­ten mit die­ser Ent­schei­dungs­be­fug­nis ein weit­ge­hen­des Recht zu, hoch­schul­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Struk­tur­ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Dar­über hin­aus ist die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent zustän­dig für die Auf­stel­lung und Bewirt­schaf­tung des Haus­halts sowie die befris­te­te und leis­tungs­be­zo­ge­ne Zuwei­sung von Mit­teln und Stel­len an die Fach­be­rei­che und Zen­tra­len Ein­rich­tun­gen nach Maß­ga­be der Ergeb­nis­se der Eva­lua­ti­on (Nr. 5). Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent ist über­dies nach § 37 Abs. 2 Satz 2 BbgHG Dienst­vor­ge­setz­ter des gesam­ten wis­sen­schaft­li­chen, künst­le­ri­schen und nicht­wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nals der Hoch­schu­le. Aus der Ent­ste­hungs­ge­schich­te der Norm ist ersicht­lich, dass die­se Aus­wei­tung der Dienst­vor­ge­setz­ten­ei­gen­schaft bewuss­ter Aus­druck der Zen­tra­li­sie­rung von Kom­pe­ten­zen und Lei­tungs­be­fug­nis­sen in der Per­son des Prä­si­den­ten ist 74. Sie oder er ist damit auch Dienst­vor­ge­setz­ter der Kanz­le­rin oder des Kanz­lers.

Die Auf­ga­ben­be­schrei­bung des Hoch­schul­kanz­lers ist dem­ge­gen­über sehr all­ge­mein gehal­ten. Nach § 67 Abs. 1 BbgHG lei­tet die Kanz­le­rin oder der Kanz­ler die Ver­wal­tung der Hoch­schu­le unter der Ver­ant­wor­tung der Prä­si­den­tin oder des Prä­si­den­ten und ist Beauf­trag­ter für den Haus­halt. In der Grund­ord­nung der im Aus­gangs­ver­fah­ren bei­gela­de­nen Hoch­schu­le ist die Ver­wal­tungs­lei­tung um die „Füh­rung der lau­fen­den Geschäf­te der Ver­wal­tung” ergänzt. Ein­ge­schränkt wird die Ver­wal­tungs­lei­tungs­kom­pe­tenz indes durch die Stel­lung des Prä­si­den­ten als Dienst­vor­ge­setz­ter des – auch nicht­wis­sen­schaft­li­chen – Hoch­schul­per­so­nals. Ledig­lich nach Maß­ga­be der Grund­ord­nung obliegt (auch) dem Kanz­ler die Ver­tre­tung des Prä­si­den­ten in Rechts- und Ver­wal­tungs­an­ge­le­gen­hei­ten; aller­dings bleibt es dabei 75, dass sich der dem Kanz­ler bei der Lei­tung der Ver­wal­tung zuste­hen­de ange­mes­se­ne Ent­schei­dungs- und Hand­lungs­spiel­raum im durch den Prä­si­den­ten vor­ge­ge­be­nen Hand­lungs­rah­men bewe­gen muss, da der Kanz­ler „unter der Ver­ant­wor­tung” des Prä­si­den­ten agiert 76. Der Vor­la­ge­be­schluss geht daher davon aus, dass der Prä­si­dent dem Kanz­ler als Dienst­vor­ge­setz­ter auch Ein­zel­an­wei­sun­gen ertei­len kann 77. Dar­über hin­aus ord­net § 67 Abs. 1 Satz 2 BbgHG den Kanz­ler in sei­ner Funk­ti­on als Beauf­trag­ter für den Haus­halt orga­ni­sa­ti­ons­recht­lich aus­drück­lich dem Prä­si­den­ten zu, in des­sen Zustän­dig­keit gemäß § 65 Abs. 1 Satz 4 Nr. 5 BbgHG Auf­stel­lung und Bewirt­schaf­tung des Haus­halts fal­len.

Dem bran­den­bur­gi­schen Lan­des­hoch­schul­ge­setz­ge­ber stand es grund­sätz­lich frei, sich für eine bestimm­te Orga­ni­sa­ti­ons­form der Hoch­schu­len zu ent­schei­den und den Prä­si­den­ten als zen­tra­les Lei­tungs­or­gan mit weit­ge­hen­den Befug­nis­sen aus­zu­stat­ten.

Der Gesetz­ge­ber ver­fügt über einen wei­ten Gestal­tungs­spiel­raum, um den Wis­sen­schafts­be­trieb mit Blick auf die unter­schied­li­chen Auf­ga­ben von wis­sen­schaft­li­chen Ein­rich­tun­gen und auf die Inter­es­sen aller dar­an Betei­lig­ten in Wahr­neh­mung sei­ner gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tung zu regeln. Er ist nicht an über­kom­me­ne Model­le der Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on gebun­den und darf zur Ver­wirk­li­chung sei­ner hoch­schul­po­li­ti­schen Auf­fas­sun­gen Anfor­de­run­gen an eine effi­zi­en­te Orga­ni­sa­ti­on, gute Haus­halts­füh­rung und kla­re Ver­ant­wor­tungs­zu­wei­sung unter­schied­lich gewich­ten 78. Dem Gesetz­ge­ber bleibt bei der Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on ein brei­ter Raum, um sei­ne hoch­schul­po­li­ti­schen Auf­fas­sun­gen zu ver­wirk­li­chen und die Hoch­schu­len den gesell­schaft­li­chen und wis­sen­schafts­so­zio­lo­gi­schen Gege­ben­hei­ten anzu­pas­sen 79. Die Siche­rung der Wis­sen­schafts­frei­heit des Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG ver­langt aber, dass die Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler mit Hil­fe orga­ni­sa­to­ri­scher Rege­lun­gen durch ihre Ver­tre­tung in Hoch­schul­or­ga­nen Gefähr­dun­gen der Wis­sen­schafts­frei­heit abweh­ren und ihre fach­li­che Kom­pe­tenz zur Ver­wirk­li­chung der Wis­sen­schafts­frei­heit in die Orga­ni­sa­ti­on ein­brin­gen kön­nen. Der Gesetz­ge­ber muss für die Orga­ni­sa­ti­on der Wis­sen­schafts­frei­heit ein Gesamt­ge­fü­ge schaf­fen, in dem Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se und Mit­wir­kungs­rech­te, Ein­fluss­nah­me, Infor­ma­ti­on und Kon­trol­le so beschaf­fen sind, dass Gefah­ren für die Frei­heit von Leh­re und For­schung ver­mie­den wer­den. Orga­ni­sa­ti­ons­nor­men sind dann mit Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG nicht ver­ein­bar, wenn durch sie ein Gesamt­ge­fü­ge geschaf­fen wird, das die freie wis­sen­schaft­li­che Betä­ti­gung und Auf­ga­ben­er­fül­lung struk­tu­rell gefähr­det 78. Die mit Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG garan­tier­te Mit­wir­kung von Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern im wis­sen­schafts­or­ga­ni­sa­to­ri­schen Gesamt­ge­fü­ge einer Hoch­schu­le darf der Gesetz­ge­ber ins­be­son­de­re nach Art und Wei­se frei gestal­ten, solan­ge die wis­sen­schaft­lich Täti­gen an wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ent­schei­dun­gen hin­rei­chend mit­wir­ken kön­nen 80. So ist das Recht eines plu­ral zusam­men­ge­setz­ten Ver­tre­tungs­or­gans zur Bestel­lung und auch zur Abbe­ru­fung von Lei­tungs­per­so­nen ein zen­tra­les und effek­ti­ves Ein­fluss- und Kon­troll­in­stru­ment der wis­sen­schaft­lich Täti­gen auf die Orga­ni­sa­ti­on 81. Je höher Aus­maß und Gewicht der den Lei­tungs­per­so­nen zuste­hen­den Befug­nis­se sind, des­to eher muss die Mög­lich­keit gege­ben sein, sich selbst­be­stimmt von die­sen zu tren­nen. Je mehr, je grund­le­gen­der und je sub­stan­ti­el­ler wis­sen­schafts­re­le­van­te per­so­nel­le und sach­li­che Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se dem kol­le­gia­len Selbst­ver­wal­tungs­or­gan ent­zo­gen und einem Lei­tungs­or­gan zuge­wie­sen wer­den, des­to stär­ker muss im Gegen­zug die Mit­wir­kung des Selbst­ver­wal­tungs­or­gans an der Bestel­lung und Abbe­ru­fung die­ses Lei­tungs­or­gans und an des­sen Ent­schei­dun­gen aus­ge­stal­tet sein. Der Gesetz­ge­ber muss die­sen Zusam­men­hang durch­gän­gig berück­sich­ti­gen 82.

