Der Hoch­schul­kanz­ler auf Zeit

Die Rege­lun­gen des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes zum Hoch­schul­kanz­ler auf Zeit sind ver­fas­sungs­wid­rig.

Der Hoch­schul­kanz­ler auf Zeit

§ 67 Absatz 2 Satz 3 Halb­satz 1 des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes in der Fas­sung vom 28.04.2014 1 und § 67 Absatz 2 Satz 3 Halb­satz 1, § 93 Absatz 2 des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes in Ver­bin­dung mit § 68 Absatz 4 des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.07.2004 2 sind mit Arti­kel 33 Absatz 5 des Grund­ge­set­zes unver­ein­bar und nich­tig.

Das Lebens­zeit­prin­zip als her­ge­brach­ter Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums schützt nicht nur den Grund­sta­tus des Beam­ten auf Lebens­zeit, son­dern auch das ihm jeweils über­tra­ge­ne sta­tus­recht­li­che Amt. Der mit dem Lebens­zeit­ver­hält­nis gewähr­ten Unent­zieh­bar­keit des sta­tus­recht­li­chen Amts kommt grund­le­gen­de Bedeu­tung zu, weil sie dem Beam­ten gera­de bei der Aus­übung des über­tra­ge­nen Amts die im Inter­es­se sei­ner Bin­dung an Gesetz und Recht erfor­der­li­che Unab­hän­gig­keit sichert.

Bestimm­te Beam­ten­ver­hält­nis­se sind tra­di­ti­ons­ge­mäß aus dem geschütz­ten Kern­be­reich des Art. 33 Abs. 5 GG her­aus­ge­nom­men und als Durch­bre­chun­gen des Lebens­zeit­prin­zips aner­kannt.

Die Aus­ge­stal­tung eines Beam­ten­ver­hält­nis­ses auf Zeit kann als Ein­griff in das von Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­te Lebens­zeit­prin­zip nur mit Blick auf die Beson­der­hei­ten des betrof­fe­nen Sach­be­reichs und der damit ver­bun­de­nen Auf­ga­ben­wahr­neh­mung gerecht­fer­tigt wer­den.

Ob beson­de­re aus der betrof­fe­nen Stel­lung und deren Auf­ga­ben­spek­trum fol­gen­de Sach­ge­setz­lich­kei­ten eine Aus­nah­me vom Grund­satz der lebens­zei­ti­gen Anstel­lung und Über­tra­gung aller sta­tus­recht­li­chen Ämter erfor­der­lich machen, ist kei­ner gene­ra­li­sie­ren­den Beant­wor­tung zugäng­lich, son­dern bedarf einer kon­kre­ten, alle erheb­li­chen Gesichts­punk­te berück­sich­ti­gen­den Bewer­tung der jewei­li­gen Rege­lungs­struk­tur im Ein­zel­fall. Dabei sind nicht nur etwai­ge wei­te­re grund­recht­li­che oder grund­rechts­glei­che Posi­tio­nen in Aus­gleich zu brin­gen, son­dern auch die ande­ren, von Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­ten beam­ten­recht­li­chen Struk­tur­prin­zi­pi­en.

Aus der Stel­lung des Hoch­schul­kanz­lers nach bran­den­bur­gi­schem Hoch­schul­recht und des­sen Auf­ga­ben­spek­trum fol­gen kei­ne beson­de­ren Sach­ge­setz­lich­kei­ten, die eine Aus­nah­me vom Grund­satz der lebens­zei­ti­gen Anstel­lung und Über­tra­gung des sta­tus­recht­li­chen Amtes erfor­der­lich machen.

Die nor­ma­ti­ve Orga­ni­sa­ti­ons- und Struk­tur­ent­schei­dung des bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz­ge­bers für eine star­ke mono­kra­ti­sche Lei­tungs­po­si­ti­on des Hoch­schul­prä­si­den­ten ist zwar nicht zu bean­stan­den, kann aber die Durch­bre­chung des Lebens­zeit­prin­zips nicht recht­fer­ti­gen. Die Zu- und Unter­ord­nung des Hoch­schul­kanz­lers zur Ver­ant­wor­tungs­sphä­re des Hoch­schul­prä­si­den­ten ist kein hin­rei­chen­der Sach­grund für die Beru­fung des Kanz­lers in ein Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit.

Der Hoch­schul­kanz­ler in der kon­kre­ten Aus­ge­stal­tung nach bran­den­bur­gi­schem Hoch­schul­recht ist weder mit kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten noch mit poli­ti­schen Beam­ten ver­gleich­bar.

Das Lebens­zeit­prin­zip als grund­ge­setz­lich geschütz­ter her­ge­brach­ter Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums beinhal­tet nicht nur die grund­sätz­li­che Anstel­lung der Beam­ten auf Lebens­zeit, son­dern auch die lebens­zei­ti­ge Über­tra­gung des jewei­li­gen Amtes. Der Unent­zieh­bar­keit die­ses soge­nann­ten sta­tus­recht­li­chen Amts kommt grund­le­gen­de Bedeu­tung zu, weil sie den Beam­ten die im Inter­es­se ihrer Bin­dung an Gesetz und Recht erfor­der­li­che Unab­hän­gig­keit sichert. Vor die­sem Hin­ter­grund hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt auf eine Vor­la­ge­fra­ge des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts hin fest­ge­stellt, dass die Vor­schrif­ten des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­rechts, wel­che eine Beru­fung von Hoch­schul­kanz­lern in ein Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit vor­se­hen, gegen die Ver­fas­sung ver­sto­ßen. Zur Begrün­dung hat er ange­führt, dass die Aus­ge­stal­tung eines Beam­ten­ver­hält­nis­ses auf Zeit als Ein­griff in das Lebens­zeit­prin­zip nur mit Blick auf die Beson­der­hei­ten des betrof­fe­nen Sach­be­reichs und der damit ver­bun­de­nen Auf­ga­ben­wahr­neh­mung gerecht­fer­tigt wer­den kann. Im Rah­men der kon­kre­ten Bewer­tung der bran­den­bur­gi­schen Rege­lun­gen hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt kei­ne beson­de­ren Sach­ge­setz­lich­kei­ten iden­ti­fi­zie­ren kön­nen, die eine Aus­nah­me vom Grund­satz der lebens­zei­ti­gen Anstel­lung und Über­tra­gung des sta­tus­recht­li­chen Amtes erfor­der­lich machen. Ins­be­son­de­re ist die Zu- und Unter­ord­nung des Hoch­schul­kanz­lers zur Ver­ant­wor­tungs­sphä­re des Hoch­schul­prä­si­den­ten kein hin­rei­chen­der Sach­grund für die Beru­fung in ein Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit und der Kanz­ler nicht mit poli­ti­schen Beam­ten oder kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten ver­gleich­bar.

Die bran­den­bur­gi­schen Rege­lun­gen[↑]

Die Vor­la­ge des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts 3, über die das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hier ent­schie­den hat, betrifft die Fra­ge, ob die Ver­ga­be des Amtes eines Hoch­schul­kanz­lers im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit gemäß Bran­den­bur­gi­schem Hoch­schul­ge­setz mit dem in Art. 33 Abs. 5 GG ver­an­ker­ten Lebens­zeit­prin­zip ver­ein­bar ist.

Das Beam­ten­ge­setz für das Land Bran­den­burg (Lan­des­be­am­ten­ge­setz – LBG) vom 03.04.2009 4 ent­hält ledig­lich all­ge­mei­ne Bestim­mun­gen zum Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit, ins­be­son­de­re den for­mel­len Geset­zes­vor­be­halt zur wei­te­ren gesetz­li­chen Bestim­mung der Fäl­le und Vor­aus­set­zun­gen der Ernen­nung von Beam­ten auf Zeit. Die kon­kre­te Aus­ge­stal­tung des Hoch­schul­kanz­ler­amts ist dem Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz (BbgHG) vom 28.04.2014 5 über­las­sen.

In den ein­zel­nen Län­dern wur­den nach Auf­he­bung bezie­hungs­wei­se Ände­rung frü­he­rer rah­men­ge­setz­ge­be­ri­scher Vor­ga­ben 6 viel­fäl­ti­ge hoch­schul- wie beam­ten­recht­li­che Rege­lun­gen zum Hoch­schul­kanz­ler getrof­fen. Wäh­rend mit Bay­ern und Meck­len­burg-Vor­pom­mern bis­lang nur zwei Län­der die Bestel­lung des Hoch­schul­kanz­lers im Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit vor­se­hen, hat sich die Mehr­heit der Län­der für eine Aus­ge­stal­tung im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ent­schie­den, wobei sowohl Amts­zeit als auch Bestel­lungs- bezie­hungs­wei­se Wahl­mo­dus unter­schied­lich aus­fal­len. Dane­ben ken­nen die­se Län­der zumeist die Mög­lich­keit der Beschäf­ti­gung des Kanz­lers im befris­te­ten Ange­stell­ten­ver­hält­nis. Die Viel­falt der jewei­li­gen Lan­des­re­ge­lun­gen spie­gelt sich in den mit­un­ter vor­ge­se­he­nen Moda­li­tä­ten von Wahl und Abwahl des Kanz­lers durch ver­schie­de­ne Wahl­or­ga­ne.

Der Aus­gangs­sach­ver­halt[↑]

Der 1954 gebo­re­ne Klä­ger des ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Aus­gangs­ver­fah­rens (im Fol­gen­den: Hoch­schul­kanz­ler) trat 1984 in die Finanz­ver­wal­tung des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len im Beam­ten­ver­hält­nis auf Pro­be ein, wur­de 1988 zum Beam­ten auf Lebens­zeit ernannt und nach sei­nem Wech­sel in den Dienst des Lan­des Bran­den­burg 1997 zum Abtei­lungs­di­rek­tor (Besol­dungs­grup­pe B 2) beför­dert. Ab Juli 2004 wur­de er beim Minis­te­ri­um der Finan­zen im Amt eines Minis­te­ri­al­rats ver­wen­det. Nach­dem er auf sei­ne Bewer­bung für die Stel­le des Kanz­lers der Bran­den­bur­gi­schen Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Cott­bus – der Rechts­vor­gän­ge­rin der im Aus­gangs­ver­fah­ren bei­gela­de­nen Hoch­schu­le – aus­ge­wählt wor­den war, ord­ne­te ihn das Minis­te­ri­um mit Wir­kung ab Janu­ar 2005 dort­hin ab. Im März 2005 bestell­te der Prä­si­dent der Hoch­schu­le den Hoch­schul­kanz­ler zum Kanz­ler der Hoch­schu­le. Zugleich wur­de der Hoch­schul­kanz­ler von der Minis­te­rin für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur im Namen des Lan­des Bran­den­burg unter Beru­fung in das Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit für die Dau­er von sechs Jah­ren zum Kanz­ler ernannt und unter Über­tra­gung die­ses Amtes in eine Plan­stel­le der Besol­dungs­grup­pe B 2 ein­ge­wie­sen. Das Minis­te­ri­um der Finan­zen teil­te dem Hoch­schul­kanz­ler im Juli 2005 unter Beru­fung auf § 93 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 LBG in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 08.10.1999 7 mit, dass er wegen sei­ner Ernen­nung zum Beam­ten auf Zeit mit Ablauf des 28.02.2005 kraft Geset­zes aus dem Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit ent­las­sen sei.

Im Juni 2010 bean­trag­te der Hoch­schul­kanz­ler die erneu­te, unbe­fris­te­te Bestel­lung zum Kanz­ler und berief sich zur Begrün­dung auf den Beschluss des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 28.05.2008 8 zur Unzu­läs­sig­keit einer Ver­be­am­tung auf Zeit bei Füh­rungs­äm­tern. Der Prä­si­dent der Hoch­schu­le bestell­te ihn dar­auf­hin erneut zum Kanz­ler, aus sei­ner Sicht "ohne Ein­schrän­kun­gen, soweit zuläs­sig". Zugleich lei­te­te er den Antrag des Hoch­schul­kanz­lers an das zustän­di­ge Minis­te­ri­um mit der Bit­te um Bestä­ti­gung der Fort­füh­rung bezie­hungs­wei­se erneu­ten Begrün­dung des Beam­ten­ver­hält­nis­ses wei­ter. Das Minis­te­ri­um lehn­te es ab, die Bestel­lung zum Kanz­ler zu bestä­ti­gen. Es for­der­te den Prä­si­den­ten auf, die Stel­le aus­zu­schrei­ben und ein Aus­wahl­ver­fah­ren durch­zu­füh­ren, und wies dar­auf hin, dass eine unbe­fris­te­te Bestel­lung zum Kanz­ler unzu­läs­sig sei.

Nach Aus­schrei­bung der Stel­le und Durch­füh­rung eines Aus­wahl­ver­fah­rens gab der Prä­si­dent der Hoch­schu­le mit Ver­fü­gung vom Okto­ber 2010 die erneu­te Bestel­lung des Hoch­schul­kanz­lers zum Kanz­ler bekannt. Mit Wir­kung vom 01.03.2011 ernann­te ihn die Minis­te­rin für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur erneut unter Beru­fung in das Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit für die Dau­er von sechs Jah­ren zum Kanz­ler der Hoch­schu­le. Der Hoch­schul­kanz­ler wur­de wie­der­um unter Über­tra­gung die­ses Amtes in eine Plan­stel­le der Besol­dungs­grup­pe B 2 ein­ge­wie­sen. Nach Errich­tung der jet­zi­gen Bran­den­bur­gi­schen Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Cott­bus-Senf­ten­berg und Ände­rung des Bran­den­bur­gi­schen Besol­dungs­ge­set­zes ernann­te die Minis­te­rin für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur ihn am 26.07.2013 unter Fort­dau­er des Beam­ten­ver­hält­nis­ses auf Zeit zum Kanz­ler der Hoch­schu­le. Zugleich wur­de ihm unter Fort­dau­er des Beam­ten­ver­hält­nis­ses auf Zeit bis zum Ende sei­ner Amts­zeit mit Ablauf des 28.02.2017 die­ses Amt über­tra­gen und er mit Wir­kung vom 01.07.2013 in eine Plan­stel­le der Besol­dungs­grup­pe B 3 ein­ge­wie­sen.

Die zum Ver­wal­tungs­ge­richt Cott­bus erho­be­ne Kla­ge wur­de mit Urteil vom 21.04.2011 9 abge­wie­sen. Der Hoch­schul­kanz­ler hat­te begehrt, das Land Bran­den­burg zu ver­pflich­ten, mit ihm spä­tes­tens mit Wir­kung zum 1.03.2011 ein Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit als Kanz­ler der betrof­fe­nen Hoch­schu­le zu begrün­den; hilfs­wei­se hat­te er einen ent­spre­chen­den Beschei­dungs­an­trag gestellt.

In der – zuge­las­se­nen – Beru­fung hielt der Hoch­schul­kanz­ler an sei­ner Ein­schät­zung der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der ein­schlä­gi­gen Rege­lung des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes fest.

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg wies die Beru­fung mit Urteil vom 13.11.2014 zurück 10. Die maß­geb­li­che Vor­schrift zur Bestel­lung des Hoch­schul­kanz­lers im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit sei nicht ver­fas­sungs­wid­rig. Die kon­kre­te gesetz­li­che Aus­ge­stal­tung sei durch Beson­der­hei­ten des Sach­be­reichs gerecht­fer­tigt, die zudem mit dem Amt des Hoch­schul­kanz­lers auf einen eng begrenz­ten Aus­nah­me­be­reich beschränkt sei­en. Maß­geb­lich sei das Macht- und Kom­pe­tenz­ge­fü­ge zwi­schen Prä­si­dent und Kanz­ler. Hier­mit sei das Erfor­der­nis eines engen Ver­trau­ens­ver­hält­nis­ses zwi­schen bei­den ver­bun­den, zu des­sen Siche­rung die Begren­zung der Amts­zeit geeig­net sei. Denn der bran­den­bur­gi­sche Lan­des­hoch­schul­ge­setz­ge­ber habe sich für eine domi­nan­te Posi­ti­on des Prä­si­den­ten als mono­kra­ti­schem Hoch­schul­lei­tungs­or­gan ent­schie­den, die nicht durch einen Kanz­ler als Ver­wal­tungs­lei­ter kon­ter­ka­riert wer­den dür­fe, der auf­grund sei­nes Lebens­zeit­be­am­ten­sta­tus in der Lage sei, ein struk­tu­rel­les Gegen­ge­wicht zum Prä­si­den­ten zu bil­den. Die Rege­lung sei auch erfor­der­lich, wie ein Blick auf die Kon­se­quen­zen eines etwai­gen Kon­flikt­fal­les zei­ge; ande­ren­falls droh­ten der Hoch­schu­le admi­nis­tra­ti­ve Blo­cka­de und Leer­lau­fen hoch­schul­po­li­ti­scher, durch den Prä­si­den­ten der Uni­ver­si­tät vor­ge­ge­be­ner Pro­jekt­vor­ha­ben. Die­ses Ergeb­nis ste­he in Über­ein­stim­mung mit den vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt aner­kann­ten Refe­renz­grup­pen der kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten und der poli­ti­schen Beam­ten.

