Schicht­zu­la­gen, Zeit­zu­schlä­ge – und ihre Unpfänd­bar­keit

Die Ansprü­che des Arbeit­neh­mers auf Schicht­zu­la­gen sowie auf Zuschlä­ge für Nacht­ar­beit-, Sonn­tags- und Fei­er­tags­ar­beit sind nach Ansicht des Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg unpfänd­bar und kön­nen nicht abge­tre­ten wer­den.

Schicht­zu­la­gen, Zeit­zu­schlä­ge – und ihre Unpfänd­bar­keit

Der Klä­ger des hier vom Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg ent­schie­de­nen Fall ist bei dem beklag­ten Land­kreis als Ange­stell­ter beschäf­tigt. Er trat im Rah­men eines Pri­vat­in­sol­venz­ver­fah­rens sei­ne pfänd­ba­ren Bezü­ge an eine Treu­hän­de­rin ab. Mit sei­ner Kla­ge hat der Klä­ger die Aus­zah­lung von tarif­li­chen Wech­sel­schicht­zu­la­gen sowie Zuschlä­gen für Diens­te zu ungüns­ti­gen Zei­ten mit der Begrün­dung begehrt, die Zuschlä­ge sei­en unpfänd­bar. Wie zuvor bereits das Arbeits­ge­richt hat auch das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg der Kla­ge statt­ge­ge­ben:

Nach § 850 a Nr. 3 – ZPO sind u. a. „Schmutz- und Erschwer­nis­zu­la­gen“ unpfänd­bar, wobei zwi­schen ver­schie­de­nen Erschwer­nis­sen der Arbeit nicht unter­schie­den wer­de. Erschwer­nis­se für den Arbeit­neh­mer könn­ten sich sowohl auf­grund der Art der aus­zu­üben­den Tätig­keit als auch regel­mä­ßig wech­seln­den Dienst­schich­ten oder einer Arbeits­leis­tung in der Nacht oder an Fei­er­ta­gen erge­ben. Dies füh­re zur Unpfänd­bar­keit von Schicht­zu­la­gen und von Zuschlä­gen für Arbei­ten zu ungüns­ti­gen Zei­ten. Nach § 400 BGB kön­nen unpfänd­ba­re For­de­run­gen nicht abge­tre­ten wer­den.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 09.01.2015 – 3 Sa 1335/​14