Wird die­ser Kom­pen­sa­ti­ons­zu­sam­men­hang im Ver­hält­nis vom Lei­tungs- zum Selbst­ver­wal­tungs­or­gan beach­tet, ent­hält das Grund­ge­setz – wie aus­ge­führt – weder eine hoch­schul­po­li­ti­sche Vor­ga­be für eine bestimm­te Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on noch für ein bestimm­tes Lei­tungs­mo­dell 83. Im Mit­tel­punkt ste­hen pro­ze­du­ra­le Mit­wir­kungs­rech­te der Selbst­ver­wal­tungs­or­ga­ne gegen­über dem Lei­tungs­or­gan, und dies im Grund­satz unbe­scha­det des­sen kon­kre­ter Struk­tu­rie­rung. Auch mono­kra­ti­sche Lei­tungs­or­ga­ne sind daher unter dem Vor­be­halt der Wah­rung wis­sen­schafts­ad­äqua­ter Anfor­de­run­gen mit der Ver­fas­sung ver­ein­bar 84. Nach dem Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz in sei­ner der­zei­ti­gen Fas­sung, wie es Gegen­stand der Vor­la­ge ist, ist die Lei­tungs­struk­tur der bran­den­bur­gi­schen Hoch­schu­len im Grund­satz strikt mono­kra­tisch, so dass sich die Fra­gen von hin­rei­chen­dem Ein­fluss und Kon­trol­le der wis­sen­schaft­lich Täti­gen auf die Orga­ni­sa­ti­on auf das Ver­hält­nis zum Lei­tungs­or­gan selbst beschrän­ken. Betrof­fen ist mit­hin allein das Ver­hält­nis des Senats zum Prä­si­den­ten, nicht hin­ge­gen zu dem „unter der Ver­ant­wor­tung des Prä­si­den­ten” han­deln­den Kanz­ler. Anders und wei­ter wäre das Rück­bin­dungs­ver­hält­nis nur dann zu fas­sen, wenn nicht eine mono­kra­ti­sche, son­dern im enge­ren Sin­ne kol­le­gia­le Lei­tungs­struk­tur zu Ent­schei­dun­gen beru­fen wäre, die sich poten­ti­ell wis­sen­schafts­ge­fähr­dend aus­wir­ken könn­ten 85.

Dem bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­recht ist kein zwin­gen­der Sach­grund für eine Durch­bre­chung des Lebens­zeit­prin­zips als her­ge­brach­ter Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums zu ent­neh­men. Aus der beson­de­ren Sach­ge­setz­lich­keit und der Art der vom Kanz­ler wahr­ge­nom­me­nen Auf­ga­ben las­sen sich kei­ne durch­grei­fen­den Anhalts­punk­te für eine Recht­fer­ti­gung der Aus­ge­stal­tung des Kanz­ler­am­tes im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit fol­gern.

Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent lei­tet auf­grund der gesetz­ge­be­ri­schen Ent­schei­dung in eige­ner Zustän­dig­keit und Ver­ant­wor­tung mono­kra­tisch die Hoch­schu­le; sie oder er wird hier­bei von einem etwai­gen Prä­si­di­um ledig­lich unter­stützt. Dem Kanz­ler ist durch § 67 Abs. 1 BbgHG nur ein eige­ner Sach­be­reich als Lei­ter der Ver­wal­tung der Hoch­schu­le zuge­wie­sen, und dies zudem unter der Ver­ant­wor­tung des Prä­si­den­ten. Hin­zu kommt die Stel­lung als Beauf­trag­ter für den Haus­halt. Schon die­se aktu­el­le Aus­ge­stal­tung der Betei­li­gung des Kanz­lers an Hoch­schul­lei­tungs­funk­tio­nen steht in gesetz­ge­bungs­his­to­ri­scher Per­spek­ti­ve für die bis­lang stärks­te funk­tio­na­le Ein­ord­nung in den mono­kra­tisch zuge­spitz­ten Auf­ga­ben­kreis des Prä­si­den­ten 75. Auch ist der Kanz­ler dem Prä­si­den­ten nach § 37 Abs. 2 Satz 2 BbgHG direkt dienst­recht­lich unter­stellt. Dem ent­spricht es, dass der Kanz­ler nicht mehr durch den Minis­ter, son­dern durch den Prä­si­den­ten selbst bestellt wird. Auch dies ver­deut­licht die Stel­lung des Kanz­lers im Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Prä­si­den­ten. Hin­zu kommt die sach­li­che Abhän­gig­keit des Kanz­lers von der Hoch­schul­lei­tung. Aus der Ver­wal­tungs­lei­tungs­tä­tig­keit des Kanz­lers „unter der Ver­ant­wor­tung” des Prä­si­den­ten in Ver­bin­dung mit des­sen Dienst­vor­ge­setz­ten­ei­gen­schaft fol­gert das vor­le­gen­de Gericht nach­voll­zieh­bar, dass dem Kanz­ler auch Ein­zel­an­wei­sun­gen erteilt wer­den kön­nen. Der dem Kanz­ler bei der Füh­rung der lau­fen­den Geschäf­te der Ver­wal­tung zuzu­ge­ste­hen­de Ent­schei­dungs- und Hand­lungs­spiel­raum wird über­dies durch den Rah­men begrenzt, der durch die hoch­schul­po­li­tisch-stra­te­gi­schen Grund­ent­schei­dun­gen des Prä­si­den­ten gezo­gen wird. In funk­tio­nel­ler Hin­sicht fin­det sich der Kanz­ler durch die­ses Span­nungs­ver­hält­nis an der Schnitt­stel­le von Hoch­schul­lei­tung und Ver­wal­tungs­ap­pa­rat, indem er einer­seits unter der Ver­ant­wor­tung des Prä­si­den­ten des­sen stra­te­gi­sche Ent­schei­dun­gen mit­zu­tra­gen hat und ande­rer­seits für ihre Umset­zung als Ver­wal­tungs­lei­ter zustän­dig ist 86. Die Schnitt­stel­len­funk­ti­on ist zudem erkenn­bar, wenn es um die durch­aus auch initi­ie­ren­de Vor­be­rei­tung von poli­ti­scher Wil­lens­bil­dung der Lei­tungs­or­ga­ne geht: Denn einer­seits muss der Kanz­ler sicher­stel­len, dass der Infor­ma­ti­ons­fluss aus den Fach­stel­len der Ver­wal­tung die Hoch­schul­spit­ze erreicht und in deren Ent­schei­dungs­fin­dung Berück­sich­ti­gung fin­den kann; ande­rer­seits ist er in die Umset­zung der­art getrof­fe­ner Rich­tungs­ent­schei­dun­gen in den Ver­wal­tungs­kör­per der Hoch­schu­le maß­geb­lich ein­ge­bun­den 87. Selbst­ver­ständ­lich hat der Kanz­ler als Lei­ter der Ver­wal­tung auch zu gewähr­leis­ten, dass der Prä­si­dent sowie etwai­ge wei­te­re Vize­prä­si­den­ten in ihren jewei­li­gen Res­sorts und Ver­ant­wor­tungs­be­rei­chen ange­mes­sen admi­nis­tra­tiv unter­stützt wer­den 88.

