Sta­tus­neu­tra­le Klä­rung der bio­lo­gi­schen Abstam­mung – und die frü­he­re Vater­schafts­fest­stel­lung in Ungarn

Das inter­na­tio­nal anwend­ba­re Recht für den im deut­schen Recht in § 1598 a BGB gere­gel­ten Anspruch auf sta­tus­neu­tra­le Klä­rung der bio­lo­gi­schen Abstam­mung ist in ent­spre­chen­der Anwen­dung des Abstam­mungs­sta­tuts nach Art.19 Abs. 1 EGBGB zu ermit­teln. Eine nach aus­län­di­schem Recht (hier: Ungarn) erfolg­te sta­tus­recht­li­che Abstam­mungs­fest­stel­lung ent­fal­tet hin­sicht­lich des Anspruchs auf sta­tus­neu­tra­le Klä­rung der

Lesen

Kin­des­un­ter­halt – und die Vor­fra­ge der Vater­schaft

Für die Ver­wandt­schaft im Sin­ne von § 1601 BGB (i.V.m. Art. 3 HUP) ist auf die recht­li­che Ver­wandt­schaft gemäß §§ 1589 ff. BGB abzu­stel­len. Eine inzi­den­te Fest­stel­lung der leib­li­chen Vater­schaft hat der Bun­des­ge­richts­hof nur für Aus­nah­me­kon­stel­la­tio­nen zuge­las­sen liegt ersicht­lich nicht vor. Ob die sich beim Ver­wand­ten­un­ter­halt stel­len­de Vor­fra­ge der Abstam­mung unter

Lesen

Ein­ge­fro­re­ne Embryo­nen – und die Vater­schafts­fest­stel­lung

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat aktu­ell eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men, die sich gegen die Ableh­nung der Fami­li­en­ge­rich­te wen­det, den Samen­spen­der als Vater von meh­re­ren in einer kali­for­ni­schen Fort­pflan­zungs­kli­nik kryo­kon­ser­vier­ten Embryo­nen fest­zu­stel­len. Inhalts­über­sichtAus­gangs­sach­ver­haltDie fami­li­en­ge­richt­li­chen Ent­schei­dun­genDie­Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts Aus­gangs­sach­ver­halt[↑] Der beschwer­de­füh­ren­de Samen­spen­ders lebt mit sei­nem Part­ner in einer ein­ge­tra­ge­nen Lebens­part­ner­schaft. Sie leben

Lesen

Das neu­er­li­che Abstam­mungs­gut­ach­ten

Der Anspruch aus § 1598 a Abs. 1 Satz 1 BGB auf Ein­wil­li­gung in eine gene­ti­sche Unter­su­chung zur Klä­rung der leib­li­chen Abstam­mung setzt vor­aus, dass die leib­li­che Abstam­mung des Kin­des nicht bereits durch ein Abstam­mungs­gut­ach­ten geklärt ist. Aus­nahms­wei­se kann trotz vor­lie­gen­den Abstam­mungs­gut­ach­tens ein Bedürf­nis nach (wei­te­rer) Klä­rung und damit ein Anspruch gemäß §

Lesen

Vater­schafts­fest­stel­lung für tief­ge­fro­re­ne Embryo­nen

Ein deut­scher Samen­spen­der kann nicht als Vater der mit sei­nem Sper­ma gezeug­ten, in einer kali­for­ni­schen Fort­pflan­zungs­kli­nik in flüs­si­gem Stick­stoff ein­ge­fro­re­nen Embryo­nen fest­ge­stellt wer­den. Inhalts­über­sichtDer Aus­gangs­sach­ver­haltZustän­dig­keit deut­scher Gerich­teAnwend­bar­keit deut­schen Abstam­mungs­rechtsKei­ne Vater­schafts­fest­stel­lung vor der GeburtGrund­rechts­schutz für den extra­kor­po­ra­len Embryo und sei­nen Vater? Der Aus­gangs­sach­ver­halt[↑] In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall leb­te

Lesen

Kein Abstam­mungs­klä­rungs­an­spruch gegen Jeder­mann

Das all­ge­mei­ne Per­sön­lich­keits­recht (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) ver­pflich­tet den Gesetz­ge­ber nicht dazu, neben dem Vater­schafts­fest­stel­lungs­ver­fah­ren nach § 1600d BGB auch ein Ver­fah­ren zur iso­lier­ten, soge­nann­ten rechts­fol­gen­lo­sen, Klä­rung der Abstam­mung von einem mut­maß­lich leib­li­chen, aber nicht recht­li­chen Vater bereit­zu­stel­len. Der aus dem all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­recht abge­lei­te­te Schutz der Kennt­nis

Lesen

Embryo­nen im Aus­land – Fest­stel­lung der Vater­schaft in Deutsch­land?