Im Revi­si­ons­ver­fah­ren vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt 11 berief sich der Hoch­schul­kanz­ler wei­ter­hin auf eine Ver­let­zung des Lebens­zeit­prin­zips. Es bestehe für den Kanz­ler nach bran­den­bur­gi­schem Hoch­schul­recht ein Abhän­gig­keits­me­cha­nis­mus vom Hoch­schul­prä­si­den­ten, der eine unab­hän­gi­ge Amts­füh­rung des Kanz­lers nicht zulas­se. Anders als der eben­falls im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit bestell­te Prä­si­dent oblie­ge dem Kanz­ler die Erle­di­gung klas­si­scher Ver­wal­tungs­auf­ga­ben, er sei sozu­sa­gen das finan­zi­el­le Gewis­sen der Uni­ver­si­tät. Er sei nicht zur hoch­schul­po­li­ti­schen Tätig­keit beru­fen, son­dern allein pro­fes­sio­nel­ler Sach­lich­keit, Geset­zes­treue und öko­no­mi­scher Ver­nunft ver­pflich­tet. Müs­se er sich nach nur weni­gen Jah­ren Amts­zeit immer wie­der der exis­ten­ti­el­len Aus­nah­me­si­tua­ti­on eines stark vom jewei­li­gen Gut­dün­ken der Hoch­schul­lei­tung abhän­gi­gen Aus­wahl­ver­fah­rens stel­len, kön­ne dies – auch unbe­wusst – Ein­fluss auf die unab­hän­gi­ge und allein nach Sach­ge­sichts­punk­ten aus­ge­rich­te­te Amts­füh­rung als Lei­ter der Ver­wal­tung haben. Denn nach Been­di­gung der Amts­zeit und der damit ein­her­ge­hen­den Ent­las­sung aus dem Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ste­he der Kanz­ler nach aktu­el­ler Geset­zes­la­ge ohne Anspruch auf Über­nah­me in den Lan­des­dienst da. Die frü­her – und auch noch für den hier kla­gen­den Hoch­schul­kanz­ler – gel­ten­de Rege­lung eines gebun­de­nen Über­nah­me­an­spruchs ände­re hier­an nichts, da sich der Anspruch nicht auf ein dem Kanz­ler­amt ver­gleich­ba­res Sta­tus­amt rich­te.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat mit Beschluss vom 23.06.2016 das Ver­fah­ren aus­ge­setzt und dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Fra­ge vor­ge­legt, ob § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1 BbgHG gegen Art. 33 Abs. 5 GG ver­sto­ße 12. Es hält die Aus­ge­stal­tung des Hoch­schul­kanz­ler­am­tes im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit für eine Aus­nah­me vom grund­ge­setz­lich geschütz­ten Lebens­zeit­prin­zip. Die­se Aus­nah­me sei jedoch nicht durch Beson­der­hei­ten des betrof­fe­nen Sach­be­reichs und der damit ver­bun­de­nen Auf­ga­ben­wahr­neh­mung gerecht­fer­tigt. In einem ers­ten Schritt schei­de eine Recht­fer­ti­gung unter Beru­fung auf die his­to­ri­sche Ent­wick­lung des Kanz­ler­amts, auch im bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­recht selbst, aus. Fer­ner kön­ne das vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt ange­nom­me­ne beson­de­re Ver­trau­ens­ver­hält­nis zwi­schen Prä­si­dent und Kanz­ler die Aus­nah­me nicht tra­gen. Dies gel­te nicht zuletzt nach einem Ver­gleich mit den Refe­renz­grup­pen der kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten und der poli­ti­schen Beam­ten. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt weist schließ­lich eine Recht­fer­ti­gung unter Rück­griff auf die in Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG ver­an­ker­te Hoch­schul­au­to­no­mie zurück.

Im Hin­blick auf sei­ne zum 28.02.2017 enden­de Amts­zeit als Kanz­ler der im ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren bei­gela­de­nen Hoch­schu­le streng­te der Hoch­schul­kanz­ler bereits im Som­mer 2016 ein einst­wei­li­ges Rechts­schutz­ver­fah­ren vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Cott­bus mit dem Ziel an, vor­läu­fig ab dem 1.03.2017 zum Kanz­ler der Hoch­schu­le in einem Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ernannt zu wer­den. Das Begeh­ren blieb vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt 13 und dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt 14 ohne Erfolg. Seit März 2017 befin­det sich der Hoch­schul­kanz­ler nach Inan­spruch­nah­me der für ihn gemäß § 93 Abs. 2 BbgHG in Ver­bin­dung mit § 68 Abs. 4 Satz 2 BbgHG a.F. noch anwend­ba­ren Rück­über­nah­me­re­ge­lung (wie­der) in der dienst­recht­li­chen Stel­lung als Beam­ter auf Lebens­zeit der Besol­dungs­grup­pe B 2. Er ist der­zeit an der im Aus­gangs­ver­fah­ren bei­gela­de­nen Hoch­schu­le als Direk­tor am Zen­trum für Rechts- und Ver­wal­tungs­wis­sen­schaf­ten tätig.

Zuläs­sig­keit der Vor­la­ge des BVerwG[↑]

Die Vor­la­ge ist zuläs­sig. Der Vor­la­ge­be­schluss wird den sich aus Art. 100 Abs. 1 GG und § 80 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG erge­ben­den Anfor­de­run­gen gerecht. Die Vor­la­ge­fra­ge ist zu erwei­tern.

Das vor­le­gen­de Gericht hat aus­ge­hend von den sich aus Art. 100 Abs. 1 GG und § 80 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG erge­ben­den Maß­stä­ben sowohl die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der vor­ge­leg­ten Rechts­fra­ge dar­ge­legt als auch eine hin­rei­chen­de Über­zeu­gung von der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der zur Prü­fung gestell­ten Norm gewon­nen.

Ein Gericht muss nach Art. 100 Abs. 1 Satz 1 Alt. 2 GG in Ver­bin­dung mit § 80 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG das Ver­fah­ren aus­set­zen und die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ein­ho­len, wenn es eine gesetz­li­che Vor­schrift, auf deren Gül­tig­keit es bei der Ent­schei­dung ankommt, für ver­fas­sungs­wid­rig hält. Es muss dar­le­gen, inwie­fern sei­ne Ent­schei­dung von der Gül­tig­keit der zur Prü­fung gestell­ten Nor­men abhängt. Die­se Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit muss im Zeit­punkt der Ent­schei­dung durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt noch gege­ben sein 15. Sie ist dann zu beja­hen, wenn die Ent­schei­dung bei Gül­tig­keit des for­mel­len Geset­zes anders aus­fie­le als bei des­sen Ungül­tig­keit. Dabei ist für die Beur­tei­lung der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit grund­sätz­lich die Rechts­auf­fas­sung des vor­le­gen­den Gerichts maß­geb­lich, sofern die­se nicht offen­sicht­lich unhalt­bar ist 16. Fer­ner muss das Gericht sei­ne Über­zeu­gung von der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Norm näher dar­le­gen und deut­lich machen, mit wel­chem ver­fas­sungs­recht­li­chen Grund­satz die zur Prü­fung gestell­te Rege­lung sei­ner Ansicht nach nicht ver­ein­bar ist. Dazu bedarf es einer Aus­ein­an­der­set­zung mit nahe lie­gen­den tat­säch­li­chen und recht­li­chen Gesichts­punk­ten sowie einer Recht­spre­chung und Schrift­tum ein­be­zie­hen­den Dar­stel­lung der Rechts­la­ge. Die Dar­le­gun­gen zur Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der zur Prü­fung gestell­ten Nor­men müs­sen den ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fungs­maß­stab dabei nicht nur benen­nen, son­dern auch die für die Über­zeu­gung des Gerichts maß­ge­ben­den Erwä­gun­gen nach­voll­zieh­bar erken­nen las­sen 17.

Der Vor­la­ge­be­schluss genügt den Anfor­de­run­gen an die Dar­le­gung der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit.

Dar­ge­stellt wird – jeweils aus­ge­hend von der Rechts­auf­fas­sung des vor­le­gen­den Gerichts – die Bedeu­tung des ange­grif­fe­nen § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1 BbgHG für die kon­kre­te Ent­schei­dung, und zwar sowohl für den Fall der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit als auch der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Norm.

Es sind aktu­ell zum maß­geb­li­chen Zeit­punkt kei­ne Umstän­de ersicht­lich, die die Mög­lich­keit nahe­le­gen, dass das vor­le­gen­de Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt den Rechts­streit ent­schei­den könn­te, ohne die frag­li­che Norm anzu­wen­den. Dem steht nicht ent­ge­gen, dass der Hoch­schul­kanz­ler mit Ablauf sei­ner (zwei­ten) Amts­zeit zum 28.02.2017 nicht mehr als Kanz­ler der im fach­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren bei­gela­de­nen Hoch­schu­le tätig ist, son­dern nun­mehr (wie­der­um) als Beam­ter auf Lebens­zeit der Besol­dungs­grup­pe B 2, kon­kret als Direk­tor im Zen­trum für Rechts- und Ver­wal­tungs­wis­sen­schaf­ten. Zwar wird sich für das vor­le­gen­de Gericht nach Wie­der­auf­nah­me des zur Nor­men­kon­trol­le aus­ge­setz­ten Revi­si­ons­ver­fah­rens die Fra­ge stel­len, ob der Hoch­schul­kanz­ler ange­sichts der ein­ge­tre­te­nen Ände­rung der Sach­la­ge sei­ne bis­lang gestell­ten (Ver­pflich­tungs- und Bescheidungs-)Anträge unver­än­dert auf­recht­erhal­ten kann. Gege­be­nen­falls wird ihm hier Gele­gen­heit zu geben sein, durch Über­gang auf die Fort­set­zungs­fest­stel­lungs­kla­ge (§ 113 Abs. 5 VwGO ana­log) 18 den ver­än­der­ten Sach­um­stän­den Rech­nung zu tra­gen.

Auch die Tat­sa­che, dass selbst bei Ver­fas­sungs­wid­rig­keit des § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1 BbgHG kei­ne ande­re Rechts­grund­la­ge für die Bestel­lung des Hoch­schul­kanz­lers als Kanz­ler im Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit erkenn­bar wäre, führt zu kei­nem ande­ren Ergeb­nis. Dem Hoch­schul­kanz­ler könn­te in die­sem Fall jeden­falls der hilfs­wei­se gel­tend gemach­te Anspruch auf Neu­be­schei­dung sei­nes Begeh­rens zuste­hen. Ent­fie­le das Gebot der Ernen­nung des Hoch­schul­kanz­lers zum Beam­ten auf Zeit, grif­fe der – aus dem Lebens­zeit­prin­zip des Art. 33 Abs. 5 GG fol­gen­de – Grund­satz, dass das Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit die Regel­form des Beam­ten­ver­hält­nis­ses ist (§ 4 Abs. 1 Satz 2 BeamtStG). Hin­zu kommt, dass das Besol­dungs­ge­setz 19 das Amt des Kanz­lers oder der Kanz­le­rin der betref­fen­den Hoch­schu­le in die Besol­dungs­grup­pe B 2 ein­ord­net, mit­hin selbst von der Bestel­lung eines Kanz­lers oder einer Kanz­le­rin im Beam­ten­ver­hält­nis aus­geht, und zwar unbe­scha­det der nach § 67 Abs. 2 Satz 2 BbgHG vor­ge­se­he­nen Mög­lich­keit der Aus­übung des Kanz­ler­amts im Ange­stell­ten­ver­hält­nis.

Zum ande­ren greift das Argu­ment des Lan­des Bran­den­burg nicht durch, dass das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt die ver­fas­sungs­recht­lich zu ent­schei­den­de Fra­ge ver­kürzt for­mu­liert habe, indem es das für den Hoch­schul­kanz­ler noch anwend­ba­re Über­gangs­recht nicht in den Blick genom­men habe. Auch hier gilt, dass die in ver­tret­ba­rer Wei­se gewon­ne­ne Rechts­über­zeu­gung des vor­le­gen­den Gerichts zu respek­tie­ren ist, so dass im Ergeb­nis die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit nicht durch­grei­fend im Zwei­fel steht. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat das für den Hoch­schul­kanz­ler noch gel­ten­de Über­gangs­recht und den sich dar­aus erge­ben­den Anspruch auf Rück­über­nah­me in den Lan­des­dienst in den Blick genom­men, die­sen jedoch in ver­tret­ba­rer Wei­se als nicht aus­rei­chend für eine Kom­pen­sa­ti­on des mit dem Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ein­her­ge­hen­den Ein­griffs ange­se­hen.

Nichts ande­res gilt im Ergeb­nis für die Rüge, das vor­le­gen­de Gericht habe die Mög­lich­keit einer ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung der ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Norm, bezo­gen auf eine mög­li­che Erwei­te­rung des sta­tus­si­chern­den Rück­über­nah­me­an­spruchs aus­ge­schie­de­ner Kanz­ler, nicht hin­rei­chend gewür­digt. Zwar trifft es zu, dass eine Rich­ter­vor­la­ge nach Art. 100 Abs. 1 GG, § 80 Abs. 2 BVerfGG unzu­läs­sig ist, wenn sie die Mög­lich­keit einer ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung der vor­ge­leg­ten Norm nicht erör­tert, obwohl eine sol­che Lösung nahe liegt. Eine sol­che Erör­te­rung ist ins­be­son­de­re dann gebo­ten, wenn offen­sicht­lich meh­re­re Aus­le­gungs­mög­lich­kei­ten in Betracht kom­men und min­des­tens eine von ihnen nicht in glei­cher Wei­se den ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken des vor­le­gen­den Gerichts aus­ge­setzt ist 20. Hier muss­te sich dem vor­le­gen­den Gericht eine ver­fas­sungs­kon­for­me Aus­le­gung der ein­schlä­gi­gen Norm­kom­ple­xe jeden­falls nicht auf­drän­gen. Denn nach Auf­fas­sung des vor­le­gen­den Gerichts han­delt es sich bei § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1 BbgHG nach dem Wort­laut und dem Sinn­ge­halt um eine ein­deu­ti­ge Rege­lung, bei der im Hin­blick auf die Beru­fung in ein Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit kein Aus­le­gungs­spiel­raum besteht 21.

Dar­über hin­aus hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt sei­ne Über­zeu­gung von der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit des § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1 BbgHG hin­rei­chend dar­ge­legt. Das Gericht setzt sich mit der lan­des­recht­li­chen Rechts­la­ge aus­ein­an­der und beleuch­tet sie umfas­send aus sach­li­cher und recht­li­cher Sicht. Es setzt sich fer­ner in hin­rei­chend sub­stan­ti­ier­ter Wei­se mit dem ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fungs­maß­stab des Art. 33 Abs. 5 GG aus­ein­an­der.

Erwei­te­rung des Vor­la­ge­be­schlus­ses durch das BVerfG[↑]

Die Vor­la­ge­fra­ge ist indes zu erwei­tern.

Die Vor­la­ge beschränkt sich auf die für das Aus­gangs­ver­fah­ren erheb­li­che Fra­ge, ob § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1 BbgHG in der Fas­sung vom 28.04.2014 gegen Art. 33 Abs. 5 GG ver­stößt. Hier­aus folgt aber kei­ne Beschrän­kung der ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Prü­fung (§ 82 Abs. 1 i.V.m. § 78 Satz 2 BVerfGG). Es ist dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nicht ver­wehrt, bei engem Sach­zu­sam­men­hang des vom vor­le­gen­den Gericht bean­stan­de­ten Nor­men­kom­ple­xes mit ande­ren Rege­lun­gen oder Norm­tei­len die Prü­fung auf die­se aus­zu­deh­nen, um so der Befrie­dungs­funk­ti­on der Nor­men­kon­troll­ent­schei­dung gerecht zu wer­den 22.

Schon nach der Rechts­auf­fas­sung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts fin­det im kon­kre­ten fach­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren nicht nur § 67 BbgHG in der aktu­el­len Fas­sung, son­dern auch das Über­gangs­recht des § 93 Abs. 2 BbgHG in Ver­bin­dung mit § 68 BbgHG in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.07.2004 auf den Hoch­schul­kanz­ler als soge­nann­ter Alt­fall Anwen­dung. Der Hoch­schul­kanz­ler konn­te daher gegen­über dem Land Bran­den­burg einen gebun­de­nen Anspruch auf Über­nah­me in den Lan­des­dienst mit einem sei­ner frü­he­ren Rechts­stel­lung ver­gleich­ba­ren Sta­tus gel­tend machen. Denn § 93 Abs. 2 BbgHG sieht die Fort­gel­tung von § 68 Abs. 4 BbgHG a.F. für die­je­ni­gen Kanz­le­rin­nen und Kanz­ler vor, die bereits am 19.12 2008 im Amt waren. Der Hoch­schul­kanz­ler unter­fällt die­ser Grup­pe, da er im März 2005 erst­mals zum Kanz­ler bestellt wur­de. § 93 Abs. 2 Halb­satz 2 BbgHG stellt klar, dass dies auch gilt, wenn auf­grund wie­der­hol­ter Bestel­lung das Amt der Kanz­le­rin oder des Kanz­lers erneut über­tra­gen wur­de. Zwar hebt das vor­le­gen­de Gericht im Rah­men sei­ner Prü­fung der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit nicht auf die­sen Norm­kom­plex ab, doch bezieht es ihn in sei­ne kon­kre­ten ver­fas­sungs­recht­li­chen Erwä­gun­gen ein und stellt ihn in einen Wer­tungs- und Wür­di­gungs­zu­sam­men­hang mit § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1 BbgHG. Es ist somit gebo­ten, die Prü­fung auf § 93 Abs. 2 BbgHG in Ver­bin­dung mit § 68 BbgHG in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.07.2004 aus­zu­deh­nen.

Die Ent­schei­dung des BVerfG[↑]

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt folg­te der Rechts­an­sicht des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts zur Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Rege­lun­gen des bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­rechts zur Bestel­lung zum Hoch­schul­kanz­ler auf Zeit:

§ 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1 BbgHG in der Fas­sung vom 28.04.2014 und § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1, § 93 Abs. 2 BbgHG in Ver­bin­dung mit § 68 Abs. 4 BbgHG in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.07.2004 sind mit Art. 33 Abs. 5 GG unver­ein­bar und nich­tig.

Her­ge­brach­te Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums – und der Lebens­zeit­be­am­te[↑]

Nach Art. 33 Abs. 5 GG ist das Recht des öffent­li­chen Diens­tes unter Berück­sich­ti­gung der her­ge­brach­ten Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums zu regeln und fort­zu­ent­wi­ckeln. Mit den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen des Berufs­be­am­ten­tums im Sin­ne des Art. 33 Abs. 5 GG ist der Kern­be­stand von Struk­tur­prin­zi­pi­en gemeint, die all­ge­mein oder doch ganz über­wie­gend wäh­rend eines län­ge­ren, tra­di­ti­ons­bil­den­den Zeit­raums, ins­be­son­de­re unter der Reichs­ver­fas­sung von Wei­mar, als ver­bind­lich aner­kannt und gewahrt wor­den sind 23. Art. 33 Abs. 5 GG ist unmit­tel­bar gel­ten­des Recht und ent­hält einen Rege­lungs­auf­trag an den Gesetz­ge­ber sowie eine insti­tu­tio­nel­le Garan­tie des Berufs­be­am­ten­tums 24. Die Ent­wick­lung des Berufs­be­am­ten­tums ist his­to­risch eng mit der­je­ni­gen des Rechts­staats ver­knüpft: War der Beam­te ursprüng­lich allein dem Regen­ten ver­pflich­tet, wan­del­te er sich mit dem ver­än­der­ten Staats­ver­ständ­nis vom Fürs­ten- zum Staats­die­ner. Sei­ne Auf­ga­be war und ist es, Ver­fas­sung und Gesetz im Inter­es­se des Bür­gers auch und gera­de gegen die Staats­spit­ze zu behaup­ten. Die Über­nah­me der funk­ti­ons­we­sent­li­chen tra­dier­ten Grund­struk­tu­ren des Berufs­be­am­ten­tums in das Grund­ge­setz beruht auf einer Funk­ti­ons­be­stim­mung des Berufs­be­am­ten­tums als Insti­tu­ti­on, die, gegrün­det auf Sach­wis­sen, fach­li­che Leis­tung und loya­le Pflicht­er­fül­lung, eine sta­bi­le Ver­wal­tung sichern und damit einen aus­glei­chen­den Fak­tor gegen­über den das Staats­we­sen gestal­ten­den poli­ti­schen Kräf­ten bil­den soll 25.