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Lan­des Bran­den­burg ergibt sich aus die­ser Zuord­nung des Kanz­lers zur Ver­ant­wor­tungs­sphä­re des Prä­si­den­ten jedoch kei­ne Not­wen­dig­keit, einen im Beam­ten­ver­hält­nis beschäf­tig­ten Kanz­ler nur auf Zeit zu bestel­len. Auch wenn der Kanz­ler als Lei­ter der Hoch­schul­ver­wal­tung und damit enger Mit­ar­bei­ter des Prä­si­den­ten des­sen hoch­schul­po­li­ti­sche Kon­zep­te ver­wal­tungs­tech­nisch und mit den zur Ver­fü­gung ste­hen­den Haus­halts­mit­teln umset­zen muss, lässt sich hier­aus kei­ne über die all­ge­mei­ne beam­ten­recht­li­che Treue­pflicht hin­aus­ge­hen­de Loya­li­täts­be­zie­hung her­lei­ten. Treue, Pflicht­er­fül­lung, unpar­tei­ischen Dienst für das Gemein­we­sen sowie Gehor­sam gegen­über Geset­zen und recht­mä­ßi­gen Anord­nun­gen des Dienst­vor­ge­setz­ten schul­det jeder Beam­ter 89. Der Kanz­ler in der Aus­ge­stal­tung des bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­rechts kann von daher gese­hen als kom­ple­men­tä­res Ele­ment zur poli­tisch ver­ant­wort­li­chen Hoch­schul­spit­ze ver­stan­den wer­den 90. Ihm ist die Wah­rung von Kon­ti­nui­tät, Sach­ver­stand und Unab­hän­gig­keit 67 als Auf­ga­be unab­hän­gig von der Amts­zeit des Prä­si­den­ten, dem er zuge­ord­net ist, über­tra­gen: Kon­ti­nui­tät zeich­net das Amt des Kanz­lers aus, da die Amts­zeit – sei es im Ange­stell­ten, sei es im Beam­ten­ver­hält­nis – nach § 67 Abs. 2 Satz 4 BbgHG sechs Jah­re beträgt, ohne dass – anders als beim Prä­si­den­ten (§ 65 Abs. 4 BbgHG) – eine gesetz­li­che Abwahl­re­ge­lung die Amts­zeit von vorn­her­ein an den fort­be­stehen­den kon­sti­tu­ie­ren­den Wil­len des Senats als zustän­di­gem Hoch­schul­or­gan bin­den wür­de. Die Qua­li­fi­ka­ti­ons­an­for­de­run­gen gemäß § 67 Abs. 3 BbgHG sichern die nor­ma­ti­ve Erwar­tung eines der Stel­lung des Ver­wal­tungs­lei­ters ange­mes­se­nen Sach­ver­stands. Das insti­tu­tio­nel­le Pos­tu­lat der Unab­hän­gig­keit des Kanz­lers ist dif­fe­ren­ziert zu betrach­ten. Nach der nor­ma­ti­ven Aus­ge­stal­tung der Posi­ti­on fin­det die Unab­hän­gig­keit des Kanz­lers schon von Ver­fas­sungs wegen ihre Gren­ze in der beam­ten­recht­li­chen Treue­pflicht, die als her­ge­brach­ter Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums aus­drück­lich etwa in Art. 33 Abs. 4 GG („Dienst- und Treue­ver­hält­nis”) Erwäh­nung gefun­den hat 91. Nicht nur der ihn bin­den­de gesetz­li­che Rah­men, son­dern auch die recht­mä­ßi­gen Anord­nun­gen des dienst­vor­ge­setz­ten Prä­si­den­ten zie­hen der Unab­hän­gig­keit des ver­be­am­te­ten Kanz­lers Gren­zen. Das Bran­den­bur­gi­sche Hoch­schul­ge­setz weist ihm fer­ner kei­ne aus­drück­li­chen – eige­nen – Gestal­tungs­auf­trä­ge hoch­schul­po­li­ti­scher Art zu, son­dern mit der Lei­tung der Ver­wal­tung eine rein sach­be­zo­ge­ne, der ord­nungs­ge­mä­ßen Füh­rung der lau­fen­den Geschäf­te ent­spre­chen­de Tätig­keit. Nicht frei von einer gewis­sen Ambi­va­lenz ist der Kanz­ler jedoch gera­de hier­bei auf ein Min­dest­maß an Unab­hän­gig­keit auch gegen­über dem Prä­si­den­ten ange­wie­sen. Denn die Gewähr­leis­tung einer rechts­staat­li­chen Ver­wal­tung in Ver­bin­dung mit dem Auf­trag, auch im hoch­schul­po­li­ti­schen Kräf­te­spiel eine sta­bi­le, geset­zes­treue Ver­wal­tung zu sichern, führt das beam­ten­recht­li­che Ide­al­bild eines auf Objek­ti­vi­tät und Sach­be­zo­gen­heit ver­pflich­te­ten Amts­wal­ters mit der Norm­struk­tur des § 67 BbgHG zusam­men. Die Stel­lung des Kanz­lers als Beauf­trag­ter für den Haus­halt mit den damit ver­bun­de­nen her­aus­ge­ho­be­nen Anfor­de­run­gen unter­streicht die­ses Pos­tu­lat. Bereits die­se Gesichts­punk­te spre­chen dafür, die Stel­lung des Kanz­lers nicht durch eine Reduk­ti­on sei­nes Sta­tus auf die­je­ni­ge eines Beam­ten auf Zeit zu schwä­chen.

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Lan­des Bran­den­burg ergibt sich auch aus den orga­ni­sa­ti­ons­recht­li­chen Anfor­de­run­gen der Wis­sen­schafts­frei­heit kein hin­rei­chen­der Sach­grund für die Bestel­lung des Kanz­lers nur im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit.

Die Ver­mu­tung, die durch das Lebens­zeit­prin­zip ver­mit­tel­te Unab­hän­gig­keit des Berufs­be­am­ten­tums in der Per­son des Kanz­lers kön­ne sich wis­sen­schafts­hem­mend aus­wir­ken, da die­ser die Rea­li­sie­rung von For­schungs­frei­heit nega­tiv beein­flus­sen kön­ne, recht­fer­tigt die Durch­bre­chung von Art. 33 Abs. 5 GG nicht. Wie­so aus­ge­rech­net dem Kanz­ler als Lei­ter der Ver­wal­tung ein beson­de­res Gefähr­dungs­po­ten­ti­al zu Las­ten des frei­en Wis­sen­schafts­be­triebs zuge­schrie­ben wird, ist nicht nach­voll­zieh­bar. Vor allem blen­det die­se Risi­ko­zu­schrei­bung die gesetz­li­che Aus­ge­stal­tung des Kanz­ler­amts nach § 67 BbgHG gera­de im Ver­hält­nis zum Prä­si­den­ten als der Zen­tral­fi­gur der Hoch­schul­lei­tung gemäß § 65 BbgHG aus. In sei­ner Funk­ti­on als Lei­ter der Hoch­schul­ver­wal­tung und damit enger Mit­ar­bei­ter des Prä­si­den­ten hat der Kanz­ler des­sen hoch­schul­po­li­ti­sche Kon­zep­te ver­wal­tungs­tech­nisch sowie mit den zur Ver­fü­gung ste­hen­den Haus­halts­mit­teln umzu­set­zen, und damit ohne Zwei­fel in nicht uner­heb­li­chem Maße Berüh­rungs­punk­te mit den wis­sen­schaft­lich Täti­gen. Dies ent­spricht jedoch gera­de sei­ner his­to­risch wie insti­tu­tio­nell begrün­de­ten Sta­bi­li­sie­rungs- und Schnitt­stel­len­funk­ti­on 92. Maß­geb­lich ist, dass das bran­den­bur­gi­sche Hoch­schul­recht dem Kanz­ler gera­de kei­ne hoch­schul­po­li­ti­sche Ent­schei­dungs­do­mä­ne zuweist, die mit einem eige­nen Gestal­tungs­spiel­raum auch im Ver­hält­nis zum Prä­si­den­ten ein­her­geht. Dass dem Kanz­ler bei der Füh­rung der lau­fen­den Geschäf­te der Ver­wal­tung schon auf­grund sei­nes juris­ti­schen und öko­no­mi­schen Sach­ver­stands gewis­se – fak­ti­sche – Prä­ro­ga­ti­ven zukom­men, ändert nichts an der gesetz­lich aus­drück­lich nor­mier­ten Ver­or­tung des Kanz­lers im Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Prä­si­den­ten. Für eine Befris­tung des Kanz­ler­amts im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit spricht daher auch nicht die behaup­te­te Not­wen­dig­keit der Gewähr­leis­tung von Fle­xi­bi­li­tät und Fluk­tua­ti­on der wis­sen­schafts­prä­gen­den For­schungs­ar­beit bei beschränk­ten Res­sour­cen. War­um sich der Topos der Fle­xi­bi­li­tät und Fluk­tua­ti­on im Wis­sen­schafts­be­trieb auf der admi­nis­tra­ti­ven und pri­mär (gesetzes-)vollziehenden Ebe­ne des Kanz­lers als Lei­ter der Hoch­schul­ver­wal­tung spie­geln müs­se, erschließt sich schon nach dem Vor­brin­gen des Lan­des nicht. Gegen eine sol­che Ein­be­zie­hung des Kanz­lers in das Ver­hält­nis von Grund­rechts­trä­gern und Lei­tungs­or­gan spricht indes auch die Bewer­tung von Norm­sys­te­ma­tik und ‑zweck, die schon in den Geset­zes­be­grün­dun­gen Aus­druck gefun­den hat. Der Hoch­schul­se­nat ist nicht nur ver­fas­sung­ge­ben­des Organ der Hoch­schu­le, son­dern auch Auf­sichts­gre­mi­um über den Prä­si­den­ten 93. Die Ver­ant­wor­tung für das Han­deln des Kanz­lers liegt beim Prä­si­den­ten als Lei­ter der Hoch­schu­le und Dienst­vor­ge­setz­ten des Kanz­lers; des­sen Stel­lung unter­fällt ein­deu­tig dem Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Prä­si­den­ten 75.