Für Embryo­nen im Aus­land ist nach Ansicht des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf eine Fest­stel­lung einer Vater­schaft nach Deut­schem Recht nicht mög­lich. Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf jetzt eine Beschwer­de zurück­ge­wie­sen, mit der der Beschwer­de­füh­rer die Fest­stel­lung sei­ner Vater­schaft nach Deut­schem Recht an neun Embryo­nen begehrt, die sich ein­ge­fro­ren in einer

Lesen

Kon­kur­rie­ren­de Abstam­mungs­sta­tu­te – Vater­schafts­an­er­kennt­nis und das Güns­tig­keits­prin­zip

Füh­ren meh­re­re nach Art.19 Abs. 1 EGBGB mög­li­che Abstam­mungs­sta­tu­te zu unter­schied­li­chen Ergeb­nis­sen, ent­schei­det das Güns­tig­keits­prin­zip. Bei des­sen Anwen­dung ist auf den Zeit­punkt der Ein­tra­gung in das Gebur­ten­re­gis­ter abzu­stel­len. Bei der Ein­tra­gung in das Gebur­ten­re­gis­ter ist einer wirk­sa­men Vater­schafts­an­er­ken­nung der Vor­rang vor einer nach aus­län­di­schem Recht bestehen­den Vater­schaft des geschie­de­nen Ehe­manns ein­zu­räu­men.

Lesen

Abstam­mungs­gut­ach­ten – und der Zeit­punkt sei­ner Ein­ho­lung

Der Zeit­punkt der Ein­ho­lung eines Abstam­mungs­gut­ach­tens unter­liegt dem Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­grund­satz. Wegen der fami­liä­ren Aus­wir­kun­gen der Abstam­mungs­klä­rung kann es zur Wah­rung des Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­grund­sat­zes gebo­ten sein, die­se erst dann her­bei­zu­füh­ren, wenn das Gericht fest­ge­stellt hat, dass die sons­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen eines Umgangs- oder Aus­kunfts­an­pruchs vor­lie­gen. Inhalts­über­sichtDer ent­schie­de­ne Aus­gangs­sach­ver­haltDie Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richtsAnord­nung der Abstam­mungs­un­ter­su­chung als

Lesen

Exhu­mie­rung zur Vater­schafts­fest­stel­lung

Das post­mor­ta­le Per­sön­lich­keits­recht des Ver­stor­be­nen hat im Fal­le einer für die Fest­stel­lung der Vater­schaft erfor­der­li­chen DNA-Unter­­su­chung und einer damit ein­her­ge­hen­den Exhu­mie­rung regel­mä­ßig hin­ter das Recht des Kin­des auf Kennt­nis der eige­nen Abstam­mung zurück­zu­tre­ten. Im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall begehrt die im Jahr 1944 gebo­re­ne und in der frü­he­ren DDR

Lesen

Der ins Blaue behaup­te­te Mehr­ver­kehr – und die Kos­ten der Vater­schafts­fest­stel­lung

Hat­te der als Vater fest­ge­stell­te Mann kei­ne kon­kre­ten Anhalts­punk­te für einen Mehr­ver­kehr der Mut­ter, kann die Bil­lig­keits­ab­wä­gung gebie­ten, ihm die gesam­ten Ver­fah­rens­kos­ten ein­schließ­lich der Auf­wen­dun­gen der Kin­des­mut­ter auf­zu­er­le­gen. Ist – wie hier nach § 81 Abs. 1 Satz 1 FamFG – die Kos­ten­ent­schei­dung in das Ermes­sen des erst­in­stanz­li­chen Gerichts gestellt, ist das