Bezugs­punkt des Art. 33 Abs. 5 GG ist nicht das gewach­se­ne Beam­ten­recht, son­dern das Berufs­be­am­ten­tum 26. In ihrem Bestand geschützt sind daher nur die­je­ni­gen Rege­lun­gen, die das Bild des Berufs­be­am­ten­tums in sei­ner über­kom­me­nen Gestalt maß­geb­lich prä­gen, sodass ihre Besei­ti­gung das Berufs­be­am­ten­tum als sol­ches antas­ten wür­de 27. Die­ses Erfor­der­nis der Sub­stan­zia­li­tät ergibt sich bereits aus dem Wesen einer insti­tu­tio­nel­len Garan­tie, deren Sinn gera­de dar­in liegt, den Kern­be­stand der Struk­tur­prin­zi­pi­en, mit­hin die Grund­sät­ze, die nicht hin­weg­ge­dacht wer­den kön­nen, ohne dass damit zugleich die Ein­rich­tung selbst in ihrem Cha­rak­ter grund­le­gend ver­än­dert wür­de, dem gestal­ten­den Gesetz­ge­ber ver­bind­lich als Rah­men vor­zu­ge­ben. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat dies mit der For­mu­lie­rung zum Aus­druck gebracht, dass Art. 33 Abs. 5 GG bei die­sen Grund­sät­zen nicht nur Berück­sich­ti­gung, son­dern auch Beach­tung ver­langt 28. Dem­ge­gen­über steht Art. 33 Abs. 5 GG einer Wei­ter­ent­wick­lung des Beam­ten­rechts nicht ent­ge­gen, solan­ge eine struk­tu­rel­le Ver­än­de­rung an den für Erschei­nungs­bild und Funk­ti­on des Berufs­be­am­ten­tums wesent­li­chen Rege­lun­gen nicht vor­ge­nom­men wird 29. In der Pflicht zur Berück­sich­ti­gung ist eine Ent­wick­lungs­of­fen­heit ange­legt, die den Gesetz­ge­ber in die Lage ver­setzt, die Aus­ge­stal­tung des Dienst­rechts den jewei­li­gen Ent­wick­lun­gen der Staat­lich­keit anzu­pas­sen und das Beam­ten­recht damit in die Zeit zu stel­len. Die Struk­tur­ent­schei­dung des Art. 33 Abs. 5 GG belässt aus­rei­chend Raum, die geschicht­lich gewach­se­ne Insti­tu­ti­on in den Rah­men unse­res heu­ti­gen Staats­le­bens ein­zu­fü­gen 30 und den Funk­tio­nen anzu­pas­sen, die das Grund­ge­setz dem öffent­li­chen Dienst in der frei­heit­li­chen, rechts- und sozi­al­staat­li­chen Demo­kra­tie zuschreibt 31.

Zu dem Kern­be­stand von Struk­tur­prin­zi­pi­en, bei dem die Beach­tens­pflicht den Weg zu tief­grei­fen­den struk­tu­rel­len Ver­än­de­run­gen durch den ein­fa­chen Gesetz­ge­ber ver­sperrt, gehört unter ande­rem das Lebens­zeit­prin­zip 32. Das Lebens­zeit­prin­zip hat – im Zusam­men­spiel mit dem die amts­an­ge­mes­se­ne Besol­dung sichern­den Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip – die Funk­ti­on, die Unab­hän­gig­keit der Beam­ten im Inter­es­se einer rechts­staat­li­chen Ver­wal­tung zu gewähr­leis­ten. Erst recht­li­che und wirt­schaft­li­che Sicher­heit bie­tet die Gewähr dafür, dass das Berufs­be­am­ten­tum zur Erfül­lung der ihm vom Grund­ge­setz zuge­wie­se­nen Auf­ga­be, im poli­ti­schen Kräf­te­spiel eine sta­bi­le, geset­zes­treue Ver­wal­tung zu sichern, bei­tra­gen kann. Dazu gehört auch und vor allem, dass der Beam­te nicht will­kür­lich oder nach frei­em Ermes­sen poli­ti­scher Gre­mi­en aus sei­nem Amt ent­fernt wer­den kann. Die lebens­lan­ge Anstel­lung sichert dem Beam­ten per­sön­li­che Unab­hän­gig­keit. Das Bewusst­sein sei­ner gesi­cher­ten Rechts­stel­lung soll die Bereit­schaft des Beam­ten zu einer an Gesetz und Recht ori­en­tier­ten Amts­füh­rung för­dern und ihn zu unpar­tei­ischem Dienst für die Gesamt­heit befä­hi­gen. Die mit dem Lebens­zeit­prin­zip ange­streb­te Unab­hän­gig­keit der Amts­füh­rung ist dabei nicht etwa ein per­sön­li­ches Pri­vi­leg des Beam­ten, das sei­ner Dis­po­si­ti­on unter­lie­gen könn­te, son­dern soll dem Gemein­wohl die­nen. Nur wenn die inne­re und äuße­re Unab­hän­gig­keit gewähr­leis­tet ist, kann rea­lis­ti­scher­wei­se erwar­tet wer­den, dass ein Beam­ter auch dann auf rechts­staat­li­cher Amts­füh­rung beharrt, wenn sie (par­tei-)poli­tisch uner­wünscht sein soll­te. Das Berufs­be­am­ten­tum wird so zu einem tra­gen­den Ele­ment des Rechts­staa­tes 33.

Zu den das deut­sche Beam­ten­recht seit jeher prä­gen­den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen gehört nicht nur die Anstel­lung der Beam­ten auf Lebens­zeit, son­dern auch das Prin­zip der lebens­zei­ti­gen Über­tra­gung der Ämter. Das Lebens­zeit­prin­zip schützt nicht nur den Grund­sta­tus der Beam­ten auf Lebens­zeit, son­dern auch das ihnen jeweils über­tra­ge­ne sta­tus­recht­li­che Amt. Andern­falls könn­te es sei­ne Funk­ti­on, die Unab­hän­gig­keit der Beam­ten zu gewähr­leis­ten, nicht voll ent­fal­ten. Der mit dem Lebens­zeit­ver­hält­nis gewähr­leis­te­ten Unent­zieh­bar­keit des sta­tus­recht­li­chen Amts kommt grund­le­gen­de Bedeu­tung zu, weil sie den Beam­ten gera­de bei der Aus­übung des über­tra­ge­nen Amts die im Inter­es­se ihrer Bin­dung an Gesetz und Recht erfor­der­li­che Unab­hän­gig­keit sichert 34.

Der Grund­satz der lebens­zei­ti­gen Über­tra­gung aller sta­tus­recht­li­chen Ämter galt indes schon im tra­di­ti­ons­bil­den­den Zeit­raum nie aus­nahms­los. Bestimm­te Beam­ten­ver­hält­nis­se sind tra­di­ti­ons­ge­mäß aus dem geschütz­ten Kern­be­reich des Art. 33 Abs. 5 GG her­aus­ge­nom­men und als Durch­bre­chun­gen des Lebens­zeit­prin­zips aner­kannt. Die­se Aus­nah­men ste­hen funk­ti­ons­spe­zi­fisch in einem untrenn­ba­ren Begrün­dungs­zu­sam­men­hang zu den jewei­li­gen Ämtern, aus deren nor­ma­ti­ven und fak­ti­schen Beson­der­hei­ten sie ihre Recht­fer­ti­gung schöp­fen.

Inner­halb des Beam­ten­tums hat es seit jeher den Typus des Beam­ten auf Zeit gege­ben 35. Das Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit dient gemäß § 4 Abs. 2 Buch­sta­be a BeamtStG der befris­te­ten Wahr­neh­mung von Auf­ga­ben nach § 3 Abs. 2 BeamtStG oder gemäß Buch­sta­be b der zunächst befris­te­ten Über­tra­gung eines Amtes mit lei­ten­der Funk­ti­on. Nach der ein­fach­ge­setz­li­chen Rege­lungs­sys­te­ma­tik des § 4 Abs. 1 Satz 2 BeamtStG bil­det gleich­wohl das Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit die Regel, das Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ist als Aus­nah­me eng zu fas­sen. Weder § 4 Abs. 2 BeamtStG noch die frü­he­re Rege­lung des § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BRRG sind daher als Ermäch­ti­gung zur Aus­deh­nung von Beam­ten­ver­hält­nis­sen auf Zeit unter Auf­ga­be des her­ge­brach­ten Grund­sat­zes der lebens­zei­ti­gen Anstel­lung und Über­tra­gung aller sta­tus­recht­li­chen Ämter zu ver­ste­hen 36. Eine Aus­nah­me vom Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit als ver­fas­sungs­recht­li­che Regel ist – ers­tens – nur in den Berei­chen zuläs­sig, in denen die beson­de­re Sach­ge­setz­lich­keit und die Art der wahr­ge­nom­me­nen Auf­ga­ben eine Begrün­dung von Beam­ten­ver­hält­nis­sen auf Zeit nahe­le­gen. Die Rege­lung muss – zwei­tens – geeig­net und erfor­der­lich sein, um die­sen beson­de­ren Sach­ge­setz­lich­kei­ten Rech­nung zu tra­gen 37. Mit ande­ren Wor­ten, die Aus­ge­stal­tung eines Beam­ten­ver­hält­nis­ses auf Zeit kann als Ein­griff in das von Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­te Lebens­zeit­prin­zip nur mit Blick auf die Beson­der­hei­ten des betrof­fe­nen Sach­be­reichs und der damit ver­bun­de­nen Auf­ga­ben­wahr­neh­mung gerecht­fer­tigt wer­den.

Die Fra­ge, ob beson­de­re aus der betrof­fe­nen Stel­lung und deren Auf­ga­ben­spek­trum fol­gen­de Sach­ge­setz­lich­kei­ten eine Aus­nah­me vom Grund­satz der lebens­zei­ti­gen Anstel­lung und Über­tra­gung aller sta­tus­recht­li­chen Ämter erfor­der­lich machen, ist kei­ner gene­ra­li­sie­ren­den Beant­wor­tung zugäng­lich, son­dern bedarf einer kon­kre­ten, alle erheb­li­chen Gesichts­punk­te berück­sich­ti­gen­den Bewer­tung der jewei­li­gen Rege­lungs­struk­tur im Ein­zel­fall. Dabei sind nicht nur etwai­ge wei­te­re grund­recht­li­che oder grund­rechts­glei­che Posi­tio­nen in Aus­gleich zu brin­gen, son­dern auch die ande­ren, von Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­ten beam­ten­recht­li­chen Struk­tur­prin­zi­pi­en.

Eine aner­kann­te Aus­nah­me vom Lebens­zeit­prin­zip ist vor allem der kom­mu­na­le Wahl­be­am­te als Beam­ter auf Zeit. Sei­ne Stel­lung wird durch sei­ne poli­ti­sche Funk­ti­on cha­rak­te­ri­siert, die den Grund für die zeit­li­che Befris­tung bil­det. Sei­ne Beru­fung erfolgt durch einen Akt demo­kra­ti­scher Wil­lens­bil­dung, der erneu­ert wer­den muss, wenn der Beam­te nach Ablauf der Wahl­pe­ri­ode im Amt blei­ben soll 38. Die kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten, dar­un­ter ins­be­son­de­re die haupt­amt­li­chen Bür­ger­meis­ter der Gemein­den, neh­men inner­halb der Grup­pe der Beam­ten auf Zeit eine beson­de­re Stel­lung ein. Die­se beruht auf der Ver­or­tung die­ser Amts­trä­ger zwi­schen Beam­ten­recht auf der einen und Kom­mu­nal­recht auf der ande­ren Sei­te. Ihre Stel­lung in der Gemein­de wird in ers­ter Linie durch das Gemein­de­ver­fas­sungs­recht bestimmt, das not­wen­dig auch ihr Dienst­recht beein­flusst. Der Bür­ger­meis­ter ver­tritt die Gemein­de in einem ganz ande­ren, viel unmit­tel­ba­re­ren Sinn als je ein ande­rer Beam­ter sei­nen Dienst­herrn: Durch ihn tritt die Gemein­de erst han­delnd in Erschei­nung. Bei Erfül­lung der kom­mu­na­len Auf­ga­ben kann er weit­ge­hend frei und schöp­fe­risch gestal­ten und so der gan­zen Gemein­de­ver­wal­tung sein per­sön­li­ches Geprä­ge geben.

Der Wahl­akt (vgl. auch § 11 Abs. 1 Nr. 3 Buch­sta­be c BeamtStG) als Akt demo­kra­ti­scher, peri­odisch zu erneu­ern­der Wil­lens­bil­dung ist das bestim­men­de Sach­merk­mal, das den kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten – Bür­ger­meis­ter, Land­rat oder auch Bei­geord­ne­ter 39 – von dem Nor­mal­fall des Beam­ten­ver­hält­nis­ses auf Lebens­zeit unter­schei­det. Die – regel­mä­ßig – kom­mu­nal­ver­fas­sungs­recht­lich vor­ge­se­he­ne Mög­lich­keit der Abbe­ru­fung des kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten ver­deut­licht die kon­sti­tu­ti­ve Bedeu­tung des Wahl­akts und die durch ihn ver­mit­tel­te Rück­bin­dung an den fort­dau­ern­den – in ers­ter Linie poli­ti­schen – Rück­halt der Wäh­ler oder des zustän­di­gen Wahl­gre­mi­ums. Dabei ist in der Recht­spre­chung aner­kannt, dass die Abbe­ru­fungs­mög­lich­keit selbst mit Art. 33 Abs. 5 GG ver­ein­bar ist. Denn durch die kon­kre­te gesetz­li­che Aus­ge­stal­tung der Abwahl­mo­da­li­tä­ten in Ver­bin­dung mit der dem Wahl­be­am­ten zukom­men­den wirt­schaft­li­chen Siche­rung ist ein Min­dest­maß an Unab­hän­gig­keit von poli­ti­schen Instan­zen gewähr­leis­tet, die auch die­se Beam­ten in ihrer Grenz­po­si­ti­on zwi­schen Beam­ten- und Kom­mu­nal­recht ein­for­dern dür­fen 40.

Eine wei­te­re Aus­nah­me vom Lebens­zeit­prin­zip stel­len die soge­nann­ten poli­ti­schen Beam­ten dar 41. Nach § 30 Abs. 1 BeamtStG kön­nen Beam­tin­nen und Beam­te auf Lebens­zeit jeder­zeit in den einst­wei­li­gen Ruhe­stand ver­setzt wer­den, wenn sie ein Amt beklei­den, bei des­sen Aus­übung sie in fort­dau­ern­der Über­ein­stim­mung mit den grund­sätz­li­chen poli­ti­schen Ansich­ten und Zie­len der Regie­rung ste­hen müs­sen (Satz 1). Die Bestim­mung die­ser Ämter ist im Gel­tungs­be­reich des BeamtStG dem Lan­des­recht vor­be­hal­ten (Satz 2). Inner­halb der Aus­nah­me­grup­pe der Durch­bre­chung des Lebens­zeit­prin­zips neh­men die­se poli­ti­schen Beam­ten noch­mals eine aty­pi­sche Son­der­stel­lung ein. Ihre Son­der­stel­lung grün­det in ers­ter Linie dar­in, dass es sich bei ihnen zwar um Beam­te auf Lebens­zeit han­delt, jedoch eine wei­test­ge­hend unbe­schränk­te Mög­lich­keit der Ver­set­zung in den einst­wei­li­gen Ruhe­stand mit ent­spre­chen­den Ver­sor­gungs­be­zü­gen besteht.

Der Insti­tu­ti­on des poli­ti­schen Beam­ten kommt gegen­über dem Regel­fall des Beam­ten­ver­hält­nis­ses auf Lebens­zeit ein eng zu bestim­men­der Aus­nah­me­cha­rak­ter zu. Die mit der jeder­zei­ti­gen Ver­setz­bar­keit in den einst­wei­li­gen Ruhe­stand ver­bun­de­ne Abwei­chung vom Lebens­zeit­prin­zip ist nur zuläs­sig, solan­ge der Kreis der poli­ti­schen Beam­ten eng begrenzt ist. Ihre Recht­fer­ti­gung fin­det die Aus­nah­me­ka­te­go­rie der poli­ti­schen Beam­ten dar­in, dass die­se nach der Art ihrer Auf­ga­ben in beson­de­rer Wei­se des poli­ti­schen Ver­trau­ens der Staats­füh­rung bedür­fen und in fort­wäh­ren­der Über­ein­stim­mung mit den grund­sätz­li­chen poli­ti­schen Ansich­ten und Zie­len der Regie­rung ste­hen müs­sen 42. Es han­delt sich inso­weit um "Trans­for­ma­ti­ons­äm­ter", zu deren Auf­ga­ben es zählt, poli­ti­sche Vor­ga­ben in geset­zes­kon­for­mes und rechts­staat­li­ches Ver­wal­tungs­han­deln umzu­wan­deln. Die fort­dau­ern­de poli­ti­sche Über­ein­stim­mung mit Auf­fas­sung und Ziel­set­zung wei­sungs­be­rech­tig­ter, demo­kra­tisch gewähl­ter und ver­ant­wort­li­cher Orga­ne des Staa­tes ist kon­sti­tu­ie­ren­des und uner­läss­li­ches Ele­ment die­ses Beam­ten­ver­hält­nis­ses 43.

Hoch­schul­ver­fas­sungs­recht­li­che Maß­stä­be[↑]

Für die Prü­fung des § 67 BbgHG sind neben den beam­ten­ver­fas­sungs­recht­li­chen Maß­stä­ben auch die aus Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG ent­wi­ckel­ten hoch­schul­ver­fas­sungs­recht­li­chen Maß­stä­be von Bedeu­tung.