Daher ist zwar einer­seits rich­tig, dass das bran­den­bur­gi­sche Hoch­schul­recht die her­aus­ge­ho­be­ne Stel­lung des Prä­si­den­ten betont und ihm die Funk­ti­on des Kanz­lers zu- und unter­ord­net, um sämt­li­che Kräf­te der Hoch­schu­le unter der mono­kra­ti­schen Lei­tung des Prä­si­den­ten zu bün­deln. Ande­rer­seits folgt aus Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG gera­de nicht, dass der in der Posi­ti­on des Prä­si­den­ten zum Aus­druck kom­men­de hohe Auto­no­mie­grad der bran­den­bur­gi­schen Hoch­schu­len struk­tu­rell durch eine „unfle­xi­ble” Beset­zung auf der Posi­ti­on des Kanz­lers kon­ter­ka­riert wird. Fak­tisch mag sich die Mög­lich­keit einer Neu­be­set­zung der Kanz­ler­po­si­ti­on nach Ablauf einer Befris­tung als deut­lich ein­fa­cher erwei­sen als die Mög­lich­kei­ten der Ver­set­zung oder Abbe­ru­fung 94; dies ist jedoch kei­ne For­de­rung, die Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG zu ent­neh­men ist und eine Ein­schrän­kung des in Art. 33 Abs. 5 GG ver­an­ker­ten Lebens­zeit­prin­zips recht­fer­ti­gen könn­te. Mit der hier maß­geb­li­chen Fas­sung des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes hat der bran­den­bur­gi­sche Gesetz­ge­ber durch­gän­gig berück­sich­tigt, dass die Mit­wir­kung des Selbst­ver­wal­tungs­or­gans (Senat) an der Bestel­lung und Abbe­ru­fung des Lei­tungs­or­gans (Prä­si­dent) stark aus­ge­stal­tet sein muss, um des­sen ihm grund­le­gend und sub­stan­ti­ell zuge­wie­se­ne wis­sen­schafts­re­le­van­te Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se zu kom­pen­sie­ren 95. Die Stel­lung des Hoch­schul­kanz­lers nach § 67 BbgHG wird dadurch nicht berührt.

Das vom bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz­ge­ber – zuläs­si­ger­wei­se – gewähl­te Modell einer domi­nan­ten Prä­si­di­al­hoch­schul­lei­tung unter enger Bei­ord­nung des ver­wal­tungs­lei­ten­den Kanz­lers kann auch ohne des­sen Bestel­lung im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit rea­li­siert wer­den.

Neben der auch von § 67 Abs. 2 Satz 2 BbgHG vor­ge­se­he­nen Mög­lich­keit der Anstel­lung der Kanz­le­rin oder des Kanz­lers im befris­te­ten pri­vat­recht­li­chen Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis bestel­len ande­re Bun­des­län­der den Hoch­schul­kanz­ler im Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit bei vor­he­ri­ger Ernen­nung im Beam­ten­ver­hält­nis auf Pro­be, ohne dass dies das mono­kra­ti­sche Hoch­schul­lei­tungs­mo­dell in Fra­ge stel­len wür­de. Für die­se Aus­ge­stal­tung im Lebens­zeit­be­am­ten­ver­hält­nis, wel­che auf­grund der vor­he­ri­gen Pro­be­zeit eine Über­prü­fung der Bewäh­rung des Kanz­lers im Amt erlaubt, haben sich Bay­ern (vgl. Art. 23 Abs. 2 Satz 3 Baye­ri­sches Hoch­schul­ge­setz 96) und Meck­len­burg-Vor­pom­mern (vgl. § 87 Abs. 2 Satz 2 und 3 Lan­des­hoch­schul­ge­setz Meck­len­burg-Vor­pom­mern 97) ent­schie­den. Dass die­se Ori­en­tie­rung am von Art. 33 Abs. 5 GG vor­ge­se­he­nen Regel­fall (vgl. § 4 Abs. 1 Satz 2 BeamtStG) des Beam­ten­ver­hält­nis­ses auf Lebens­zeit zu struk­tu­rel­len Ver­wer­fun­gen im Ver­hält­nis zur Prä­si­di­al­spit­ze der Hoch­schu­len füh­ren wür­de, hat die Staats­re­gie­rung des Frei­staats Bay­ern nicht vor­ge­tra­gen. Ange­sichts der spe­zi­ell in Bay­ern vor­ge­se­he­nen Mög­lich­keit der Abbe­ru­fung sowie der all­ge­mei­nen Zuläs­sig­keit einer Ver­set­zung 98 lie­gen der­ar­ti­ge struk­tu­rel­le Kon­flikt­la­gen auch nicht nahe, recht­fer­ti­gen jeden­falls nicht eine Durch­bre­chung von Art. 33 Abs. 5 GG gleich­sam auf blo­ßen Ver­dacht hin.

Bezo­gen auf das Funk­ti­ons­amt des Kanz­lers ist auch denk­bar, die Unab­hän­gig­keit des wei­ter­hin im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit beschäf­tig­ten Kanz­lers dadurch zu sichern, ihm „kom­pen­sa­to­risch” einen gebun­de­nen Anspruch auf Über­nah­me in den Lan­des­dienst ein­zu­räu­men. Für den Hoch­schul­kanz­ler fand eine sol­che Rege­lung gemäß § 93 Abs. 2 BbgHG in Ver­bin­dung mit § 68 BbgHG in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.07.2004 noch Anwen­dung; nach dem der­zeit gel­ten­den § 67 Abs. 4 Satz 2 BbgHG ist eine Über­nah­me in den Lan­des­dienst nur nach Ver­ein­ba­rung vor­ge­se­hen. Jedoch wäre auch mit einem (Rück-)Übernahmeanspruch, gerich­tet auf einen der frü­he­ren – das heißt vor Antritt der Kanz­ler­po­si­ti­on – Rechts­stel­lung ver­gleich­ba­ren Sta­tus die Siche­rung der Unab­hän­gig­keit der Amts­füh­rung nicht voll­stän­dig. Ein der­ar­ti­ger Über­nah­me­an­spruch müss­te viel­mehr de lege feren­da auf ein der (Status-)Wertigkeit des Kanz­ler­am­tes gleich­wer­ti­ges ande­res Amt im Lan­des­dienst gerich­tet sein. Einen sol­chen Anspruch sieht indes der­zeit kei­nes der Lan­des­hoch­schul­ge­set­ze vor. Ihn im Wege der ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung in die maß­geb­li­chen Vor­schrif­ten hin­ein­zu­le­sen, lässt die schon nach Wort­laut und Sinn­ge­halt ein­deu­ti­ge Rege­lung nicht zu 99.

Schließ­lich weist ein Ver­gleich mit den tra­di­ti­ons­ge­mä­ßen his­to­ri­schen Fall­grup­pen akzep­tier­ter Durch­bre­chun­gen des Lebens­zeit­prin­zips kei­ne über­zeu­gen­den Sach­ge­setz­lich­kei­ten aus, die eine Her­aus­nah­me des Hoch­schul­kanz­lers nach bran­den­bur­gi­schem Hoch­schul­recht aus dem Gewähr­leis­tungs­be­reich des Art. 33 Abs. 5 GG recht­fer­ti­gen könn­ten.

Mit der Kate­go­rie des kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten ist der Hoch­schul­kanz­ler nach bran­den­bur­gi­schem Hoch­schul­recht nicht ver­gleich­bar.