Lesen

Unter­halt für Kuckucks­kind

Hat sich ein recht­li­cher Vater durch eine Jugend­amts­ur­kun­de zur Zah­lung von Kin­des­un­ter­halt ver­pflich­tet, hat er die­ser Ver­pflich­tung Fol­ge zu leis­ten, auch wenn er nicht der leib­li­che Vater ist. Ein recht­li­cher Vater kann sich nur und erst dann auf die Vater­schaft eines ande­ren Man­nes beru­fen, wenn die gesetz­li­che Ver­mu­tung sei­ner Vater­schaft

Lesen

Kei­ne Vater­schafts­fest­stel­lung durch dubio­ses Pri­vat­gut­ach­ten

Ein Vater­schafts­fest­stel­lungs­an­trag ist zurück­zu­wei­sen, wenn das ein­ge­hol­te rechts­me­di­zi­ni­sche Abstam­mungs­gut­ach­ten zu einem ande­ren Ergeb­nis kommt und weder durch­grei­fen­den Män­gel in Bezug auf die Ent­nah­me von Gen­ma­te­ri­al noch bei der Aus­wer­tung des Mate­ri­als fest­ge­stellt wer­den konn­ten. Dar­an ändert auch ein vom Antrag­stel­ler selbst in Auf­trag gege­be­nes Gut­ach­ten über eine Vater­schafts­fest­stel­lung nichts, wenn

Lesen

Ein­ei­ige Zwil­lin­ge und die Vater­schafts­fest­stel­lung

Haben ein­ei­ige Zwil­lin­ge in der gesetz­li­chen Emp­fäng­nis­zeit mit der Kin­des­mut­ter ver­kehrt, ist ihnen im Rah­men eines Abstam­mungs­ver­fah­rens die Abga­be einer Sper­ma­pro­be oder die Ein­be­zie­hung ihres codie­ren­den DNA-Bestan­d­­teil in die Abstam­mungs­un­ter­su­chung unzu­mut­bar, da beim jet­zi­gen Stand der Wis­sen­schaft kein erprob­tes Ver­fah­ren zur Fest­stel­lung der Vater­schaft bei ein­ei­igen Zwil­lin­gen exis­tiert. Mit die­ser

Lesen

Die Aus­kunfts­pflicht der Samen­bank

Ein durch hete­ro­lo­ge Inse­mi­na­ti­on gezeug­tes Kind kann vom behan­deln­den Arzt Aus­kunft über sei­ne gene­ti­sche Abstam­mung ver­lan­gen. In dem jetzt vom Ober­lan­des­ge­richt Hamm ent­schie­de­nen Fall war die im März 1991 gebo­re­ne Klä­ge­rin durch eine im Jah­re 1990 im Insti­tut des beklag­ten Arz­tes in Essen durch­ge­führ­te hete­ro­lo­ge Inse­mi­na­ti­on gezeugt wor­den. Sie hat

Lesen

Das Kind einer indi­schen Leih­mut­ter

Ein in Indi­en gebo­re­nes Kind hat nach einer Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin auch dann kei­nen Anspruch auf Aus­stel­lung eines deut­schen Rei­se­pas­ses, wenn es bio­lo­gisch nach­weis­lich von einem deut­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen abstammt. In dem jetzt fvom Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin ent­schie­de­nen Fall hat­te der Antrag­stel­ler, ein im Dezem­ber 2010 in Indi­en gebo­re­nes Kind, bei der

Lesen

Gerichts­kos­ten bei der Vater­schafts­fest­stel­lung

Es ent­spricht in der Regel nicht bil­li­gem Ermes­sen, im Fal­le einer erfolg­rei­chen Vater­schafts­fest­stel­lung der betei­lig­ten Mut­ter Gerichts­kos­ten auf­zu­er­le­gen. In Ver­fah­ren auf Fest­stel­lung der Vater­schaft nach § 1600 d BGB gel­ten die all­ge­mei­nen Kos­ten­be­stim­mun­gen nach §§ 80 ff FamFG . Nach § 81 Abs. 1 S. 1 FamFG kann das Gericht die Kos­ten des

Lesen