Das Grund­ge­setz gibt kei­ne bestimm­te Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on vor 44. Der Gesetz­ge­ber ist bei der Rege­lung des Wis­sen­schafts­be­triebs weder an über­kom­me­ne hoch­schul­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Struk­tu­ren noch an deren ein­zel­ne Ele­men­te gebun­den; er darf nicht nur neue Model­le und Steue­rungs­tech­ni­ken ent­wi­ckeln und erpro­ben, son­dern er ist sogar ver­pflich­tet, Orga­ni­sa­ti­ons­for­men kri­tisch zu beob­ach­ten und zeit­ge­mäß zu refor­mie­ren 45. Ihm steht gera­de hin­sicht­lich der Eig­nung neu­er Orga­ni­sa­ti­ons­for­men ein Ein­schät­zungs- und Pro­gno­se­spiel­raum zu 46; so bleibt ihm bei der Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on ein brei­ter Raum, um sei­ne hoch­schul­po­li­ti­schen Auf­fas­sun­gen zu ver­wirk­li­chen und die Hoch­schu­len den gesell­schaft­li­chen und wis­sen­schafts­so­zio­lo­gi­schen Gege­ben­hei­ten anzu­pas­sen 47.

Die­se Gestal­tungs­frei­heit des Gesetz­ge­bers wird durch das Frei­heits­recht des Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG bestimmt und begrenzt 48. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt über­prüft jedoch nicht, ob der Gesetz­ge­ber mit einer sol­chen Orga­ni­sa­ti­ons­ent­schei­dung die zweck­mä­ßigs­te, ver­nünf­tigs­te oder gerech­tes­te Lösung gefun­den hat 49. Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG for­dert indes, die Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on und damit auch die hoch­schul­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Wil­lens­bil­dung so zu regeln, dass in der Hoch­schu­le freie Wis­sen­schaft mög­lich ist und unge­fähr­det betrie­ben wer­den kann. Die Teil­ha­be der Grund­rechts­trä­ger an der Orga­ni­sa­ti­on des Wis­sen­schafts­be­triebs ist dem­nach kein Selbst­zweck. Viel­mehr dient sie dem Schutz vor wis­sen­schafts­i­nad­äqua­ten Ent­schei­dun­gen und ist folg­lich nur im dafür erfor­der­li­chen Umfang grund­recht­lich garan­tiert 50. Mit­hin ist bei der ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fung der Ver­ein­bar­keit von Orga­ni­sa­ti­ons­nor­men mit Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG dar­auf abzu­stel­len, ob durch die­se Nor­men die freie wis­sen­schaft­li­che Betä­ti­gung und Auf­ga­ben­er­fül­lung struk­tu­rell gefähr­det wer­den 51. Stellt der Gesetz­ge­ber ein hin­rei­chen­des Maß an orga­ni­sa­to­ri­scher Selbst­be­stim­mung der Grund­rechts­trä­ger sicher, ist er frei, den Wis­sen­schafts­be­trieb nach sei­nem Ermes­sen zu regeln, um die unter­schied­li­chen Auf­ga­ben der Wis­sen­schafts­ein­rich­tun­gen und die Inter­es­sen aller dar­an Betei­lig­ten in Wahr­neh­mung sei­ner gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tung in ange­mes­se­nen Aus­gleich zu brin­gen 52.

Bewer­tung der bran­den­bur­gi­schen Rege­lung[↑]

Die im bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­recht gere­gel­te Ver­ga­be des Amtes des Kanz­lers im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ver­letzt den Kern­be­reich des Lebens­zeit­prin­zips und damit die insti­tu­tio­nel­le Garan­tie aus Art. 33 Abs. 5 GG. Es liegt ein Ein­griff in das Lebens­zeit­prin­zip vor, der nicht durch beson­de­re Sach­er­for­der­nis­se des betrof­fe­nen Auf­ga­ben­be­reichs gerecht­fer­tigt ist.

Durch § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1 BbgHG und § 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 1, § 93 Abs. 2 BbgHG in Ver­bin­dung mit § 68 Abs. 4 BbgHG a.F. wird das von Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­te Lebens­zeit­prin­zip durch­bro­chen.

Das bran­den­bur­gi­sche Hoch­schul­recht sieht die Beru­fung der Kanz­le­rin oder des Kanz­lers in ein Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit vor, wenn sie oder er durch die Prä­si­den­tin oder den Prä­si­den­ten aus einem Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit bestellt wird (§ 67 Abs. 2 Satz 1 und 3 BbgHG). § 67 Abs. 2 Satz 3 BbgHG ist die spe­zi­al­ge­setz­li­che Aus­ge­stal­tung des in § 121 LBG ent­hal­te­nen ent­spre­chen­den Geset­zes­vor­be­halts. Die Amts­zeit beträgt sechs Jah­re, wobei erneu­te Bestel­lun­gen mög­lich sind (§ 67 Abs. 2 Satz 4 BbgHG). Nach Ablauf der Amts­zeit ist die Kanz­le­rin oder der Kanz­ler aus dem Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ent­las­sen (§ 67 Abs. 4 Satz 1 BbgHG). In der aktu­el­len Fas­sung sieht die Vor­schrift ledig­lich vor, dass für aus dem Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ent­las­se­ne Kanz­ler eine Über­nah­me in den Lan­des­dienst ver­ein­bart wer­den kann. Für den Hoch­schul­kanz­ler ist nach § 93 Abs. 2 BbgHG auch § 68 Abs. 4 BbgHG in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.07.2004 zu berück­sich­ti­gen. Danach ist zunächst gleich­lau­tend mit § 67 Abs. 4 BbgHG die Kanz­le­rin oder der Kanz­ler mit Ablauf ihrer oder sei­ner Amts­zeit aus dem Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ent­las­sen (Satz 1). Abwei­chend zur aktu­ell gül­ti­gen Fas­sung der Vor­schrift ist sie oder er hin­ge­gen auf ihren oder sei­nen Antrag in den Lan­des­dienst zu über­neh­men, falls sie oder er vor­her im öffent­li­chen Dienst tätig war; die­ser Über­nah­me­an­spruch ist auf eine min­des­tens ver­gleich­ba­re Rechts­stel­lung gerich­tet, wie sie oder er sie zum Zeit­punkt ihrer oder sei­ner Bestel­lung zur Kanz­le­rin oder zum Kanz­ler hat­te (Satz 2). Der ent­spre­chen­de Antrag ist inner­halb von drei Mona­ten nach Ablauf der Amts­zeit zu stel­len (Satz 3).

Die Aus­ge­stal­tung des Amts des Kanz­lers nach dem ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­recht greift in das Lebens­zeit­prin­zip ein.

Dies gilt für § 67 Abs. 4 Satz 1, § 93 Abs. 2 BbgHG in Ver­bin­dung mit § 68 Abs. 4 BbgHG a.F., wonach die Kanz­le­rin oder der Kanz­ler nach Ablauf der Amts­zeit aus dem Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit ent­las­sen ist und ledig­lich einen gebun­de­nen Über­nah­me­an­spruch in den Lan­des­dienst mit einer min­des­tens ihrer oder sei­ner vor der Bestel­lung zur Kanz­le­rin oder zum Kanz­ler ver­gleich­ba­ren Rechts­stel­lung gel­tend machen kann. Denn es ist nicht abs­trakt sicher­ge­stellt, dass der betrof­fe­ne Amts­in­ha­ber nach Ablauf sei­ner Amts­zeit als Kanz­ler eine die­sem Amt sta­tus­mä­ßig ent­spre­chen­de Stel­lung erhält.

Der Ein­wand des Lan­des Bran­den­burg, der Hoch­schul­kanz­ler begeh­re die leb­zei­ti­ge Über­tra­gung eines kon­kret-funk­tio­na­len Amtes, geht fehl. Denn das Kanz­ler­amt ist nach § 67 Abs. 2 Satz 3 BbgHG nicht bloß ein Lauf­bahn­amt, son­dern ein soge­nann­tes funk­ti­ons­ge­bun­de­nes Amt, bei dem das Amt im sta­tus­recht­li­chen Sin­ne mit dem kon­kret-funk­tio­na­len Amt zusam­men­fällt. So ord­net das aktu­el­le Besol­dungs­ge­setz für das Land Bran­den­burg (Bbg­BesG) die Kanz­le­rin oder den Kanz­ler der Bran­den­bur­gi­schen Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Cott­bus-Senf­ten­berg in die Besol­dungs­grup­pe B 2 ein. Die­se Zuord­nung, zusam­men mit dem Aus­schluss der all­ge­mei­nen lauf­bahn­recht­li­chen Rege­lun­gen (§ 67 Abs. 2 Satz 3 Halb­satz 2 BbgHG), lässt die mit der Kate­go­rie des funk­ti­ons­ge­bun­de­nen Amtes beschrie­be­ne enge Ver­bin­dung zwi­schen Amt im funk­tio­nel­len und im sta­tus­recht­li­chen Sin­ne erken­nen 53. Damit geht es hier – ent­ge­gen der sei­tens des Lan­des Bran­den­burg ver­tre­te­nen Auf­fas­sung – nicht bloß um ein Begeh­ren des Hoch­schul­kanz­lers auf lebens­zei­ti­ge Über­tra­gung eines kon­kre­ten funk­tio­nel­len Amtes 54, son­dern eines Amtes im sta­tus­recht­li­chen Sin­ne.

Ein Ein­griff in das Lebens­zeit­prin­zip besteht erst recht bei iso­lier­ter Betrach­tung von § 67 BbgHG in der aktu­el­len Fas­sung, mit­hin unter Außer­acht­las­sung der für den Hoch­schul­kanz­ler noch gel­ten­den Über­gangs­vor­schrif­ten zum Über­nah­me­an­spruch. Die in § 67 Abs. 4 BbgHG vor­ge­se­he­ne Ent­las­sung aus dem Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit nach Ablauf der Amts­zeit greift noch stär­ker in den Grund­sta­tus des Beam­ten ein, da eine Über­nah­me in den Lan­des­dienst ledig­lich "ver­ein­bart" wer­den kann und damit von Fak­to­ren abhängt, die nicht allein zur Dis­po­si­ti­on des ent­las­se­nen Kanz­lers ste­hen.

Ein­wän­de in der ober­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung hier­ge­gen unter Hin­weis dar­auf, die Bewer­bungs­ent­schei­dung des betrof­fe­nen Kanz­lers für das lauf­bahn­un­ab­hän­gi­ge, sin­gu­lä­re Funk­ti­ons­amt sei frei­wil­lig getrof­fen wor­den und die Ver­be­am­tung auf Zeit mit­hin nur unmit­tel­ba­re Fol­ge der per­sön­li­chen und eigen­ver­ant­wort­li­chen Ent­schei­dung über den Fort­gang sei­nes beruf­li­chen Lebens­wegs, grei­fen nicht durch 55. Der mit der indi­vi­du­el­len Eigen­ver­ant­wort­lich­keit der Bewer­bungs­ent­schei­dung in Bezug genom­me­ne Rechts­ge­dan­ke "volen­ti non fit ini­uria" 56 ver­mag die objek­ti­ve Dimen­si­on des Art. 33 Abs. 5 GG, der mit den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen des Berufs­be­am­ten­tums gera­de den Kern­be­stand von aner­kann­ten Struk­tur­prin­zi­pi­en beam­ten­recht­li­cher Insti­tu­tio­nen schützt, nicht zu schmä­lern. Viel­mehr kann der bereits auf Lebens­zeit ver­be­am­te­te Bewer­ber gar kei­ne wirk­li­che "Wahl" tref­fen. Denn um sei­ne Lebens­zeit­stel­lung zu erhal­ten, muss er auf die Bewer­bung als Kanz­ler ver­zich­ten. Das Gebot geset­zes­treu­er Ver­wal­tung durch unab­hän­gi­ge Beam­te wird aber nur ver­wirk­licht, wenn – grund­sätz­lich – jeder Beam­te die durch das Lebens­zeit­prin­zip gebo­te­ne gesi­cher­te Rechts­stel­lung inne­hat. Es genügt den Anfor­de­run­gen des Art. 33 Abs. 5 GG nicht, dass der Grund­satz noch für die Mehr­heit der Beam­ten­schaft Anwen­dung fin­det. Ob die Durch­bre­chung des Lebens­zeit­prin­zips mit den Vor­ga­ben der Ver­fas­sung in Ein­klang steht, ist allein eine Fra­ge der Recht­fer­ti­gung.

Die vor­lie­gen­de Durch­bre­chung des Lebens­zeit­prin­zips ist nicht gerecht­fer­tigt. Aus der Stel­lung des Hoch­schul­kanz­lers nach bran­den­bur­gi­schem Hoch­schul­recht und des­sen Auf­ga­ben­spek­trum fol­gen kei­ne beson­de­ren Sach­ge­setz­lich­kei­ten, die eine Aus­nah­me vom Grund­satz der lebens­zei­ti­gen Anstel­lung und Über­tra­gung des sta­tus­recht­li­chen Amtes erfor­der­lich machen. Ein recht­fer­ti­gen­der Sach­grund ergibt sich weder aus der his­to­ri­schen Ent­wick­lung des Amts eines Hoch­schul­kanz­lers an sich noch aus dem kon­kre­ten Hoch­schul­lei­tungs­mo­dell in Bran­den­burg. Dem Lan­des­hoch­schul­ge­setz­ge­ber ver­blei­ben ande­re Mög­lich­kei­ten, um das von ihm gewähl­te Hoch­schul­lei­tungs­mo­dell mit Art. 33 Abs. 5 GG in Ein­klang zu brin­gen. Schließ­lich zeigt auch ein Ver­gleich mit ande­ren aner­kann­ten Aus­nah­men vom Lebens­zeit­prin­zip kei­nen zwin­gen­den Sach­grund für die Aus­ge­stal­tung im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit auf.

Die his­to­ri­sche Ent­wick­lung der Stel­lung des Hoch­schul- oder Uni­ver­si­täts­kanz­lers ist für eine all­ge­mei­ne nor­ma­ti­ve Aus­sa­ge zur Recht­fer­ti­gung der Über­tra­gung des Amts im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit uner­gie­big.

Das Amt des "Kanz­lers" hat sei­ne Wur­zeln im Mit­tel­al­ter und spie­gelt die Ent­wick­lung der moder­nen Uni­ver­si­tät bis in die heu­ti­gen Tage. Der Kanz­ler als Ver­tre­ter admi­nis­tra­tiv-hoheit­li­cher Res­sour­cen­ver­wal­tung stand immer in einem Span­nungs­ver­hält­nis zum Rek­tor als uni­ver­si­tä­rem Lei­tungs­or­gan der aka­de­mi­schen (Selbst-)Verwaltung 57. Das mit dem Hoch­schul­rah­men­ge­setz vom 26.01.1976 58 ein­ge­führ­te Prin­zip der Ein­heits­ver­wal­tung mar­kiert eine Zäsur in der Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur der Hoch­schul­lei­tung. Lag die Wahr­neh­mung der staat­li­chen, die Hoch­schu­le betref­fen­den Auf­ga­ben unter der Kura­to­ri­al­ver­fas­sung noch allein in den Hän­den einer staat­li­chen Behör­de (Kura­tor), war unter der Ein­heits­ver­wal­tung eine sol­che Trans­for­ma­ti­on des Dua­lis­mus von staat­li­chen und aka­de­mi­schen Auf­ga­ben in die Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on hin­ein hin­ge­gen aus­ge­schlos­sen 59. Die Bin­nen­or­ga­ni­sa­ti­on der Uni­ver­si­tät kann­te als Lei­tungs­or­gan allein noch den Rek­tor. Der an die Stel­le des Kura­tors getre­te­ne Kanz­ler war nicht mehr Teil der Staats­or­ga­ni­sa­ti­on, son­dern funk­tio­nel­les Ele­ment der Hoch­schu­le selbst 60. Er über­nahm die Funk­tio­nen des ehe­ma­li­gen Kura­tors, war aber zugleich Lei­ter der aka­de­mi­schen Ver­wal­tung und unter­stand dabei den Wei­sun­gen des Rek­tors; hin­zu kam die – auch den aka­de­mi­schen Bereich umfas­sen­de – Haus­halts­ver­ant­wort­lich­keit 61. Ent­fiel damit zwar die insti­tu­tio­nel­le Anti­no­mie zur aka­de­mi­schen Selbst­ver­wal­tung, so blieb es doch bei einem inhalt­lich-mate­ri­el­len Dua­lis­mus der Auf­ga­ben­krei­se 62. Die­se struk­tu­rel­le Neu­glie­de­rung der Uni­ver­si­tä­ten war Aus­druck der Stär­kung der Eigen­ver­ant­wor­tung der Hoch­schu­len und ihrer Selbst­ver­wal­tung, die in beson­de­rer Wei­se den hohen Rang der grund­recht­lich gewähr­leis­te­ten Wis­sen­schafts­frei­heit her­vor­he­ben soll­te.

Unter Gel­tung des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes kann noch ein rela­tiv homo­ge­nes Bild einer ide­al­ty­pi­schen Kanz­ler­po­si­ti­on gezeich­net wer­den, zumal Anlie­gen des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes gera­de war, eine größt­mög­li­che Ein­heit­lich­keit in allen wesent­li­chen Berei­chen der Hoch­schu­le sicher­zu­stel­len 63. Wie im frü­he­ren § 62 Abs. 2 HRG ange­legt, ver­kör­per­te und reprä­sen­tier­te der Kanz­ler inner­halb der ein­heit­li­chen Bin­nen­struk­tur der Hoch­schul­lei­tung gegen­über den Wis­sen­schaft­lern im Lei­tungs­gre­mi­um als gebo­re­nes Mit­glied den recht­li­chen und ver­wal­tungs­mä­ßi­gen Sach­ver­stand 64. Wenn­gleich eher heu­ris­tisch-deskrip­ti­ve Umschrei­bung des Berufs­bil­des als eigent­li­che nor­ma­tiv-dog­ma­ti­sche Aus­fä­che­rung 65, bil­de­te das his­to­risch gewach­se­ne Amts­ver­ständ­nis des Uni­ver­si­täts­kanz­lers das kom­ple­men­tä­re Ele­ment zur poli­tisch ver­ant­wort­li­chen Hoch­schul­spit­ze und deren "idea­le" Ergän­zung 66. Der Kanz­ler soll­te ins­be­son­de­re Kon­ti­nui­tät, Sach­ver­stand und Unab­hän­gig­keit gewähr­leis­ten 67. Die Kon­ti­nui­tät ergab sich aus der – tra­di­tio­nell – lan­gen Amts­zeit des Kanz­lers im Ver­gleich zu ande­ren Lei­tungs­mit­glie­dern; der Sach­ver­stand beruh­te auf sei­ner hier­aus erwach­sen­den beson­de­ren Erfah­rung einer­seits und der erfor­der­li­chen Befä­hi­gung (Art. 33 Abs. 2 GG) ande­rer­seits; aus der Nicht­zu­ge­hö­rig­keit zum Bereich von For­schung und Leh­re folg­ten schließ­lich Unab­hän­gig­keit und Neu­tra­li­tät 68.