Maß­geb­li­ches Dif­fe­ren­zie­rungs­kri­te­ri­um und bestim­men­des Sach­merk­mal der Wahl­be­am­ten im Gegen­satz zum Nor­mal­fall des Beam­ten­ver­hält­nis­ses auf Lebens­zeit ist der Wahl­akt (vgl. § 11 Abs. 1 Nr. 3 Buch­sta­be c BeamtStG) als Akt demo­kra­ti­scher, peri­odisch zu erneu­ern­der Wil­lens­bil­dung. Die­ser Wahl­akt hat kon­sti­tu­ti­ve Bedeu­tung und ver­mit­telt im Ver­bund mit der – regel­mä­ßig – kom­mu­nal­ver­fas­sungs­recht­lich vor­ge­se­he­nen Mög­lich­keit der Abbe­ru­fung des kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten des­sen poli­ti­sche Rück­bin­dung. Hier­von unter­schei­den sich die Bestel­lung und Wie­der­be­stel­lung des Hoch­schul­kanz­lers nach § 67 Abs. 2 Satz 1 BbgHG wesent­lich. Gemäß § 65 Abs. 2 Satz 1 BbgHG wird die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent auf­grund des Wahl­vor­schla­ges einer Fin­dungs­kom­mis­si­on vom zustän­di­gen Organ der Hoch­schu­le auf Zeit gewählt und von dem für die Hoch­schu­len zustän­di­gen Mit­glied der Lan­des­re­gie­rung bestellt. Die­ser Wahl­akt hat, wie aus­ge­führt, Bedeu­tung für die insti­tu­tio­nel­le und per­so­nel­le Siche­rung der Gewähr­leis­tun­gen des Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG. Der so durch Wahl­akt an das zustän­di­ge Hoch­schul­or­gan rück­ge­bun­de­ne Prä­si­dent bestellt sodann den Kanz­ler nach in § 67 Abs. 3 BbgHG wei­ter aus­ge­führ­ten qua­li­fi­ka­ti­ons­be­zo­ge­nen Amts­vor­aus­set­zun­gen. Ange­sichts der Qua­li­fi­ka­ti­ons­merk­ma­le des § 67 Abs. 3 BbgHG bestehen kei­ne Zwei­fel, dass die Aus­wahl­ent­schei­dung der Prä­si­den­tin oder des Prä­si­den­ten an Art. 33 Abs. 2 GG gebun­den ist und sich mit­hin an Eig­nung, Befä­hi­gung und fach­li­cher Leis­tung zu ori­en­tie­ren hat 100. Die Gel­tung von Art. 33 Abs. 2 GG (vgl. § 9 BeamtStG) wur­de sei­tens des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts bereits für den Wahl­vor­schlag des Prä­si­den­ten selbst ange­nom­men, erst recht muss dies für den – orga­ni­sa­to­risch nach­ge­la­ger­ten – Kanz­ler gel­ten 101. Im Gegen­satz dazu erlau­ben die genann­ten Abhän­gig­keits­as­pek­te der poli­tisch-demo­kra­ti­schen Rück­bin­dung der kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten eine Über­la­ge­rung auch des Leis­tungs­prin­zips des Art. 33 Abs. 2 GG 102. Dies ist ein wei­te­rer Unter­schied zum Hoch­schul­kanz­ler in der Aus­ge­stal­tung nach bran­den­bur­gi­schem Hoch­schul­recht.

Wesent­lich sind jedoch weni­ger die Zugangs­vor­aus­set­zun­gen zu den jewei­li­gen Ämtern des Wahl­be­am­ten einer­seits und des Hoch­schul­kanz­lers nach § 67 BbgHG ande­rer­seits, son­dern ist dies der über den for­ma­len Wahl­akt demo­kra­ti­scher Wil­lens­bil­dung 103 ver­mit­tel­te mate­ri­el­le Legi­ti­ma­ti­ons­zu­sam­men­hang. Für die unmit­tel­ba­re Staats­ver­wal­tung und die kom­mu­na­le Selbst­ver­wal­tung gilt: Die ver­fas­sungs­recht­lich not­wen­di­ge demo­kra­ti­sche Legi­ti­ma­ti­on erfor­dert eine unun­ter­bro­che­ne Legi­ti­ma­ti­ons­ket­te vom Volk zu den mit staat­li­chen Auf­ga­ben betrau­ten Orga­nen und Amts­wal­tern 104. Dies zieht die Par­al­le­le zur durch Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG gefor­der­ten Wahl des Hoch­schul­lei­ters (Prä­si­dent oder Rek­tor), da die Mit­wir­kung der betrof­fe­nen Grund­rechts­trä­ger – nor­ma­tiv – der Her­stel­lung von Legi­ti­ma­ti­on für die Ent­schei­dung über aka­de­mi­sche Selbst­ver­wal­tungs­auf­ga­ben dient 105. In die­sem beson­de­ren Umfeld ist der Prä­si­dent (hochschul-)politisch tätig, nicht aber der Kanz­ler nach dem Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz. Ist bei letz­te­rem das Bedürf­nis nach per­ma­nen­ter Rück­kopp­lung zum tra­gen­den Wil­len des Wahl­or­gans nicht nor­ma­tiv vor­ge­ge­ben, so ergibt sich aus dem Ver­gleich mit dem kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten kei­ne wei­ter­füh­ren­de Sach­ge­setz­lich­keit der Durch­bre­chung des Lebens­zeit­prin­zips.

Im Gegen­satz zu der durch den bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz­ge­ber als Aus­fluss der Hoch­schul­au­to­no­mie bewusst domi­nant aus­ge­präg­ten Stel­lung der mono­kra­ti­schen Hoch­schul­spit­ze, der zugleich die Befug­nis zur Bestel­lung des Kanz­lers als zuge­ord­ne­tem Ver­wal­tungs­lei­ter zukommt, haben sich ande­re Lan­des­ge­setz­ge­ber für ein Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­ons­mo­dell ent­schie­den, in dem die Rück­kopp­lung des Kanz­lers an den Wil­len eines Wahl­or­gans der Hoch­schu­le mit einer Auf­wer­tung der hoch­schul­po­li­ti­schen Ver­ant­wort­lich­keit des Kanz­lers ver­bun­den ist. So wird etwa in Baden-Würt­tem­berg und in Nord­rhein-West­fa­len der Kanz­ler zwar im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit bestellt, doch han­delt es sich jeweils um Wahl­äm­ter (vgl. §§ 16 ff. Lan­des­hoch­schul­ge­setz Baden-Würt­tem­berg 106; §§ 17 ff. Hoch­schul­ge­setz Nord­rhein-West­fa­len 107). Bei­de Län­der unter­schei­den sich inso­fern vom Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz, als sie jeweils aus­drück­lich ein kol­le­gia­les Rek­to­rat zur Lei­tung der Hoch­schu­le bestim­men. In die­sem Lei­tungs­gre­mi­um sind Kanz­ler bezie­hungs­wei­se – in Baden-Würt­tem­berg – ein haupt­amt­li­ches Rek­to­rats­mit­glied für den Bereich der Wirt­schafts- und Per­so­nal­ver­wal­tung grund­sätz­lich gleich­be­rech­tig­te Mit­glie­der und wir­ken unter Vor­sitz des Rek­tors an Lei­tungs­auf­ga­ben der Hoch­schu­le ins­ge­samt mit, die in Bran­den­burg allein dem Prä­si­den­ten vor­be­hal­ten sind. Durch die­se auch hoch­schul­po­li­ti­sche Man­da­tie­rung tritt der Kanz­ler jeweils in das beson­de­re Span­nungs­ver­hält­nis zur Wis­sen­schafts­frei­heit der an der Hoch­schu­le Täti­gen, so dass nach Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG eine Kom­pen­sa­ti­on über Krea­ti­ons- und Abwahl­be­fug­nis­se der Grund­rechts­trä­ger und deren organ­schaft­li­che Ver­tre­tung gebo­ten ist. Gera­de aus der ver­ant­wort­li­chen und grund­sätz­lich wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ein­bin­dung des Kanz­lers bezie­hungs­wei­se haupt­amt­li­chen Rek­to­rats­mit­glieds für den Bereich der Wirt­schafts- und Per­so­nal­ver­wal­tung in die Lei­tungs­ebe­ne der Hoch­schu­le folgt die Not­wen­dig­keit von Wahl und Abwahl durch die reprä­sen­ta­ti­ven Wahl­or­ga­ne 108. Ent­spre­chend hat der Wahl­akt auch für den Kanz­ler in die­ser Aus­ge­stal­tung nicht ledig­lich for­ma­le Qua­li­tät bezo­gen auf den Modus der Beru­fung in das Amt, son­dern gera­de einen mate­ri­ell-legi­ti­ma­to­ri­schen Gehalt, der den gewähl­ten Kanz­ler der per­ma­nen­ten Rück­kopp­lung an den Wil­len des Wahl­or­gans unter­wirft 109. Soweit daher der Vor­la­ge­be­schluss den Wahl­akt in iso­lier­ter Betrach­tung allein nicht aus­rei­chen lässt, um die Befris­tung des Beam­ten­ver­hält­nis­ses des Kanz­lers zu recht­fer­ti­gen, trifft die­se Bewer­tung zwar zu, ver­kürzt aber den eigent­li­chen Begrün­dungs­zu­sam­men­hang des Wahl- und Abwahl­akts, der ohne den „hin­rei­chend gewich­ti­gen eigen­stän­di­gen Ent­schei­dungs- und Gestal­tungs­spiel­raum” des Kanz­lers im Gefü­ge der Hoch­schul­lei­tung nicht rich­tig erfasst wer­den kann. Für eine ver­gleich­ba­re Aus­ge­stal­tung haben sich auch ande­re Län­der ent­schie­den.