Die kon­kre­te Rechts­stel­lung des Kanz­lers inner­halb der Hoch­schu­le sowie die beam­ten­recht­li­che Aus­ge­stal­tung sei­nes Amtes waren seit dem Ende der Kura­to­ri­al­ver­fas­sung viel­ge­stal­tig und unein­heit­lich. Ein­deu­tig war in der his­to­ri­schen Per­spek­ti­ve jedoch, dass der Kanz­ler ganz über­wie­gend zum Beam­ten auf Lebens­zeit und nur ver­ein­zelt zum Beam­ten auf Zeit ernannt wur­de 69.

Aus der his­to­ri­schen Ent­wick­lung der Stel­lung des Uni­ver­si­täts­kanz­lers per se ergibt sich somit kei­ne belast­ba­re nor­ma­ti­ve Aus­sa­ge zur Recht­fer­ti­gung der Über­tra­gung des Amts im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit. Die in his­to­ri­scher Per­spek­ti­ve vor­herr­schen­den Aus­ge­stal­tun­gen des Amts folg­ten der jewei­li­gen hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­ons­recht­li­chen Ver­or­tung des Kanz­lers und waren Aus­druck der jeweils sehr eige­nen hoch­schul­po­li­ti­schen Ver­hält­nis­be­stim­mun­gen, die eine Ver­all­ge­mei­ne­rung erschwe­ren. Soweit ins­be­son­de­re im hoch­schul­recht­li­chen Schrift­tum zum Teil idea­li­sie­ren­de Maß­stä­be an den Kanz­ler her­an­ge­tra­gen wer­den, sind die­se auch nicht abs­trakt, son­dern allein in ihrer nor­ma­ti­ven Ver­an­ke­rung in den jewei­li­gen Hoch­schul­ge­set­zen von mate­ri­el­ler Bedeu­tung. Erst hier­aus kön­nen Kon­se­quen­zen für die Fra­ge einer Recht­fer­ti­gung des Ein­griffs in Art. 33 Abs. 5 GG gefol­gert wer­den. Ob die Posi­ti­on des Kanz­lers mit­hin als kom­ple­men­tä­res Ele­ment zur poli­tisch ver­ant­wort­li­chen Hoch­schul­spit­ze sowie als deren "idea­le Ergän­zung", fer­ner als Garant von Kon­ti­nui­tät, Sach­ver­stand und Unab­hän­gig­keit zu ver­ste­hen ist, ergibt sich – gera­de im Hin­blick auf beam­ten­ver­fas­sungs­recht­li­che Schluss­fol­ge­run­gen – nicht aus der his­to­ri­schen Scha­blo­ne des Uni­ver­si­täts­kanz­lers im Spie­gel­bild der Zei­ten, son­dern ganz kon­kret aus den jewei­li­gen hoch­schul­recht­li­chen Vor­schrif­ten und dem Rege­lungs­zu­sam­men­hang, in den sie hin­ein­ge­stellt sind.

Die nor­ma­ti­ve Orga­ni­sa­ti­ons- und Struk­tur­ent­schei­dung des bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz­ge­bers für eine star­ke mono­kra­ti­sche Lei­tungs­po­si­ti­on des Hoch­schul­prä­si­den­ten ist zwar nicht zu bean­stan­den, kann aber die Durch­bre­chung des Lebens­zeit­prin­zips nicht recht­fer­ti­gen. Die Zu- und Unter­ord­nung des Hoch­schul­kanz­lers zur Ver­ant­wor­tungs­sphä­re des Hoch­schul­prä­si­den­ten ist kein hin­rei­chen­der Sach­grund für die Beru­fung des Kanz­lers in ein Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit. Nichts ande­res folgt aus Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG.

Der Lan­des­hoch­schul­ge­setz­ge­ber hat den Prä­si­den­ten nach § 64 Abs. 1 BbgHG zum zen­tra­len Hoch­schul­or­gan neben dem Hoch­schul­se­nat bestimmt 70. Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent lei­tet die Hoch­schu­le in eige­ner Zustän­dig­keit und Ver­ant­wor­tung und ist für die Ver­tre­tung nach außen zustän­dig (§ 65 Abs. 1 Satz 1 BbgHG) 71. Ihre oder sei­ne Zustän­dig­kei­ten sind nicht abschlie­ßend auf­ge­zählt, viel­mehr besteht eine Zustän­dig­keits­zu­wei­sung für alle Auf­ga­ben, sofern nicht im Ein­zel­fall etwas ande­res durch das Bran­den­bur­gi­sche Hoch­schul­ge­setz gere­gelt ist (§ 65 Abs. 1 Satz 3 BbgHG). Zu den geson­dert und bei­spiel­haft auf­ge­führ­ten Zustän­dig­kei­ten der Prä­si­den­tin oder des Prä­si­den­ten (§ 65 Abs. 1 Satz 4 BbgHG) gehört – unter ande­rem – die Vor­be­rei­tung von Kon­zep­ten für die Hoch­schul­ent­wick­lung, ins­be­son­de­re des Struk­tur- und Ent­wick­lungs­pla­nes (Nr. 1), wobei die­ses Initia­tiv­recht als Aus­druck der gestärk­ten Hoch­schul­au­to­no­mie der stra­te­gi­schen hoch­schul­po­li­ti­schen Aus­rich­tung der Hoch­schu­le dient 72. Mit die­sem Kon­zep­ti­ons- und Vor­schlags­recht erhält der Prä­si­dent eine zen­tra­le gestal­te­ri­sche Kom­pe­tenz, die der auch ent­wick­lungs­ge­schicht­li­chen Erkennt­nis einer beson­ders her­vor­ge­ho­be­nen Stel­lung des Prä­si­den­ten in der Hoch­schul­lei­tung ent­spricht 73. Fer­ner ist die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent zustän­dig für die Ein­rich­tung und Auf­lö­sung von Fach­be­rei­chen, Zen­tra­len Ein­rich­tun­gen und Betriebs­ein­hei­ten sowie von Stu­di­en­gän­gen nach Anhö­rung des Senats (Nr. 2). Das bran­den­bur­gi­sche Hoch­schul­recht weist dem Prä­si­den­ten mit die­ser Ent­schei­dungs­be­fug­nis ein weit­ge­hen­des Recht zu, hoch­schul­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Struk­tur­ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Dar­über hin­aus ist die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent zustän­dig für die Auf­stel­lung und Bewirt­schaf­tung des Haus­halts sowie die befris­te­te und leis­tungs­be­zo­ge­ne Zuwei­sung von Mit­teln und Stel­len an die Fach­be­rei­che und Zen­tra­len Ein­rich­tun­gen nach Maß­ga­be der Ergeb­nis­se der Eva­lua­ti­on (Nr. 5). Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent ist über­dies nach § 37 Abs. 2 Satz 2 BbgHG Dienst­vor­ge­setz­ter des gesam­ten wis­sen­schaft­li­chen, künst­le­ri­schen und nicht­wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nals der Hoch­schu­le. Aus der Ent­ste­hungs­ge­schich­te der Norm ist ersicht­lich, dass die­se Aus­wei­tung der Dienst­vor­ge­setz­ten­ei­gen­schaft bewuss­ter Aus­druck der Zen­tra­li­sie­rung von Kom­pe­ten­zen und Lei­tungs­be­fug­nis­sen in der Per­son des Prä­si­den­ten ist 74. Sie oder er ist damit auch Dienst­vor­ge­setz­ter der Kanz­le­rin oder des Kanz­lers.

Die Auf­ga­ben­be­schrei­bung des Hoch­schul­kanz­lers ist dem­ge­gen­über sehr all­ge­mein gehal­ten. Nach § 67 Abs. 1 BbgHG lei­tet die Kanz­le­rin oder der Kanz­ler die Ver­wal­tung der Hoch­schu­le unter der Ver­ant­wor­tung der Prä­si­den­tin oder des Prä­si­den­ten und ist Beauf­trag­ter für den Haus­halt. In der Grund­ord­nung der im Aus­gangs­ver­fah­ren bei­gela­de­nen Hoch­schu­le ist die Ver­wal­tungs­lei­tung um die "Füh­rung der lau­fen­den Geschäf­te der Ver­wal­tung" ergänzt. Ein­ge­schränkt wird die Ver­wal­tungs­lei­tungs­kom­pe­tenz indes durch die Stel­lung des Prä­si­den­ten als Dienst­vor­ge­setz­ter des – auch nicht­wis­sen­schaft­li­chen – Hoch­schul­per­so­nals. Ledig­lich nach Maß­ga­be der Grund­ord­nung obliegt (auch) dem Kanz­ler die Ver­tre­tung des Prä­si­den­ten in Rechts- und Ver­wal­tungs­an­ge­le­gen­hei­ten; aller­dings bleibt es dabei 75, dass sich der dem Kanz­ler bei der Lei­tung der Ver­wal­tung zuste­hen­de ange­mes­se­ne Ent­schei­dungs- und Hand­lungs­spiel­raum im durch den Prä­si­den­ten vor­ge­ge­be­nen Hand­lungs­rah­men bewe­gen muss, da der Kanz­ler "unter der Ver­ant­wor­tung" des Prä­si­den­ten agiert 76. Der Vor­la­ge­be­schluss geht daher davon aus, dass der Prä­si­dent dem Kanz­ler als Dienst­vor­ge­setz­ter auch Ein­zel­an­wei­sun­gen ertei­len kann 77. Dar­über hin­aus ord­net § 67 Abs. 1 Satz 2 BbgHG den Kanz­ler in sei­ner Funk­ti­on als Beauf­trag­ter für den Haus­halt orga­ni­sa­ti­ons­recht­lich aus­drück­lich dem Prä­si­den­ten zu, in des­sen Zustän­dig­keit gemäß § 65 Abs. 1 Satz 4 Nr. 5 BbgHG Auf­stel­lung und Bewirt­schaf­tung des Haus­halts fal­len.

Dem bran­den­bur­gi­schen Lan­des­hoch­schul­ge­setz­ge­ber stand es grund­sätz­lich frei, sich für eine bestimm­te Orga­ni­sa­ti­ons­form der Hoch­schu­len zu ent­schei­den und den Prä­si­den­ten als zen­tra­les Lei­tungs­or­gan mit weit­ge­hen­den Befug­nis­sen aus­zu­stat­ten.

Der Gesetz­ge­ber ver­fügt über einen wei­ten Gestal­tungs­spiel­raum, um den Wis­sen­schafts­be­trieb mit Blick auf die unter­schied­li­chen Auf­ga­ben von wis­sen­schaft­li­chen Ein­rich­tun­gen und auf die Inter­es­sen aller dar­an Betei­lig­ten in Wahr­neh­mung sei­ner gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tung zu regeln. Er ist nicht an über­kom­me­ne Model­le der Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on gebun­den und darf zur Ver­wirk­li­chung sei­ner hoch­schul­po­li­ti­schen Auf­fas­sun­gen Anfor­de­run­gen an eine effi­zi­en­te Orga­ni­sa­ti­on, gute Haus­halts­füh­rung und kla­re Ver­ant­wor­tungs­zu­wei­sung unter­schied­lich gewich­ten 78. Dem Gesetz­ge­ber bleibt bei der Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on ein brei­ter Raum, um sei­ne hoch­schul­po­li­ti­schen Auf­fas­sun­gen zu ver­wirk­li­chen und die Hoch­schu­len den gesell­schaft­li­chen und wis­sen­schafts­so­zio­lo­gi­schen Gege­ben­hei­ten anzu­pas­sen 79. Die Siche­rung der Wis­sen­schafts­frei­heit des Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG ver­langt aber, dass die Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler mit Hil­fe orga­ni­sa­to­ri­scher Rege­lun­gen durch ihre Ver­tre­tung in Hoch­schul­or­ga­nen Gefähr­dun­gen der Wis­sen­schafts­frei­heit abweh­ren und ihre fach­li­che Kom­pe­tenz zur Ver­wirk­li­chung der Wis­sen­schafts­frei­heit in die Orga­ni­sa­ti­on ein­brin­gen kön­nen. Der Gesetz­ge­ber muss für die Orga­ni­sa­ti­on der Wis­sen­schafts­frei­heit ein Gesamt­ge­fü­ge schaf­fen, in dem Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se und Mit­wir­kungs­rech­te, Ein­fluss­nah­me, Infor­ma­ti­on und Kon­trol­le so beschaf­fen sind, dass Gefah­ren für die Frei­heit von Leh­re und For­schung ver­mie­den wer­den. Orga­ni­sa­ti­ons­nor­men sind dann mit Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG nicht ver­ein­bar, wenn durch sie ein Gesamt­ge­fü­ge geschaf­fen wird, das die freie wis­sen­schaft­li­che Betä­ti­gung und Auf­ga­ben­er­fül­lung struk­tu­rell gefähr­det 78. Die mit Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG garan­tier­te Mit­wir­kung von Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­lern im wis­sen­schafts­or­ga­ni­sa­to­ri­schen Gesamt­ge­fü­ge einer Hoch­schu­le darf der Gesetz­ge­ber ins­be­son­de­re nach Art und Wei­se frei gestal­ten, solan­ge die wis­sen­schaft­lich Täti­gen an wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ent­schei­dun­gen hin­rei­chend mit­wir­ken kön­nen 80. So ist das Recht eines plu­ral zusam­men­ge­setz­ten Ver­tre­tungs­or­gans zur Bestel­lung und auch zur Abbe­ru­fung von Lei­tungs­per­so­nen ein zen­tra­les und effek­ti­ves Ein­fluss- und Kon­troll­in­stru­ment der wis­sen­schaft­lich Täti­gen auf die Orga­ni­sa­ti­on 81. Je höher Aus­maß und Gewicht der den Lei­tungs­per­so­nen zuste­hen­den Befug­nis­se sind, des­to eher muss die Mög­lich­keit gege­ben sein, sich selbst­be­stimmt von die­sen zu tren­nen. Je mehr, je grund­le­gen­der und je sub­stan­ti­el­ler wis­sen­schafts­re­le­van­te per­so­nel­le und sach­li­che Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se dem kol­le­gia­len Selbst­ver­wal­tungs­or­gan ent­zo­gen und einem Lei­tungs­or­gan zuge­wie­sen wer­den, des­to stär­ker muss im Gegen­zug die Mit­wir­kung des Selbst­ver­wal­tungs­or­gans an der Bestel­lung und Abbe­ru­fung die­ses Lei­tungs­or­gans und an des­sen Ent­schei­dun­gen aus­ge­stal­tet sein. Der Gesetz­ge­ber muss die­sen Zusam­men­hang durch­gän­gig berück­sich­ti­gen 82.

Wird die­ser Kom­pen­sa­ti­ons­zu­sam­men­hang im Ver­hält­nis vom Lei­tungs- zum Selbst­ver­wal­tungs­or­gan beach­tet, ent­hält das Grund­ge­setz – wie aus­ge­führt – weder eine hoch­schul­po­li­ti­sche Vor­ga­be für eine bestimm­te Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on noch für ein bestimm­tes Lei­tungs­mo­dell 83. Im Mit­tel­punkt ste­hen pro­ze­du­ra­le Mit­wir­kungs­rech­te der Selbst­ver­wal­tungs­or­ga­ne gegen­über dem Lei­tungs­or­gan, und dies im Grund­satz unbe­scha­det des­sen kon­kre­ter Struk­tu­rie­rung. Auch mono­kra­ti­sche Lei­tungs­or­ga­ne sind daher unter dem Vor­be­halt der Wah­rung wis­sen­schafts­ad­äqua­ter Anfor­de­run­gen mit der Ver­fas­sung ver­ein­bar 84. Nach dem Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz in sei­ner der­zei­ti­gen Fas­sung, wie es Gegen­stand der Vor­la­ge ist, ist die Lei­tungs­struk­tur der bran­den­bur­gi­schen Hoch­schu­len im Grund­satz strikt mono­kra­tisch, so dass sich die Fra­gen von hin­rei­chen­dem Ein­fluss und Kon­trol­le der wis­sen­schaft­lich Täti­gen auf die Orga­ni­sa­ti­on auf das Ver­hält­nis zum Lei­tungs­or­gan selbst beschrän­ken. Betrof­fen ist mit­hin allein das Ver­hält­nis des Senats zum Prä­si­den­ten, nicht hin­ge­gen zu dem "unter der Ver­ant­wor­tung des Prä­si­den­ten" han­deln­den Kanz­ler. Anders und wei­ter wäre das Rück­bin­dungs­ver­hält­nis nur dann zu fas­sen, wenn nicht eine mono­kra­ti­sche, son­dern im enge­ren Sin­ne kol­le­gia­le Lei­tungs­struk­tur zu Ent­schei­dun­gen beru­fen wäre, die sich poten­ti­ell wis­sen­schafts­ge­fähr­dend aus­wir­ken könn­ten 85.

Dem bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­recht ist kein zwin­gen­der Sach­grund für eine Durch­bre­chung des Lebens­zeit­prin­zips als her­ge­brach­ter Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums zu ent­neh­men. Aus der beson­de­ren Sach­ge­setz­lich­keit und der Art der vom Kanz­ler wahr­ge­nom­me­nen Auf­ga­ben las­sen sich kei­ne durch­grei­fen­den Anhalts­punk­te für eine Recht­fer­ti­gung der Aus­ge­stal­tung des Kanz­ler­am­tes im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit fol­gern.

Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent lei­tet auf­grund der gesetz­ge­be­ri­schen Ent­schei­dung in eige­ner Zustän­dig­keit und Ver­ant­wor­tung mono­kra­tisch die Hoch­schu­le; sie oder er wird hier­bei von einem etwai­gen Prä­si­di­um ledig­lich unter­stützt. Dem Kanz­ler ist durch § 67 Abs. 1 BbgHG nur ein eige­ner Sach­be­reich als Lei­ter der Ver­wal­tung der Hoch­schu­le zuge­wie­sen, und dies zudem unter der Ver­ant­wor­tung des Prä­si­den­ten. Hin­zu kommt die Stel­lung als Beauf­trag­ter für den Haus­halt. Schon die­se aktu­el­le Aus­ge­stal­tung der Betei­li­gung des Kanz­lers an Hoch­schul­lei­tungs­funk­tio­nen steht in gesetz­ge­bungs­his­to­ri­scher Per­spek­ti­ve für die bis­lang stärks­te funk­tio­na­le Ein­ord­nung in den mono­kra­tisch zuge­spitz­ten Auf­ga­ben­kreis des Prä­si­den­ten 75. Auch ist der Kanz­ler dem Prä­si­den­ten nach § 37 Abs. 2 Satz 2 BbgHG direkt dienst­recht­lich unter­stellt. Dem ent­spricht es, dass der Kanz­ler nicht mehr durch den Minis­ter, son­dern durch den Prä­si­den­ten selbst bestellt wird. Auch dies ver­deut­licht die Stel­lung des Kanz­lers im Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Prä­si­den­ten. Hin­zu kommt die sach­li­che Abhän­gig­keit des Kanz­lers von der Hoch­schul­lei­tung. Aus der Ver­wal­tungs­lei­tungs­tä­tig­keit des Kanz­lers "unter der Ver­ant­wor­tung" des Prä­si­den­ten in Ver­bin­dung mit des­sen Dienst­vor­ge­setz­ten­ei­gen­schaft fol­gert das vor­le­gen­de Gericht nach­voll­zieh­bar, dass dem Kanz­ler auch Ein­zel­an­wei­sun­gen erteilt wer­den kön­nen. Der dem Kanz­ler bei der Füh­rung der lau­fen­den Geschäf­te der Ver­wal­tung zuzu­ge­ste­hen­de Ent­schei­dungs- und Hand­lungs­spiel­raum wird über­dies durch den Rah­men begrenzt, der durch die hoch­schul­po­li­tisch-stra­te­gi­schen Grund­ent­schei­dun­gen des Prä­si­den­ten gezo­gen wird. In funk­tio­nel­ler Hin­sicht fin­det sich der Kanz­ler durch die­ses Span­nungs­ver­hält­nis an der Schnitt­stel­le von Hoch­schul­lei­tung und Ver­wal­tungs­ap­pa­rat, indem er einer­seits unter der Ver­ant­wor­tung des Prä­si­den­ten des­sen stra­te­gi­sche Ent­schei­dun­gen mit­zu­tra­gen hat und ande­rer­seits für ihre Umset­zung als Ver­wal­tungs­lei­ter zustän­dig ist 86. Die Schnitt­stel­len­funk­ti­on ist zudem erkenn­bar, wenn es um die durch­aus auch initi­ie­ren­de Vor­be­rei­tung von poli­ti­scher Wil­lens­bil­dung der Lei­tungs­or­ga­ne geht: Denn einer­seits muss der Kanz­ler sicher­stel­len, dass der Infor­ma­ti­ons­fluss aus den Fach­stel­len der Ver­wal­tung die Hoch­schul­spit­ze erreicht und in deren Ent­schei­dungs­fin­dung Berück­sich­ti­gung fin­den kann; ande­rer­seits ist er in die Umset­zung der­art getrof­fe­ner Rich­tungs­ent­schei­dun­gen in den Ver­wal­tungs­kör­per der Hoch­schu­le maß­geb­lich ein­ge­bun­den 87. Selbst­ver­ständ­lich hat der Kanz­ler als Lei­ter der Ver­wal­tung auch zu gewähr­leis­ten, dass der Prä­si­dent sowie etwai­ge wei­te­re Vize­prä­si­den­ten in ihren jewei­li­gen Res­sorts und Ver­ant­wor­tungs­be­rei­chen ange­mes­sen admi­nis­tra­tiv unter­stützt wer­den 88.

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Lan­des Bran­den­burg ergibt sich aus die­ser Zuord­nung des Kanz­lers zur Ver­ant­wor­tungs­sphä­re des Prä­si­den­ten jedoch kei­ne Not­wen­dig­keit, einen im Beam­ten­ver­hält­nis beschäf­tig­ten Kanz­ler nur auf Zeit zu bestel­len. Auch wenn der Kanz­ler als Lei­ter der Hoch­schul­ver­wal­tung und damit enger Mit­ar­bei­ter des Prä­si­den­ten des­sen hoch­schul­po­li­ti­sche Kon­zep­te ver­wal­tungs­tech­nisch und mit den zur Ver­fü­gung ste­hen­den Haus­halts­mit­teln umset­zen muss, lässt sich hier­aus kei­ne über die all­ge­mei­ne beam­ten­recht­li­che Treue­pflicht hin­aus­ge­hen­de Loya­li­täts­be­zie­hung her­lei­ten. Treue, Pflicht­er­fül­lung, unpar­tei­ischen Dienst für das Gemein­we­sen sowie Gehor­sam gegen­über Geset­zen und recht­mä­ßi­gen Anord­nun­gen des Dienst­vor­ge­setz­ten schul­det jeder Beam­ter 89. Der Kanz­ler in der Aus­ge­stal­tung des bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­rechts kann von daher gese­hen als kom­ple­men­tä­res Ele­ment zur poli­tisch ver­ant­wort­li­chen Hoch­schul­spit­ze ver­stan­den wer­den 90. Ihm ist die Wah­rung von Kon­ti­nui­tät, Sach­ver­stand und Unab­hän­gig­keit 67 als Auf­ga­be unab­hän­gig von der Amts­zeit des Prä­si­den­ten, dem er zuge­ord­net ist, über­tra­gen: Kon­ti­nui­tät zeich­net das Amt des Kanz­lers aus, da die Amts­zeit – sei es im Ange­stell­ten, sei es im Beam­ten­ver­hält­nis – nach § 67 Abs. 2 Satz 4 BbgHG sechs Jah­re beträgt, ohne dass – anders als beim Prä­si­den­ten (§ 65 Abs. 4 BbgHG) – eine gesetz­li­che Abwahl­re­ge­lung die Amts­zeit von vorn­her­ein an den fort­be­stehen­den kon­sti­tu­ie­ren­den Wil­len des Senats als zustän­di­gem Hoch­schul­or­gan bin­den wür­de. Die Qua­li­fi­ka­ti­ons­an­for­de­run­gen gemäß § 67 Abs. 3 BbgHG sichern die nor­ma­ti­ve Erwar­tung eines der Stel­lung des Ver­wal­tungs­lei­ters ange­mes­se­nen Sach­ver­stands. Das insti­tu­tio­nel­le Pos­tu­lat der Unab­hän­gig­keit des Kanz­lers ist dif­fe­ren­ziert zu betrach­ten. Nach der nor­ma­ti­ven Aus­ge­stal­tung der Posi­ti­on fin­det die Unab­hän­gig­keit des Kanz­lers schon von Ver­fas­sungs wegen ihre Gren­ze in der beam­ten­recht­li­chen Treue­pflicht, die als her­ge­brach­ter Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums aus­drück­lich etwa in Art. 33 Abs. 4 GG ("Dienst- und Treue­ver­hält­nis") Erwäh­nung gefun­den hat 91. Nicht nur der ihn bin­den­de gesetz­li­che Rah­men, son­dern auch die recht­mä­ßi­gen Anord­nun­gen des dienst­vor­ge­setz­ten Prä­si­den­ten zie­hen der Unab­hän­gig­keit des ver­be­am­te­ten Kanz­lers Gren­zen. Das Bran­den­bur­gi­sche Hoch­schul­ge­setz weist ihm fer­ner kei­ne aus­drück­li­chen – eige­nen – Gestal­tungs­auf­trä­ge hoch­schul­po­li­ti­scher Art zu, son­dern mit der Lei­tung der Ver­wal­tung eine rein sach­be­zo­ge­ne, der ord­nungs­ge­mä­ßen Füh­rung der lau­fen­den Geschäf­te ent­spre­chen­de Tätig­keit. Nicht frei von einer gewis­sen Ambi­va­lenz ist der Kanz­ler jedoch gera­de hier­bei auf ein Min­dest­maß an Unab­hän­gig­keit auch gegen­über dem Prä­si­den­ten ange­wie­sen. Denn die Gewähr­leis­tung einer rechts­staat­li­chen Ver­wal­tung in Ver­bin­dung mit dem Auf­trag, auch im hoch­schul­po­li­ti­schen Kräf­te­spiel eine sta­bi­le, geset­zes­treue Ver­wal­tung zu sichern, führt das beam­ten­recht­li­che Ide­al­bild eines auf Objek­ti­vi­tät und Sach­be­zo­gen­heit ver­pflich­te­ten Amts­wal­ters mit der Norm­struk­tur des § 67 BbgHG zusam­men. Die Stel­lung des Kanz­lers als Beauf­trag­ter für den Haus­halt mit den damit ver­bun­de­nen her­aus­ge­ho­be­nen Anfor­de­run­gen unter­streicht die­ses Pos­tu­lat. Bereits die­se Gesichts­punk­te spre­chen dafür, die Stel­lung des Kanz­lers nicht durch eine Reduk­ti­on sei­nes Sta­tus auf die­je­ni­ge eines Beam­ten auf Zeit zu schwä­chen.

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Lan­des Bran­den­burg ergibt sich auch aus den orga­ni­sa­ti­ons­recht­li­chen Anfor­de­run­gen der Wis­sen­schafts­frei­heit kein hin­rei­chen­der Sach­grund für die Bestel­lung des Kanz­lers nur im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit.

Die Ver­mu­tung, die durch das Lebens­zeit­prin­zip ver­mit­tel­te Unab­hän­gig­keit des Berufs­be­am­ten­tums in der Per­son des Kanz­lers kön­ne sich wis­sen­schafts­hem­mend aus­wir­ken, da die­ser die Rea­li­sie­rung von For­schungs­frei­heit nega­tiv beein­flus­sen kön­ne, recht­fer­tigt die Durch­bre­chung von Art. 33 Abs. 5 GG nicht. Wie­so aus­ge­rech­net dem Kanz­ler als Lei­ter der Ver­wal­tung ein beson­de­res Gefähr­dungs­po­ten­ti­al zu Las­ten des frei­en Wis­sen­schafts­be­triebs zuge­schrie­ben wird, ist nicht nach­voll­zieh­bar. Vor allem blen­det die­se Risi­ko­zu­schrei­bung die gesetz­li­che Aus­ge­stal­tung des Kanz­ler­amts nach § 67 BbgHG gera­de im Ver­hält­nis zum Prä­si­den­ten als der Zen­tral­fi­gur der Hoch­schul­lei­tung gemäß § 65 BbgHG aus. In sei­ner Funk­ti­on als Lei­ter der Hoch­schul­ver­wal­tung und damit enger Mit­ar­bei­ter des Prä­si­den­ten hat der Kanz­ler des­sen hoch­schul­po­li­ti­sche Kon­zep­te ver­wal­tungs­tech­nisch sowie mit den zur Ver­fü­gung ste­hen­den Haus­halts­mit­teln umzu­set­zen, und damit ohne Zwei­fel in nicht uner­heb­li­chem Maße Berüh­rungs­punk­te mit den wis­sen­schaft­lich Täti­gen. Dies ent­spricht jedoch gera­de sei­ner his­to­risch wie insti­tu­tio­nell begrün­de­ten Sta­bi­li­sie­rungs- und Schnitt­stel­len­funk­ti­on 92. Maß­geb­lich ist, dass das bran­den­bur­gi­sche Hoch­schul­recht dem Kanz­ler gera­de kei­ne hoch­schul­po­li­ti­sche Ent­schei­dungs­do­mä­ne zuweist, die mit einem eige­nen Gestal­tungs­spiel­raum auch im Ver­hält­nis zum Prä­si­den­ten ein­her­geht. Dass dem Kanz­ler bei der Füh­rung der lau­fen­den Geschäf­te der Ver­wal­tung schon auf­grund sei­nes juris­ti­schen und öko­no­mi­schen Sach­ver­stands gewis­se – fak­ti­sche – Prä­ro­ga­ti­ven zukom­men, ändert nichts an der gesetz­lich aus­drück­lich nor­mier­ten Ver­or­tung des Kanz­lers im Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Prä­si­den­ten. Für eine Befris­tung des Kanz­ler­amts im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit spricht daher auch nicht die behaup­te­te Not­wen­dig­keit der Gewähr­leis­tung von Fle­xi­bi­li­tät und Fluk­tua­ti­on der wis­sen­schafts­prä­gen­den For­schungs­ar­beit bei beschränk­ten Res­sour­cen. War­um sich der Topos der Fle­xi­bi­li­tät und Fluk­tua­ti­on im Wis­sen­schafts­be­trieb auf der admi­nis­tra­ti­ven und pri­mär (gesetzes-)vollziehenden Ebe­ne des Kanz­lers als Lei­ter der Hoch­schul­ver­wal­tung spie­geln müs­se, erschließt sich schon nach dem Vor­brin­gen des Lan­des nicht. Gegen eine sol­che Ein­be­zie­hung des Kanz­lers in das Ver­hält­nis von Grund­rechts­trä­gern und Lei­tungs­or­gan spricht indes auch die Bewer­tung von Norm­sys­te­ma­tik und ‑zweck, die schon in den Geset­zes­be­grün­dun­gen Aus­druck gefun­den hat. Der Hoch­schul­se­nat ist nicht nur ver­fas­sung­ge­ben­des Organ der Hoch­schu­le, son­dern auch Auf­sichts­gre­mi­um über den Prä­si­den­ten 93. Die Ver­ant­wor­tung für das Han­deln des Kanz­lers liegt beim Prä­si­den­ten als Lei­ter der Hoch­schu­le und Dienst­vor­ge­setz­ten des Kanz­lers; des­sen Stel­lung unter­fällt ein­deu­tig dem Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Prä­si­den­ten 75.

Daher ist zwar einer­seits rich­tig, dass das bran­den­bur­gi­sche Hoch­schul­recht die her­aus­ge­ho­be­ne Stel­lung des Prä­si­den­ten betont und ihm die Funk­ti­on des Kanz­lers zu- und unter­ord­net, um sämt­li­che Kräf­te der Hoch­schu­le unter der mono­kra­ti­schen Lei­tung des Prä­si­den­ten zu bün­deln. Ande­rer­seits folgt aus Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG gera­de nicht, dass der in der Posi­ti­on des Prä­si­den­ten zum Aus­druck kom­men­de hohe Auto­no­mie­grad der bran­den­bur­gi­schen Hoch­schu­len struk­tu­rell durch eine "unfle­xi­ble" Beset­zung auf der Posi­ti­on des Kanz­lers kon­ter­ka­riert wird. Fak­tisch mag sich die Mög­lich­keit einer Neu­be­set­zung der Kanz­ler­po­si­ti­on nach Ablauf einer Befris­tung als deut­lich ein­fa­cher erwei­sen als die Mög­lich­kei­ten der Ver­set­zung oder Abbe­ru­fung 94; dies ist jedoch kei­ne For­de­rung, die Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG zu ent­neh­men ist und eine Ein­schrän­kung des in Art. 33 Abs. 5 GG ver­an­ker­ten Lebens­zeit­prin­zips recht­fer­ti­gen könn­te. Mit der hier maß­geb­li­chen Fas­sung des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­set­zes hat der bran­den­bur­gi­sche Gesetz­ge­ber durch­gän­gig berück­sich­tigt, dass die Mit­wir­kung des Selbst­ver­wal­tungs­or­gans (Senat) an der Bestel­lung und Abbe­ru­fung des Lei­tungs­or­gans (Prä­si­dent) stark aus­ge­stal­tet sein muss, um des­sen ihm grund­le­gend und sub­stan­ti­ell zuge­wie­se­ne wis­sen­schafts­re­le­van­te Ent­schei­dungs­be­fug­nis­se zu kom­pen­sie­ren 95. Die Stel­lung des Hoch­schul­kanz­lers nach § 67 BbgHG wird dadurch nicht berührt.

Das vom bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz­ge­ber – zuläs­si­ger­wei­se – gewähl­te Modell einer domi­nan­ten Prä­si­di­al­hoch­schul­lei­tung unter enger Bei­ord­nung des ver­wal­tungs­lei­ten­den Kanz­lers kann auch ohne des­sen Bestel­lung im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit rea­li­siert wer­den.

Neben der auch von § 67 Abs. 2 Satz 2 BbgHG vor­ge­se­he­nen Mög­lich­keit der Anstel­lung der Kanz­le­rin oder des Kanz­lers im befris­te­ten pri­vat­recht­li­chen Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis bestel­len ande­re Bun­des­län­der den Hoch­schul­kanz­ler im Beam­ten­ver­hält­nis auf Lebens­zeit bei vor­he­ri­ger Ernen­nung im Beam­ten­ver­hält­nis auf Pro­be, ohne dass dies das mono­kra­ti­sche Hoch­schul­lei­tungs­mo­dell in Fra­ge stel­len wür­de. Für die­se Aus­ge­stal­tung im Lebens­zeit­be­am­ten­ver­hält­nis, wel­che auf­grund der vor­he­ri­gen Pro­be­zeit eine Über­prü­fung der Bewäh­rung des Kanz­lers im Amt erlaubt, haben sich Bay­ern (vgl. Art. 23 Abs. 2 Satz 3 Baye­ri­sches Hoch­schul­ge­setz 96) und Meck­len­burg-Vor­pom­mern (vgl. § 87 Abs. 2 Satz 2 und 3 Lan­des­hoch­schul­ge­setz Meck­len­burg-Vor­pom­mern 97) ent­schie­den. Dass die­se Ori­en­tie­rung am von Art. 33 Abs. 5 GG vor­ge­se­he­nen Regel­fall (vgl. § 4 Abs. 1 Satz 2 BeamtStG) des Beam­ten­ver­hält­nis­ses auf Lebens­zeit zu struk­tu­rel­len Ver­wer­fun­gen im Ver­hält­nis zur Prä­si­di­al­spit­ze der Hoch­schu­len füh­ren wür­de, hat die Staats­re­gie­rung des Frei­staats Bay­ern nicht vor­ge­tra­gen. Ange­sichts der spe­zi­ell in Bay­ern vor­ge­se­he­nen Mög­lich­keit der Abbe­ru­fung sowie der all­ge­mei­nen Zuläs­sig­keit einer Ver­set­zung 98 lie­gen der­ar­ti­ge struk­tu­rel­le Kon­flikt­la­gen auch nicht nahe, recht­fer­ti­gen jeden­falls nicht eine Durch­bre­chung von Art. 33 Abs. 5 GG gleich­sam auf blo­ßen Ver­dacht hin.