Im Umkehr­schluss änder­te sich daher an der Pro­ble­ma­tik des bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­rechts im Ergeb­nis nichts, wenn dort nun­mehr anstatt der allei­ni­gen Bestel­lung des Kanz­lers durch den Prä­si­den­ten ein Wahl­akt zur Beru­fung des Kanz­lers ein­ge­führt wür­de. Denn ohne ent­spre­chen­de „Auf­wer­tung” sei­ner hoch­schul­po­li­ti­schen Ver­ant­wort­lich­keit blie­be der Wahl­akt nur ein eher tech­ni­sches Detail einer plu­ra­li­sier­ten hoch­schul­in­ter­nen Ent­schei­dungs­fin­dung 110. Die Ein- und Unter­ord­nung des Kanz­lers unter den mono­kra­tisch stark aus­ge­präg­ten Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Prä­si­den­ten mit den dar­in lie­gen­den Gefähr­dun­gen sei­ner unab­hän­gi­gen Amts­füh­rung wür­de nicht modi­fi­ziert, das Zeit­be­am­ten­ver­hält­nis wäre auf die­se Wei­se nicht zu recht­fer­ti­gen.

Auch mit der her­ge­brach­ten Kate­go­rie der poli­ti­schen Beam­ten lässt sich das Hoch­schul­kanz­ler­amt nicht ver­glei­chen.

Soweit das im Aus­gangs­ver­fah­ren beklag­te Land und die Beru­fungs­ent­schei­dung 111 dar­auf abhe­ben, dass der Hoch­schul­kanz­ler ein „Trans­for­ma­ti­ons­amt” ein­neh­me, da er im Bin­nen­ver­hält­nis zum Prä­si­den­ten des­sen hoch­schul­po­li­ti­sche Ent­schei­dun­gen umzu­set­zen habe, ergibt schon – wie gezeigt – eine Ana­ly­se der maß­geb­li­chen Vor­schrif­ten selbst kei­ne hier­aus fol­gen­de Sach­not­wen­dig­keit zur Bestel­lung in einem zeit­lich befris­te­ten Beam­ten­ver­hält­nis. Zwar ist in Rech­nung zu stel­len, dass die Über­ein­stim­mung mit grund­le­gen­den Zie­len der Hoch­schul­lei­tung (Prä­si­dent) sowie etwai­ger ande­rer kol­le­gia­ler Gre­mi­en (Senat, Hoch­schul­rat) einen wesent­li­chen Erfolgs­fak­tor der Amts­tä­tig­keit eines zur Ver­wal­tungs­lei­tung beru­fe­nen Kanz­lers aus­ma­chen dürf­te. Inso­fern steht der Kanz­ler mit sei­nem Auf­ga­ben­kreis in viel­fäl­ti­ger Berüh­rung mit der hoch­schul­po­li­ti­schen Grund­aus­rich­tung des Prä­si­den­ten. Dies allein legt jedoch noch kei­ne Aus­nah­me vom mit Ver­fas­sungs­rang aus­ge­stat­te­ten Lebens­zeit­prin­zip nahe. Denn die in § 67 Abs. 1 Satz 1 BbgHG zum Aus­druck gebrach­te und neben das all­ge­mei­ne beam­ten­recht­li­che Loya­li­täts­ge­bot tre­ten­de Zuord­nung des Kanz­lers zum Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Prä­si­den­ten, wel­che auch geset­zes­his­to­risch die bis­lang stärks­te funk­tio­na­le Ein­ord­nung in den mono­kra­tisch kon­zen­trier­ten Auf­ga­ben­kreis des Prä­si­den­ten dar­stellt, gewähr­leis­tet, dass der Kanz­ler die hoch­schul­po­li­ti­schen Vor­ga­ben im Rah­men der ord­nungs­ge­mä­ßen Ver­wal­tung umsetzt. Die­se Nach- und Unter­ord­nung spie­gelt sich in der gesetz­li­chen Kon­kre­ti­sie­rung der Merk­ma­le der Betei­li­gung an Lei­tungs­funk­tio­nen, der dienst­recht­li­chen Unter­stel­lung und der sach­li­chen Abhän­gig­keit 112.

Vor allem ist zu berück­sich­ti­gen, dass der für die Fall­grup­pe der poli­ti­schen Beam­ten frucht­bar gemach­te Begriff des Trans­for­ma­ti­ons­amts nicht belie­big weit zu zie­hen ist. Der Kreis der poli­ti­schen Beam­ten ist viel­mehr eng begrenzt 43. Trans­for­ma­ti­ons­äm­ter in die­sem Sin­ne sind ledig­lich not­wen­di­ge poli­ti­sche Schlüs­sel­stel­len für die wirk­sa­me Umset­zung der poli­ti­schen Zie­le der Regie­rung, die auf eine akti­ve Unter­stüt­zung sei­tens der betref­fen­den Amts­trä­ger ange­wie­sen ist 113. Die Beam­ten­ge­set­ze des Bun­des und der Län­der bil­den inso­weit den wohl maxi­mal zuläs­si­gen Rah­men der für die­se Trans­for­ma­ti­ons­funk­ti­on in Betracht kom­men­den Ämter ab, die den demo­kra­tisch gewähl­ten und ver­ant­wort­li­chen Orga­nen des Staa­tes direkt zur Sei­te gestellt sind. In die­sem Zusam­men­hang ist dar­auf hin­ge­wie­sen wor­den, dass auf der Ebe­ne des ein­fa­chen Bun­des­rechts (vgl. § 54 Abs. 1 Nr. 1 BBG) das Sta­tus­amt des Minis­te­ri­al­di­rek­tors bei einer obers­ten Bun­des­be­hör­de als Lei­ter einer Abtei­lung der­zeit eben­falls als poli­ti­sches Amt aus­ge­stal­tet ist. Einem Abtei­lungs­lei­ter in Bun­des­mi­nis­te­ri­en dürf­te jedoch eine – in Abgren­zung etwa zu rei­nen Amts­chefs oder ‑lei­tern – nur beschränk­te Trans­for­ma­ti­ons­auf­ga­be oblie­gen, er steht eher in einer admi­nis­tra­tiv-geset­zes­voll­zie­hen­den Linie im hier­ar­chi­schen Behör­den­auf­bau. Inso­fern könn­te durch­aus an eine Ver­gleich­bar­keit mit dem Kanz­ler nach bran­den­bur­gi­schem Hoch­schul­recht gedacht wer­den. Aber letzt­lich kann ein sol­cher Quer­ver­gleich mit Minis­te­ri­al­di­rek­to­ren des Bun­des dahin­ste­hen. Denn ver­ge­gen­wär­tigt man sich die noch zuletzt gezo­ge­nen engen Gren­zen für poli­ti­sche Beam­te 114, erscheint schon frag­lich, ob ein der­ar­ti­ger Ver­gleich für eine Locke­rung des Lebens­zeit­prin­zips des Kanz­lers strei­tet. Der Ein­satz­be­reich der poli­ti­schen Beam­ten muss auf den engs­ten Kreis unmit­tel­ba­rer Bera­ter der Trä­ger poli­ti­scher Ämter beschränkt blei­ben; nur hier kön­nen sie als not­wen­di­ger Brü­cken­kopf zwi­schen der poli­tisch ver­ant­wort­li­chen Spit­ze der Ver­wal­tung und dem sons­ti­gen Per­so­nal­kör­per begrif­fen wer­den.

Schließ­lich zeigt ein Blick auf die Beson­der­hei­ten ande­rer Sach­be­rei­che, dass eine Durch­bre­chung des Lebens­zeit­prin­zips durch­aus mit den Sach­ge­setz­lich­kei­ten der jewei­li­gen Auf­ga­ben­wahr­neh­mung gerecht­fer­tigt wer­den kann.