Bezo­gen auf das Funk­ti­ons­amt des Kanz­lers ist auch denk­bar, die Unab­hän­gig­keit des wei­ter­hin im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit beschäf­tig­ten Kanz­lers dadurch zu sichern, ihm "kom­pen­sa­to­risch" einen gebun­de­nen Anspruch auf Über­nah­me in den Lan­des­dienst ein­zu­räu­men. Für den Hoch­schul­kanz­ler fand eine sol­che Rege­lung gemäß § 93 Abs. 2 BbgHG in Ver­bin­dung mit § 68 BbgHG in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.07.2004 noch Anwen­dung; nach dem der­zeit gel­ten­den § 67 Abs. 4 Satz 2 BbgHG ist eine Über­nah­me in den Lan­des­dienst nur nach Ver­ein­ba­rung vor­ge­se­hen. Jedoch wäre auch mit einem (Rück-)Übernahmeanspruch, gerich­tet auf einen der frü­he­ren – das heißt vor Antritt der Kanz­ler­po­si­ti­on – Rechts­stel­lung ver­gleich­ba­ren Sta­tus die Siche­rung der Unab­hän­gig­keit der Amts­füh­rung nicht voll­stän­dig. Ein der­ar­ti­ger Über­nah­me­an­spruch müss­te viel­mehr de lege feren­da auf ein der (Status-)Wertigkeit des Kanz­ler­am­tes gleich­wer­ti­ges ande­res Amt im Lan­des­dienst gerich­tet sein. Einen sol­chen Anspruch sieht indes der­zeit kei­nes der Lan­des­hoch­schul­ge­set­ze vor. Ihn im Wege der ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung in die maß­geb­li­chen Vor­schrif­ten hin­ein­zu­le­sen, lässt die schon nach Wort­laut und Sinn­ge­halt ein­deu­ti­ge Rege­lung nicht zu 99.

Schließ­lich weist ein Ver­gleich mit den tra­di­ti­ons­ge­mä­ßen his­to­ri­schen Fall­grup­pen akzep­tier­ter Durch­bre­chun­gen des Lebens­zeit­prin­zips kei­ne über­zeu­gen­den Sach­ge­setz­lich­kei­ten aus, die eine Her­aus­nah­me des Hoch­schul­kanz­lers nach bran­den­bur­gi­schem Hoch­schul­recht aus dem Gewähr­leis­tungs­be­reich des Art. 33 Abs. 5 GG recht­fer­ti­gen könn­ten.

Mit der Kate­go­rie des kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten ist der Hoch­schul­kanz­ler nach bran­den­bur­gi­schem Hoch­schul­recht nicht ver­gleich­bar.

Maß­geb­li­ches Dif­fe­ren­zie­rungs­kri­te­ri­um und bestim­men­des Sach­merk­mal der Wahl­be­am­ten im Gegen­satz zum Nor­mal­fall des Beam­ten­ver­hält­nis­ses auf Lebens­zeit ist der Wahl­akt (vgl. § 11 Abs. 1 Nr. 3 Buch­sta­be c BeamtStG) als Akt demo­kra­ti­scher, peri­odisch zu erneu­ern­der Wil­lens­bil­dung. Die­ser Wahl­akt hat kon­sti­tu­ti­ve Bedeu­tung und ver­mit­telt im Ver­bund mit der – regel­mä­ßig – kom­mu­nal­ver­fas­sungs­recht­lich vor­ge­se­he­nen Mög­lich­keit der Abbe­ru­fung des kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten des­sen poli­ti­sche Rück­bin­dung. Hier­von unter­schei­den sich die Bestel­lung und Wie­der­be­stel­lung des Hoch­schul­kanz­lers nach § 67 Abs. 2 Satz 1 BbgHG wesent­lich. Gemäß § 65 Abs. 2 Satz 1 BbgHG wird die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent auf­grund des Wahl­vor­schla­ges einer Fin­dungs­kom­mis­si­on vom zustän­di­gen Organ der Hoch­schu­le auf Zeit gewählt und von dem für die Hoch­schu­len zustän­di­gen Mit­glied der Lan­des­re­gie­rung bestellt. Die­ser Wahl­akt hat, wie aus­ge­führt, Bedeu­tung für die insti­tu­tio­nel­le und per­so­nel­le Siche­rung der Gewähr­leis­tun­gen des Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG. Der so durch Wahl­akt an das zustän­di­ge Hoch­schul­or­gan rück­ge­bun­de­ne Prä­si­dent bestellt sodann den Kanz­ler nach in § 67 Abs. 3 BbgHG wei­ter aus­ge­führ­ten qua­li­fi­ka­ti­ons­be­zo­ge­nen Amts­vor­aus­set­zun­gen. Ange­sichts der Qua­li­fi­ka­ti­ons­merk­ma­le des § 67 Abs. 3 BbgHG bestehen kei­ne Zwei­fel, dass die Aus­wahl­ent­schei­dung der Prä­si­den­tin oder des Prä­si­den­ten an Art. 33 Abs. 2 GG gebun­den ist und sich mit­hin an Eig­nung, Befä­hi­gung und fach­li­cher Leis­tung zu ori­en­tie­ren hat 100. Die Gel­tung von Art. 33 Abs. 2 GG (vgl. § 9 BeamtStG) wur­de sei­tens des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts bereits für den Wahl­vor­schlag des Prä­si­den­ten selbst ange­nom­men, erst recht muss dies für den – orga­ni­sa­to­risch nach­ge­la­ger­ten – Kanz­ler gel­ten 101. Im Gegen­satz dazu erlau­ben die genann­ten Abhän­gig­keits­as­pek­te der poli­tisch-demo­kra­ti­schen Rück­bin­dung der kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten eine Über­la­ge­rung auch des Leis­tungs­prin­zips des Art. 33 Abs. 2 GG 102. Dies ist ein wei­te­rer Unter­schied zum Hoch­schul­kanz­ler in der Aus­ge­stal­tung nach bran­den­bur­gi­schem Hoch­schul­recht.

Wesent­lich sind jedoch weni­ger die Zugangs­vor­aus­set­zun­gen zu den jewei­li­gen Ämtern des Wahl­be­am­ten einer­seits und des Hoch­schul­kanz­lers nach § 67 BbgHG ande­rer­seits, son­dern ist dies der über den for­ma­len Wahl­akt demo­kra­ti­scher Wil­lens­bil­dung 103 ver­mit­tel­te mate­ri­el­le Legi­ti­ma­ti­ons­zu­sam­men­hang. Für die unmit­tel­ba­re Staats­ver­wal­tung und die kom­mu­na­le Selbst­ver­wal­tung gilt: Die ver­fas­sungs­recht­lich not­wen­di­ge demo­kra­ti­sche Legi­ti­ma­ti­on erfor­dert eine unun­ter­bro­che­ne Legi­ti­ma­ti­ons­ket­te vom Volk zu den mit staat­li­chen Auf­ga­ben betrau­ten Orga­nen und Amts­wal­tern 104. Dies zieht die Par­al­le­le zur durch Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG gefor­der­ten Wahl des Hoch­schul­lei­ters (Prä­si­dent oder Rek­tor), da die Mit­wir­kung der betrof­fe­nen Grund­rechts­trä­ger – nor­ma­tiv – der Her­stel­lung von Legi­ti­ma­ti­on für die Ent­schei­dung über aka­de­mi­sche Selbst­ver­wal­tungs­auf­ga­ben dient 105. In die­sem beson­de­ren Umfeld ist der Prä­si­dent (hochschul-)politisch tätig, nicht aber der Kanz­ler nach dem Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz. Ist bei letz­te­rem das Bedürf­nis nach per­ma­nen­ter Rück­kopp­lung zum tra­gen­den Wil­len des Wahl­or­gans nicht nor­ma­tiv vor­ge­ge­ben, so ergibt sich aus dem Ver­gleich mit dem kom­mu­na­len Wahl­be­am­ten kei­ne wei­ter­füh­ren­de Sach­ge­setz­lich­keit der Durch­bre­chung des Lebens­zeit­prin­zips.

Im Gegen­satz zu der durch den bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz­ge­ber als Aus­fluss der Hoch­schul­au­to­no­mie bewusst domi­nant aus­ge­präg­ten Stel­lung der mono­kra­ti­schen Hoch­schul­spit­ze, der zugleich die Befug­nis zur Bestel­lung des Kanz­lers als zuge­ord­ne­tem Ver­wal­tungs­lei­ter zukommt, haben sich ande­re Lan­des­ge­setz­ge­ber für ein Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­ons­mo­dell ent­schie­den, in dem die Rück­kopp­lung des Kanz­lers an den Wil­len eines Wahl­or­gans der Hoch­schu­le mit einer Auf­wer­tung der hoch­schul­po­li­ti­schen Ver­ant­wort­lich­keit des Kanz­lers ver­bun­den ist. So wird etwa in Baden-Würt­tem­berg und in Nord­rhein-West­fa­len der Kanz­ler zwar im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit bestellt, doch han­delt es sich jeweils um Wahl­äm­ter (vgl. §§ 16 ff. Lan­des­hoch­schul­ge­setz Baden-Würt­tem­berg 106; §§ 17 ff. Hoch­schul­ge­setz Nord­rhein-West­fa­len 107). Bei­de Län­der unter­schei­den sich inso­fern vom Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­ge­setz, als sie jeweils aus­drück­lich ein kol­le­gia­les Rek­to­rat zur Lei­tung der Hoch­schu­le bestim­men. In die­sem Lei­tungs­gre­mi­um sind Kanz­ler bezie­hungs­wei­se – in Baden-Würt­tem­berg – ein haupt­amt­li­ches Rek­to­rats­mit­glied für den Bereich der Wirt­schafts- und Per­so­nal­ver­wal­tung grund­sätz­lich gleich­be­rech­tig­te Mit­glie­der und wir­ken unter Vor­sitz des Rek­tors an Lei­tungs­auf­ga­ben der Hoch­schu­le ins­ge­samt mit, die in Bran­den­burg allein dem Prä­si­den­ten vor­be­hal­ten sind. Durch die­se auch hoch­schul­po­li­ti­sche Man­da­tie­rung tritt der Kanz­ler jeweils in das beson­de­re Span­nungs­ver­hält­nis zur Wis­sen­schafts­frei­heit der an der Hoch­schu­le Täti­gen, so dass nach Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG eine Kom­pen­sa­ti­on über Krea­ti­ons- und Abwahl­be­fug­nis­se der Grund­rechts­trä­ger und deren organ­schaft­li­che Ver­tre­tung gebo­ten ist. Gera­de aus der ver­ant­wort­li­chen und grund­sätz­lich wis­sen­schafts­re­le­van­ten Ein­bin­dung des Kanz­lers bezie­hungs­wei­se haupt­amt­li­chen Rek­to­rats­mit­glieds für den Bereich der Wirt­schafts- und Per­so­nal­ver­wal­tung in die Lei­tungs­ebe­ne der Hoch­schu­le folgt die Not­wen­dig­keit von Wahl und Abwahl durch die reprä­sen­ta­ti­ven Wahl­or­ga­ne 108. Ent­spre­chend hat der Wahl­akt auch für den Kanz­ler in die­ser Aus­ge­stal­tung nicht ledig­lich for­ma­le Qua­li­tät bezo­gen auf den Modus der Beru­fung in das Amt, son­dern gera­de einen mate­ri­ell-legi­ti­ma­to­ri­schen Gehalt, der den gewähl­ten Kanz­ler der per­ma­nen­ten Rück­kopp­lung an den Wil­len des Wahl­or­gans unter­wirft 109. Soweit daher der Vor­la­ge­be­schluss den Wahl­akt in iso­lier­ter Betrach­tung allein nicht aus­rei­chen lässt, um die Befris­tung des Beam­ten­ver­hält­nis­ses des Kanz­lers zu recht­fer­ti­gen, trifft die­se Bewer­tung zwar zu, ver­kürzt aber den eigent­li­chen Begrün­dungs­zu­sam­men­hang des Wahl- und Abwahl­akts, der ohne den "hin­rei­chend gewich­ti­gen eigen­stän­di­gen Ent­schei­dungs- und Gestal­tungs­spiel­raum" des Kanz­lers im Gefü­ge der Hoch­schul­lei­tung nicht rich­tig erfasst wer­den kann. Für eine ver­gleich­ba­re Aus­ge­stal­tung haben sich auch ande­re Län­der ent­schie­den.

Im Umkehr­schluss änder­te sich daher an der Pro­ble­ma­tik des bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­rechts im Ergeb­nis nichts, wenn dort nun­mehr anstatt der allei­ni­gen Bestel­lung des Kanz­lers durch den Prä­si­den­ten ein Wahl­akt zur Beru­fung des Kanz­lers ein­ge­führt wür­de. Denn ohne ent­spre­chen­de "Auf­wer­tung" sei­ner hoch­schul­po­li­ti­schen Ver­ant­wort­lich­keit blie­be der Wahl­akt nur ein eher tech­ni­sches Detail einer plu­ra­li­sier­ten hoch­schul­in­ter­nen Ent­schei­dungs­fin­dung 110. Die Ein- und Unter­ord­nung des Kanz­lers unter den mono­kra­tisch stark aus­ge­präg­ten Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Prä­si­den­ten mit den dar­in lie­gen­den Gefähr­dun­gen sei­ner unab­hän­gi­gen Amts­füh­rung wür­de nicht modi­fi­ziert, das Zeit­be­am­ten­ver­hält­nis wäre auf die­se Wei­se nicht zu recht­fer­ti­gen.

Auch mit der her­ge­brach­ten Kate­go­rie der poli­ti­schen Beam­ten lässt sich das Hoch­schul­kanz­ler­amt nicht ver­glei­chen.

Soweit das im Aus­gangs­ver­fah­ren beklag­te Land und die Beru­fungs­ent­schei­dung 111 dar­auf abhe­ben, dass der Hoch­schul­kanz­ler ein "Trans­for­ma­ti­ons­amt" ein­neh­me, da er im Bin­nen­ver­hält­nis zum Prä­si­den­ten des­sen hoch­schul­po­li­ti­sche Ent­schei­dun­gen umzu­set­zen habe, ergibt schon – wie gezeigt – eine Ana­ly­se der maß­geb­li­chen Vor­schrif­ten selbst kei­ne hier­aus fol­gen­de Sach­not­wen­dig­keit zur Bestel­lung in einem zeit­lich befris­te­ten Beam­ten­ver­hält­nis. Zwar ist in Rech­nung zu stel­len, dass die Über­ein­stim­mung mit grund­le­gen­den Zie­len der Hoch­schul­lei­tung (Prä­si­dent) sowie etwai­ger ande­rer kol­le­gia­ler Gre­mi­en (Senat, Hoch­schul­rat) einen wesent­li­chen Erfolgs­fak­tor der Amts­tä­tig­keit eines zur Ver­wal­tungs­lei­tung beru­fe­nen Kanz­lers aus­ma­chen dürf­te. Inso­fern steht der Kanz­ler mit sei­nem Auf­ga­ben­kreis in viel­fäl­ti­ger Berüh­rung mit der hoch­schul­po­li­ti­schen Grund­aus­rich­tung des Prä­si­den­ten. Dies allein legt jedoch noch kei­ne Aus­nah­me vom mit Ver­fas­sungs­rang aus­ge­stat­te­ten Lebens­zeit­prin­zip nahe. Denn die in § 67 Abs. 1 Satz 1 BbgHG zum Aus­druck gebrach­te und neben das all­ge­mei­ne beam­ten­recht­li­che Loya­li­täts­ge­bot tre­ten­de Zuord­nung des Kanz­lers zum Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Prä­si­den­ten, wel­che auch geset­zes­his­to­risch die bis­lang stärks­te funk­tio­na­le Ein­ord­nung in den mono­kra­tisch kon­zen­trier­ten Auf­ga­ben­kreis des Prä­si­den­ten dar­stellt, gewähr­leis­tet, dass der Kanz­ler die hoch­schul­po­li­ti­schen Vor­ga­ben im Rah­men der ord­nungs­ge­mä­ßen Ver­wal­tung umsetzt. Die­se Nach- und Unter­ord­nung spie­gelt sich in der gesetz­li­chen Kon­kre­ti­sie­rung der Merk­ma­le der Betei­li­gung an Lei­tungs­funk­tio­nen, der dienst­recht­li­chen Unter­stel­lung und der sach­li­chen Abhän­gig­keit 112.

Vor allem ist zu berück­sich­ti­gen, dass der für die Fall­grup­pe der poli­ti­schen Beam­ten frucht­bar gemach­te Begriff des Trans­for­ma­ti­ons­amts nicht belie­big weit zu zie­hen ist. Der Kreis der poli­ti­schen Beam­ten ist viel­mehr eng begrenzt 43. Trans­for­ma­ti­ons­äm­ter in die­sem Sin­ne sind ledig­lich not­wen­di­ge poli­ti­sche Schlüs­sel­stel­len für die wirk­sa­me Umset­zung der poli­ti­schen Zie­le der Regie­rung, die auf eine akti­ve Unter­stüt­zung sei­tens der betref­fen­den Amts­trä­ger ange­wie­sen ist 113. Die Beam­ten­ge­set­ze des Bun­des und der Län­der bil­den inso­weit den wohl maxi­mal zuläs­si­gen Rah­men der für die­se Trans­for­ma­ti­ons­funk­ti­on in Betracht kom­men­den Ämter ab, die den demo­kra­tisch gewähl­ten und ver­ant­wort­li­chen Orga­nen des Staa­tes direkt zur Sei­te gestellt sind. In die­sem Zusam­men­hang ist dar­auf hin­ge­wie­sen wor­den, dass auf der Ebe­ne des ein­fa­chen Bun­des­rechts (vgl. § 54 Abs. 1 Nr. 1 BBG) das Sta­tus­amt des Minis­te­ri­al­di­rek­tors bei einer obers­ten Bun­des­be­hör­de als Lei­ter einer Abtei­lung der­zeit eben­falls als poli­ti­sches Amt aus­ge­stal­tet ist. Einem Abtei­lungs­lei­ter in Bun­des­mi­nis­te­ri­en dürf­te jedoch eine – in Abgren­zung etwa zu rei­nen Amts­chefs oder ‑lei­tern – nur beschränk­te Trans­for­ma­ti­ons­auf­ga­be oblie­gen, er steht eher in einer admi­nis­tra­tiv-geset­zes­voll­zie­hen­den Linie im hier­ar­chi­schen Behör­den­auf­bau. Inso­fern könn­te durch­aus an eine Ver­gleich­bar­keit mit dem Kanz­ler nach bran­den­bur­gi­schem Hoch­schul­recht gedacht wer­den. Aber letzt­lich kann ein sol­cher Quer­ver­gleich mit Minis­te­ri­al­di­rek­to­ren des Bun­des dahin­ste­hen. Denn ver­ge­gen­wär­tigt man sich die noch zuletzt gezo­ge­nen engen Gren­zen für poli­ti­sche Beam­te 114, erscheint schon frag­lich, ob ein der­ar­ti­ger Ver­gleich für eine Locke­rung des Lebens­zeit­prin­zips des Kanz­lers strei­tet. Der Ein­satz­be­reich der poli­ti­schen Beam­ten muss auf den engs­ten Kreis unmit­tel­ba­rer Bera­ter der Trä­ger poli­ti­scher Ämter beschränkt blei­ben; nur hier kön­nen sie als not­wen­di­ger Brü­cken­kopf zwi­schen der poli­tisch ver­ant­wort­li­chen Spit­ze der Ver­wal­tung und dem sons­ti­gen Per­so­nal­kör­per begrif­fen wer­den.

Schließ­lich zeigt ein Blick auf die Beson­der­hei­ten ande­rer Sach­be­rei­che, dass eine Durch­bre­chung des Lebens­zeit­prin­zips durch­aus mit den Sach­ge­setz­lich­kei­ten der jewei­li­gen Auf­ga­ben­wahr­neh­mung gerecht­fer­tigt wer­den kann.

Sofern etwa Lan­des­hoch­schul­ge­set­ze die Beschäf­ti­gung von aka­de­mi­schen Mit­ar­bei­tern, denen Auf­ga­ben über­tra­gen wer­den, die auch der Erbrin­gung zusätz­li­cher wis­sen­schaft­li­cher Leis­tun­gen för­der­lich sind, im Beam­ten­ver­hält­nis auf Zeit als Aka­de­mi­sche (Ober-)Rätin oder Aka­de­mi­scher (Ober-)Rat vor­se­hen (vgl. etwa § 44 Abs. 6 Hoch­schul­ge­setz Nord­rhein-West­fa­len 107; Art. 22 Abs. 3 Baye­ri­sches Hoch­schul­per­so­nal­ge­setz 115), ist dies von Ver­fas­sungs wegen nicht zu bean­stan­den. Die Auf­ga­be, die Inno­va­ti­ons­fä­hig­keit der Hoch­schu­len sicher­zu­stel­len und den wis­sen­schaft­li­chen Nach­wuchs sach­ge­recht zu för­dern, folgt aus Art. 5 Abs. 3 GG; die zeit­li­che Befris­tung der Beschäf­ti­gung ist hier­für ange­mes­sen 116.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 24. April 2018 – 2 BvL 10/​16

  1. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt I Num­mer 18[]
  2. Gesetz- und Ver­ord­nungs­blatt I Sei­te 394[]
  3. BVerwG, Beschluss vom 23.06.2016 – 2 C 1.15[]
  4. GVBl I S. 26[]
  5. GVBl I Nr. 18[]
  6. vgl. Vier­tes Gesetz zur Ände­rung des Hoch­schul­rah­men­ge­set­zes vom 20.08.1998 [BGBl I S. 2190] und Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 28.08.2006 [BGBl I S.2034][]
  7. GVBl I S. 446[]
  8. BVerfG, Beschluss vom 28.05.2008 – 2 BvL 11/​07[]
  9. VG Cott­bus, Urteil vom 21.04.2011 – 5 K 582/​10[]
  10. OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 13.11.2014 – 4 B 31.11[]
  11. BVerwG – 2 C 1.15[]
  12. BVerwG, Beschluss vom 23.06.2016 – 2 C 1.15[]
  13. VG Cott­bus, Beschluss vom 19.01.2017 – 4 L 477/​16[]
  14. OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Beschluss vom 20.02.2017 – 4 S 2.17[]
  15. BVerfGE 85, 191, 203; 108, 186, 209[]
  16. BVerfGE 105, 61, 67; 138, 1, 15 Rn. 41; 141, 1, 10 f. Rn. 22; stRspr[]
  17. vgl. BVerfGE 86, 71, 77 f.[]
  18. vgl. BVerw­GE 65, 167, 168 f.; 151, 36, 38 f. Rn. 11 ff.[]
  19. Gesetz zur Neu­re­ge­lung des bran­den­bur­gi­schen Besol­dungs­rechts und des bran­den­bur­gi­schen Beam­ten­ver­sor­gungs­rechts vom 20.11.2013 [GVBl I Nr. 32, S. 47 f.][]
  20. vgl. BVerfGE 85, 329, 333 f.; 88, 187, 194; 131, 88, 118; 138, 64, 89 Rn. 75[]
  21. vgl. zu den Maß­stä­ben BVerfGE 54, 277, 299; 63, 131, 147 f.; 112, 164, 182 f.; Dol­lin­ger, in: Burkiczak/​Dollinger/​Schorkopf, BVerfGG, 2015, § 80 Rn. 58; Mora­di Kar­kaj, in: Bar­c­zak, BVerfGG, 2018, § 80 Rn. 28, 108[]
  22. BVerfGE 62, 354, 364; 78, 132, 143 f.; 121, 205, 218; vgl. Heun, AöR 122 [1997], S. 610, 623 m.w.N.; Dede­rer, in: Maunz/​Dürig, GG, Art. 100 Rn.200 ff. [Dez.2013]; Dol­lin­ger, in: Umbach/​Clemens/​Dollinger, BVerfGG, 2. Aufl.2005, § 81 Rn. 9 ff.[]
  23. vgl. BVerfGE 107, 218, 237 m.w.N.; 121, 205, 219; vgl. auch BVerfGE 8, 332, 343; 46, 97, 117; 58, 68, 76 f.; 83, 89, 98; 106, 225, 232; 117, 330, 344 f.; 117, 372, 379; ohne Bezug auf die Wei­ma­rer Reichs­ver­fas­sung BVerfGE 145, 1, 8 Rn. 16[]
  24. vgl. BVerfGE 117, 330, 344; 119, 247, 260; 139, 64, 110 f. Rn. 91 f.; 141, 56, 69 Rn. 33 f.[]
  25. BVerfGE 140, 240, 290 Rn. 101 m.w.N.[]
  26. vgl. BVerfGE 117, 330, 349[]
  27. vgl. BVerfGE 43, 177, 185; 114, 258, 286[]
  28. vgl. BVerfGE 8, 1, 16 f.; 11, 203, 210; 61, 43, 57 f.[]
  29. vgl. BVerfGE 117, 330, 348 f.; 117, 372, 379[]
  30. vgl. BVerfGE 3, 58, 137; 7, 155, 162; 70, 69, 79[]
  31. vgl. BVerfGE 8, 1, 16; 9, 268, 286; 15, 167, 195 m.w.N.[]
  32. vgl. BVerfGE 9, 268, 286; 44, 249, 265; 70, 251, 266; 71, 255, 268; 121, 205, 220; 141, 56, 71 Rn. 38[]
  33. zu alle­dem BVerfGE 121, 205, 221; 141, 56, 71 Rn. 38; stRspr[]
  34. BVerfGE 141, 56, 71 f. Rn. 39[]
  35. BVerfGE 121, 205, 222; vgl. auch Bay­VerfGH, Ent­schei­dung vom 24.10.2004 – Vf. 15-VII-01, Rn. 87; Bay­VerfGH, Ent­schei­dung vom 28.09.2016 – Vf.20-VII-15, Rn. 42[]
  36. vgl. BVerfGE 121, 205, 222 f.; Reich, Beam­ten­sta­tus­ge­setz, 2. Aufl.2012, § 4 Rn. 5[]
  37. vgl. BVerfGE 121, 205, 223 f.[]
  38. BVerfGE 7, 155, 163 ff.; 121, 205, 223[]
  39. vgl. nur Wich­mann, in: Wichmann/​Langer, Öffent­li­ches Dienst­recht, 8. Aufl.2017, Rn. 63[]
  40. vgl. BVerfGE 7, 155, 170; 120, 82, 117; BVerw­GE 56, 163, 163 f.; 81, 318, 320 ff.[]
  41. vgl. BVerfGE 7, 155, 166; 8, 332, 344 ff. mit Nach­wei­sen zu den his­to­ri­schen Grund­la­gen[]
  42. vgl. BVerfGE 7, 155, 166[]
  43. BVerfGE 121, 205, 223[][]
  44. vgl. BVerfGE 35, 79, 116; 127, 87, 116; 136, 338, 363 Rn. 57; stRspr[]
  45. so schon BVerfGE 35, 79, 117; 127, 87, 116[]
  46. vgl. BVerfGE 111, 333, 355 f.; 127, 87, 116; 139, 148, 181 Rn. 65[]
  47. vgl. BVerfGE 35, 79, 116, 120[]
  48. vgl. BVerfGE 35, 79, 120[]
  49. vgl. BVerfGE 36, 174, 189; stRspr[]
  50. BVerfGE 111, 333, 354; 136, 338, 362 f. Rn. 56[]
  51. BVerfGE 111, 333, 355[]
  52. BVerfGE 111, 333, 355; 136, 338, 363 Rn. 57; 139, 148, 181 Rn. 65[]
  53. vgl. BVerfGE 70, 251, 268; BVerw­GE 109, 292, 293 f.; VGH Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 19.07.2017 – 4 S 1433/​17, Rn.20[]
  54. a.A. Wolff, ZBR 2017, S. 239, 241[]
  55. vgl. kri­tisch VGH Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 19.07.2017 – 4 S 1433/​17, Rn. 18 ff.; ähn­lich schon OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 13.11.2014 – 4 B 31.11, Rn. 38 ff.[]
  56. vgl. all­ge­mein Beth­ge, in: Isensee/​Kirchhof, HStR IX, 3. Aufl.2011, § 203 Rn. 91[]
  57. vgl. Schus­ter, in: Flä­mig u.a. [Hrsg.], Hand­buch des Wis­sen­schafts­rechts, 1982, S. 282 f.; Wahlers, ZBR 2010, S. 238, 239 f.; Heß, WissR 33 [2000], S. 332, 337; Brüg­gen, Der Kanz­ler der Hoch­schu­le, 2013, S. 13; Büg­geln, in: Hoff­mann [Hrsg.], 15 Jah­re Zen­trum für Rechts- und Ver­wal­tungs­wis­sen­schaf­ten an der Bran­den­bur­gi­schen Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät, 2017, S. 11 ff., 24 ff.[]
  58. HRG; BGBl I S. 185[]
  59. vgl. Dal­lin­ger, in: Dallinger/​Bode/​Dellian [Hrsg.], Hoch­schul­rah­men­ge­setz, 1978, § 58 Rn. 6; Nee­se, WissR 32 [1999], S. 10, 13[]
  60. vgl. Heß, WissR 33 [2000], S. 332, 338[]
  61. vgl. Thie­me, Deut­sches Hoch­schul­recht, 3. Aufl.2004, Rn. 554[]
  62. vgl. Gär­ditz, Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on und ver­wal­tungs­recht­li­che Sys­tem­bil­dung, 2009, S. 541, 544; Heß, WissR 33 [2000], S. 332, 338 f.; Breit­bach, WissR Bei­heft 15 [2005], S. 119, 126[]
  63. vgl. Lud­wig, WissR 17 [1984], S. 24, 24[]
  64. vgl. Lud­wig, WissR 17 [1984], S. 24, 44; Nee­se, WissR 32 [1999], S. 10, 16[]
  65. vgl. Gär­ditz, Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on und ver­wal­tungs­recht­li­che Sys­tem­bil­dung, 2009, S. 540; Breit­bach, WissR Bei­heft 15 [2005], S. 119, 120[]
  66. vgl. Horst/​Bußmann, in: Fest­schrift für Die­ter Leu­ze, 2003, S. 291, 293; Horst/​Neyses, in: Gedächt­nis­schrift für Peter J. Tet­tin­ger, 2007, S. 431, 435[]
  67. vgl. schon Scheven/​Pelzner, WissR 6 [1973], S. 44, 52[][]
  68. vgl. Horst/​Neyses, in: Gedächt­nis­schrift für Peter J. Tet­tin­ger, 2007, S. 431, 435[]
  69. hier­zu kon­kret Lud­wig, WissR 17 [1984], S. 24, 25 m.w.N.; Wahlers, ZBR 2010, S. 238, 240 Fn.19[]
  70. vgl. jeweils auch die Grund­ord­nung für die Bran­den­bur­gi­sche Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Cott­bus-Senf­ten­berg vom 08.01.2016 [Amtl. Mit­tei­lungs­blatt der BTU Cott­bus-Senf­ten­berg 01/​2016][]
  71. vgl. Sand­ber­ger, WissR 44 [2011], S. 118, 139[]
  72. vgl. Knopp, in: Knopp/​Peine/​Topel, Bran­den­bur­gi­sches Hoch­schul­ge­setz, 3. Aufl.2018, § 65 Rn. 18[]
  73. vgl. schon LTDrucks 2/​5977, S. 1[]
  74. vgl. LTDrucks 2/​5977, S. 1, 67; LTDrucks 4/​6419, S. 97[]
  75. vgl. LTDrucks 2/​5977, S. 76[][][]
  76. vgl. Knopp, in: Knopp/​Peine/​Topel, Bran­den­bur­gi­sches Hoch­schul­ge­setz, 3. Aufl.2018, § 67 Rn. 14; Sand­ber­ger, WissR 44 [2011], S. 118, 148[]
  77. BVerwG, Beschluss vom 23.06.2016 – 2 C 1.15, Rn. 84; a.A. Sand­ber­ger, WissR 44 [2011], S. 118, 148[]
  78. BVerfGE 136, 338, 363 Rn. 57[][]
  79. BVerfGE 139, 148, 181 f. Rn. 65[]
  80. BVerfGE 136, 338, 364 Rn. 59[]
  81. BVerfGE 136, 338, 365 Rn. 60[]
  82. BVerfGE 136, 338, 365 Rn. 60; vgl. BVerfGE 139, 148, 183 Rn. 68; VerfGH Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 14.11.2016 – 1 VB 16/​15, Rn. 89[]
  83. vgl. BVerfGE 136, 338, 367 f. Rn. 65; 139, 148, 181 Rn. 65[]
  84. vgl. schon BVerfGE 111, 333, 356 f.[]
  85. vgl. BVerfGE 136, 338, 375 f. Rn. 82[]
  86. vgl. Gär­ditz, Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on und ver­wal­tungs­recht­li­che Sys­tem­bil­dung, 2009, S. 542; Jabu­rek, ZBR 2016, S. 236, 236 f.[]
  87. vgl. Schus­ter, in: Flä­mig u.a. [Hrsg.], Hand­buch des Wis­sen­schafts­rechts, 1982, S. 295; Sand­ber­ger, WissR 44 [2011], S. 118, 148[]
  88. vgl. Büg­geln, in: Hoff­mann [Hrsg.], 15 Jah­re Zen­trum für Rechts- und Ver­wal­tungs­wis­sen­schaf­ten an der Bran­den­bur­gi­schen Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät, 2017, S. 30; Sand­ber­ger, WissR 44 [2011], S. 118, 149[]
  89. vgl. BVerfGE 9, 268, 286; 39, 334, 346 f.[]
  90. vgl. Horst/​Bußmann, in: Fest­schrift für Die­ter Leu­ze, 2003, S. 291, 293[]
  91. vgl. BVerfGE 39, 334, 346 f.[]
  92. vgl. Gär­ditz, Hoch­schul­or­ga­ni­sa­ti­on und ver­wal­tungs­recht­li­che Sys­tem­bil­dung, 2009, S. 542 f.; Wal­lerath, WissR 37 [2004], S.203, 218[]
  93. vgl. LTDrucks 2/​5977, S. 1[]
  94. vgl. schon BVerw­GE 109, 292, zur Zuläs­sig­keit der Ver­set­zung eines Uni­ver­si­täts­kanz­lers[]
  95. vgl. BVerfGE 136, 338, 365 Rn. 60; 139, 148, 183 Rn. 68[]
  96. vom 23.05.2006, GVBl S. 245, zuletzt geän­dert durch Gesetz vom 19.12 2017, GVBl S. 568; ver­tie­fend dazu Geis, in: Geis, Hoch­schul­recht im Frei­staat Bay­ern, 2. Aufl.2017, S. 392 f.[]
  97. in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 25.01.2011,GVOBl S. 18, zuletzt geän­dert durch Gesetz vom 11.07.2016, GVOBl S. 550, 557[]
  98. vgl. schon BVerw­GE 109, 292[]
  99. vgl. BVerfGE 54, 277, 299; 63, 131, 147 f.; 112, 164, 182 f.[]
  100. vgl. auch Lud­wig, WissR 17 [1984], S. 24, 30; Gär­ditz, WissR 49 [2016], S. 97, 131[]
  101. vgl. BVerfGE 111, 333, 364, eben­falls zum bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­recht[]
  102. vgl. Wich­mann, in: Wichmann/​Langer, Öffent­li­ches Dienst­recht, 8. Aufl.2017, Rn. 73 m.w.N.[]
  103. vgl. BVerfGE 7, 155, 163 ff.; 121, 205, 223[]
  104. BVerfGE 107, 59, 87 f. m.w.N.; dies gilt unge­ach­tet des Umstands, dass Kom­mu­nal­ver­tre­tun­gen kei­ne Par­la­men­te im enge­ren staats­recht­li­chen Sin­ne sind, vgl. BVerfGE 120, 80, 112[]
  105. vgl. VerfGH Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 14.11.2016 – 1 VB 16/​15, Rn. 90; Gär­ditz, WissR 49 [2016], S. 97, 106; ders., DVBl 2014, S. 1127, 1134 f.; a.A. Ennu­schat, RdJB 2017, S. 34, 37[]
  106. vom 01.01.2005, GBl S. 1, zuletzt geän­dert durch Gesetz vom 07.11.2017, GBl S. 584[]
  107. vom 16.09.2014, GV.NRW. S. 547, zuletzt geän­dert durch Gesetz vom 17.10.2017, GV.NRW. S. 806[][]
  108. vgl. VerfGH Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 14.11.2016 – 1 VB 16/​15, Rn. 93 ff.; VGH Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 19.07.2017 – 4 S 1433/​17, Rn. 14[]
  109. vgl. unter Beto­nung der Ähn­lich­keit zu einem poli­ti­schen Wahl­amt in Nord­rhein-West­fa­len: Gär­ditz, WissR 49 [2016], S. 97, 131[]
  110. vgl. Gär­ditz, WissR 49 [2016], S. 97, 131[]
  111. vgl. OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 13.11.2014 – 4 B 31.11, Rn. 48[]
  112. vgl. hier­zu Schus­ter, in: Flä­mig u.a. [Hrsg.], Hand­buch des Wis­sen­schafts­rechts, 1982, S. 290[]
  113. vgl. BVerw­GE 19, 332, 336; zuletzt Stein­bach, ZBR 2017, S. 335, 336 f.[]
  114. vgl. BVerfGE 121, 205, 232[]
  115. vom 23.05.2006, GVBl S. 230, zuletzt geän­dert durch Gesetz vom 13.12 2016, GVBl S. 369[]
  116. vgl. zu Arbeits­ver­hält­nis­sen BVerfGE 94, 268, 286; umfas­sen­der: Bay­VerfGH, Ent­schei­dung vom 28.09.2016 – Vf.20-VII-15, Rn. 52; OVG NRW, Beschluss vom 02.07.2015 – 6 B 462/​15; BayVGH, Beschluss vom 25.11.2016 – 3 ZB 15.1921[]