Sofern etwa Lan­des­hoch­schul­ge­set­ze die Beschäf­ti­gung von aka­de­mi­schen Mit­ar­bei­tern, denen Auf­ga­ben über­tra­gen wer­den, die auch der Erbrin­gung zusätz­li­cher wis­sen­schaft­li­cher Leis­tun­gen för­der­lich sind, im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit als Aka­de­mi­sche (Ober-)Rätin oder Aka­de­mi­scher (Ober-)Rat vor­se­hen (vgl. etwa § 44 Abs. 6 Hoch­schul­ge­setz Nord­rhein-West­fa­len 107; Art. 22 Abs. 3 Baye­ri­sches Hoch­schul­per­so­nal­ge­setz 115), ist dies von Ver­fas­sungs wegen nicht zu bean­stan­den. Die Auf­ga­be, die Inno­va­ti­ons­fä­hig­keit der Hoch­schu­len sicher­zu­stel­len und den wis­sen­schaft­li­chen Nach­wuchs sach­ge­recht zu för­dern, folgt aus Art. 5 Abs. 3 GG; die zeit­li­che Befris­tung der Beschäf­ti­gung ist hier­für ange­mes­sen 116.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 24. April 2018 – 2 BvL 10/​16

  1. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt I Num­mer 18
  2. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt I Sei­te 394
  3. BVerwG, Beschluss vom 23.06.2016 – 2 C 1.15
  4. GVBl I S. 26
  5. GVBl I Nr. 18
  6. vgl. Vier­tes Gesetz zur Ände­rung des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes vom 20.08.1998 [BGBl I S. 2190] und Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 28.08.2006 [BGBl I S.2034]
  7. GVBl I S. 446
  8. BVerfG, Beschluss vom 28.05.2008 – 2 BvL 11/​07
  9. VG Cott­bus, Urteil vom 21.04.2011 – 5 K 582/​10
  10. OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 13.11.2014 – 4 B 31.11
  11. BVerwG – 2 C 1.15
  12. BVerwG, Beschluss vom 23.06.2016 – 2 C 1.15
  13. VG Cott­bus, Beschluss vom 19.01.2017 – 4 L 477/​16
  14. OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Beschluss vom 20.02.2017 – 4 S 2.17
  15. BVerfGE 85, 191, 203; 108, 186, 209
  16. BVerfGE 105, 61, 67; 138, 1, 15 Rn. 41; 141, 1, 10 f. Rn. 22; stRspr
  17. vgl. BVerfGE 86, 71, 77 f.
  18. vgl. BVerw­GE 65, 167, 168 f.; 151, 36, 38 f. Rn. 11 ff.
  19. Gesetz zur Neu­re­ge­lung des bran­den­bur­gi­schen Besol­dungs­rechts und des bran­den­bur­gi­schen Beam­ten­ver­sor­gungs­rechts vom 20.11.2013 [GVBl I Nr. 32, S. 47 f.]
  20. vgl. BVerfGE 85, 329, 333 f.; 88, 187, 194; 131, 88, 118; 138, 64, 89 Rn. 75
  21. vgl. zu den Maß­stä­ben BVerfGE 54, 277, 299; 63, 131, 147 f.; 112, 164, 182 f.; Dol­lin­ger, in: Burkiczak/​Dollinger/​Schorkopf, BVerfGG, 2015, § 80 Rn. 58; Mora­di Kar­kaj, in: Bar­c­zak, BVerfGG, 2018, § 80 Rn. 28, 108
  22. BVerfGE 62, 354, 364; 78, 132, 143 f.; 121, 205, 218; vgl. Heun, AöR 122 [1997], S. 610, 623 m.w.N.; Dede­rer, in: Maunz/​Dürig, GG, Art. 100 Rn.200 ff. [Dez.2013]; Dol­lin­ger, in: Umbach/​Clemens/​Dollinger, BVerfGG, 2. Aufl.2005, § 81 Rn. 9 ff.
  23. vgl. BVerfGE 107, 218, 237 m.w.N.; 121, 205, 219; vgl. auch BVerfGE 8, 332, 343; 46, 97, 117; 58, 68, 76 f.; 83, 89, 98; 106, 225, 232; 117, 330, 344 f.; 117, 372, 379; ohne Bezug auf die Wei­ma­rer Reichs­ver­fas­sung BVerfGE 145, 1, 8 Rn. 16
  24. vgl. BVerfGE 117, 330, 344; 119, 247, 260; 139, 64, 110 f. Rn. 91 f.; 141, 56, 69 Rn. 33 f.
  25. BVerfGE 140, 240, 290 Rn. 101 m.w.N.
  26. vgl. BVerfGE 117, 330, 349
  27. vgl. BVerfGE 43, 177, 185; 114, 258, 286
  28. vgl. BVerfGE 8, 1, 16 f.; 11, 203, 210; 61, 43, 57 f.
  29. vgl. BVerfGE 117, 330, 348 f.; 117, 372, 379
  30. vgl. BVerfGE 3, 58, 137; 7, 155, 162; 70, 69, 79
  31. vgl. BVerfGE 8, 1, 16; 9, 268, 286; 15, 167, 195 m.w.N.
  32. vgl. BVerfGE 9, 268, 286; 44, 249, 265; 70, 251, 266; 71, 255, 268; 121, 205, 220; 141, 56, 71 Rn. 38
  33. zu alle­dem BVerfGE 121, 205, 221; 141, 56, 71 Rn. 38; stRspr
  34. BVerfGE 141, 56, 71 f. Rn. 39
  35. BVerfGE 121, 205, 222; vgl. auch Bay­VerfGH, Ent­schei­dung vom 24.10.2004 – Vf. 15-VII-01, Rn. 87; Bay­VerfGH, Ent­schei­dung vom 28.09.2016 – Vf.20-VII-15, Rn. 42
  36. vgl. BVerfGE 121, 205, 222 f.; Reich, Beam­ten­sta­tus­ge­setz, 2. Aufl.2012, § 4 Rn. 5
  37. vgl. BVerfGE 121, 205, 223 f.
  38. BVerfGE 7, 155, 163 ff.; 121, 205, 223
  39. vgl. nur Wich­mann, in: Wichmann/​Langer, Öffent­li­ches Dienst­recht, 8. Aufl.2017, Rn. 63
  40. vgl. BVerfGE 7, 155, 170; 120, 82, 117; BVerw­GE 56, 163, 163 f.; 81, 318, 320 ff.
  41. vgl. BVerfGE 7, 155, 166; 8, 332, 344 ff. mit Nach­wei­sen zu den his­to­ri­schen Grund­la­gen
  42. vgl. BVerfGE 7, 155, 166
  43. BVerfGE 121, 205, 223
  44. vgl. BVerfGE 35, 79, 116; 127, 87, 116; 136, 338, 363 Rn. 57; stRspr
  45. so schon BVerfGE 35, 79, 117; 127, 87, 116
  46. vgl. BVerfGE 111, 333, 355 f.; 127, 87, 116; 139, 148, 181 Rn. 65
  47. vgl. BVerfGE 35, 79, 116, 120
  48. vgl. BVerfGE 35, 79, 120
  49. vgl. BVerfGE 36, 174, 189; stRspr
  50. BVerfGE 111, 333, 354; 136, 338, 362 f. Rn. 56
  51. BVerfGE 111, 333, 355
  52. BVerfGE 111, 333, 355; 136, 338, 363 Rn. 57; 139, 148, 181 Rn. 65
  53. vgl. BVerfGE 70, 251, 268; BVerw­GE 109, 292, 293 f.; VGH Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 19.07.2017 – 4 S 1433/​17, Rn.20
  54. a.A. Wolff, ZBR 2017, S. 239, 241
  55. vgl. kri­tisch VGH Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 19.07.2017 – 4 S 1433/​17, Rn. 18 ff.; ähn­lich schon OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 13.11.2014 – 4 B 31.11, Rn. 38 ff.
  56. vgl. all­ge­mein Beth­ge, in: Isensee/​Kirchhof, HStR IX, 3. Aufl.2011, § 203 Rn. 91
  57. vgl. Schus­ter, in: Flä­mig u.a. [Hrsg.], Hand­buch des Wis­sen­schafts­rechts, 1982, S. 282 f.; Wahlers, ZBR 2010, S. 238, 239 f.; Heß, WissR 33 [2000], S. 332, 337; Brüg­gen, Der Kanz­ler der Hoch­schu­le, 2013, S. 13; Büg­geln, in: Hoff­mann [Hrsg.], 15 Jah­re Zen­trum für Rechts- und Ver­wal­tungs­wis­sen­schaf­ten an der Bran­den­bur­gi­schen Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät, 2017, S. 11 ff., 24 ff.
  58. HRG; BGBl I S. 185
  59. vgl. Dal­lin­ger, in: Dallinger/​Bode/​Dellian [Hrsg.], Hoch­schul­rah­men­ge­setz, 1978, § 58 Rn. 6; Nee­se, WissR 32 [1999], S. 10, 13
  60. vgl. Heß, WissR 33 [2000], S. 332, 338
  61. vgl. Thie­me, Deut­sches Hoch­schul­recht, 3. Aufl.2004, Rn. 554
  62. vgl. Gär­ditz, Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on und ver­wal­tungs­recht­li­che Sys­tem­bil­dung, 2009, S. 541, 544; Heß, WissR 33 [2000], S. 332, 338 f.; Breit­bach, WissR Bei­heft 15 [2005], S. 119, 126
  63. vgl. Lud­wig, WissR 17 [1984], S. 24, 24
  64. vgl. Lud­wig, WissR 17 [1984], S. 24, 44; Nee­se, WissR 32 [1999], S. 10, 16
  65. vgl. Gär­ditz, Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on und ver­wal­tungs­recht­li­che Sys­tem­bil­dung, 2009, S. 540; Breit­bach, WissR Bei­heft 15 [2005], S. 119, 120
  66. vgl. Horst/​Bußmann, in: Fest­schrift für Die­ter Leu­ze, 2003, S. 291, 293; Horst/​Neyses, in: Gedächt­nis­schrift für Peter J. Tet­tin­ger, 2007, S. 431, 435
  67. vgl. schon Scheven/​Pelzner, WissR 6 [1973], S. 44, 52
  68. vgl. Horst/​Neyses, in: Gedächt­nis­schrift für Peter J. Tet­tin­ger, 2007, S. 431, 435
  69. hier­zu kon­kret Lud­wig, WissR 17 [1984], S. 24, 25 m.w.N.; Wahlers, ZBR 2010, S. 238, 240 Fn.19
  70. vgl. jeweils auch die Grund­ord­nung für die Bran­den­bur­gi­sche Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Cott­bus-Senf­ten­berg vom 08.01.2016 [Amtl. Mit­tei­lungs­blatt der BTU Cott­bus-Senf­ten­berg 01/​2016]
  71. vgl. Sand­ber­ger, WissR 44 [2011], S. 118, 139
  72. vgl. Knopp, in: Knopp/​Peine/​Topel, Bran­den­bur­gi­sches Hoch­schul­ge­setz, 3. Aufl.2018, § 65 Rn. 18
  73. vgl. schon LTDrucks 2/​5977, S. 1
  74. vgl. LTDrucks 2/​5977, S. 1, 67; LTDrucks 4/​6419, S. 97
  75. vgl. LTDrucks 2/​5977, S. 76
  76. vgl. Knopp, in: Knopp/​Peine/​Topel, Bran­den­bur­gi­sches Hoch­schul­ge­setz, 3. Aufl.2018, § 67 Rn. 14; Sand­ber­ger, WissR 44 [2011], S. 118, 148
  77. BVerwG, Beschluss vom 23.06.2016 – 2 C 1.15, Rn. 84; a.A. Sand­ber­ger, WissR 44 [2011], S. 118, 148
  78. BVerfGE 136, 338, 363 Rn. 57
  79. BVerfGE 139, 148, 181 f. Rn. 65
  80. BVerfGE 136, 338, 364 Rn. 59
  81. BVerfGE 136, 338, 365 Rn. 60
  82. BVerfGE 136, 338, 365 Rn. 60; vgl. BVerfGE 139, 148, 183 Rn. 68; VerfGH Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 14.11.2016 – 1 VB 16/​15, Rn. 89
  83. vgl. BVerfGE 136, 338, 367 f. Rn. 65; 139, 148, 181 Rn. 65
  84. vgl. schon BVerfGE 111, 333, 356 f.
  85. vgl. BVerfGE 136, 338, 375 f. Rn. 82
  86. vgl. Gär­ditz, Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on und ver­wal­tungs­recht­li­che Sys­tem­bil­dung, 2009, S. 542; Jabu­rek, ZBR 2016, S. 236, 236 f.
  87. vgl. Schus­ter, in: Flä­mig u.a. [Hrsg.], Hand­buch des Wis­sen­schafts­rechts, 1982, S. 295; Sand­ber­ger, WissR 44 [2011], S. 118, 148
  88. vgl. Büg­geln, in: Hoff­mann [Hrsg.], 15 Jah­re Zen­trum für Rechts- und Ver­wal­tungs­wis­sen­schaf­ten an der Bran­den­bur­gi­schen Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät, 2017, S. 30; Sand­ber­ger, WissR 44 [2011], S. 118, 149
  89. vgl. BVerfGE 9, 268, 286; 39, 334, 346 f.
  90. vgl. Horst/​Bußmann, in: Fest­schrift für Die­ter Leu­ze, 2003, S. 291, 293
  91. vgl. BVerfGE 39, 334, 346 f.
  92. vgl. Gär­ditz, Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on und ver­wal­tungs­recht­li­che Sys­tem­bil­dung, 2009, S. 542 f.; Wal­lerath, WissR 37 [2004], S.203, 218
  93. vgl. LTDrucks 2/​5977, S. 1
  94. vgl. schon BVerw­GE 109, 292, zur Zuläs­sig­keit der Ver­set­zung eines Uni­ver­si­täts­kanz­lers
  95. vgl. BVerfGE 136, 338, 365 Rn. 60; 139, 148, 183 Rn. 68
  96. vom 23.05.2006, GVBl S. 245, zuletzt geän­dert durch Gesetz vom 19.12 2017, GVBl S. 568; ver­tie­fend dazu Geis, in: Geis, Hoch­schul­recht im Frei­staat Bay­ern, 2. Aufl.2017, S. 392 f.
  97. in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 25.01.2011,GVOBl S. 18, zuletzt geän­dert durch Gesetz vom 11.07.2016, GVOBl S. 550, 557
  98. vgl. schon BVerw­GE 109, 292
  99. vgl. BVerfGE 54, 277, 299; 63, 131, 147 f.; 112, 164, 182 f.
  100. vgl. auch Lud­wig, WissR 17 [1984], S. 24, 30; Gär­ditz, WissR 49 [2016], S. 97, 131
  101. vgl. BVerfGE 111, 333, 364, eben­falls zum bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­recht
  102. vgl. Wich­mann, in: Wichmann/​Langer, Öffent­li­ches Dienst­recht, 8. Aufl.2017, Rn. 73 m.w.N.
  103. vgl. BVerfGE 7, 155, 163 ff.; 121, 205, 223
  104. BVerfGE 107, 59, 87 f. m.w.N.; dies gilt unge­ach­tet des Umstands, dass Kom­mu­nal­ver­tre­tun­gen kei­ne Par­la­men­te im enge­ren staats­recht­li­chen Sin­ne sind, vgl. BVerfGE 120, 80, 112
  105. vgl. VerfGH Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 14.11.2016 – 1 VB 16/​15, Rn. 90; Gär­ditz, WissR 49 [2016], S. 97, 106; ders., DVBl 2014, S. 1127, 1134 f.; a.A. Ennu­schat, RdJB 2017, S. 34, 37
  106. vom 01.01.2005, GBl S. 1, zuletzt geän­dert durch Gesetz vom 07.11.2017, GBl S. 584
  107. vom 16.09.2014, GV.NRW. S. 547, zuletzt geän­dert durch Gesetz vom 17.10.2017, GV.NRW. S. 806
  108. vgl. VerfGH Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 14.11.2016 – 1 VB 16/​15, Rn. 93 ff.; VGH Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 19.07.2017 – 4 S 1433/​17, Rn. 14
  109. vgl. unter Beto­nung der Ähn­lich­keit zu einem poli­ti­schen Wahl­amt in Nord­rhein-West­fa­len: Gär­ditz, WissR 49 [2016], S. 97, 131
  110. vgl. Gär­ditz, WissR 49 [2016], S. 97, 131
  111. vgl. OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 13.11.2014 – 4 B 31.11, Rn. 48
  112. vgl. hier­zu Schus­ter, in: Flä­mig u.a. [Hrsg.], Hand­buch des Wis­sen­schafts­rechts, 1982, S. 290
  113. vgl. BVerw­GE 19, 332, 336; zuletzt Stein­bach, ZBR 2017, S. 335, 336 f.
  114. vgl. BVerfGE 121, 205, 232
  115. vom 23.05.2006, GVBl S. 230, zuletzt geän­dert durch Gesetz vom 13.12 2016, GVBl S. 369
  116. vgl. zu Arbeits­ver­hält­nis­sen BVerfGE 94, 268, 286; umfas­sen­der: Bay­VerfGH, Ent­schei­dung vom 28.09.2016 – Vf.20-VII-15, Rn. 52; OVG NRW, Beschluss vom 02.07.2015 – 6 B 462/​15; BayVGH, Beschluss vom 25.11.2016 – 3 ZB 15.1921