Schau­spie­ler­ver­trag – und sei­ne Befris­tung

Die Befris­tung eines Schau­spie­ler­ver­tra­ges (hier: für eine Kri­mi­se­rie) ist nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 TzB­fG durch die Eigen­art der Arbeits­leis­tung sach­lich gerecht­fer­tigt. In § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 TzB­fG ist nicht näher bestimmt, wel­che Eigen­ar­ten der Arbeits­leis­tung die Befris­tung eines Arbeits­ver­trags recht­fer­ti­gen kön­nen. Den Geset­zes­ma­te­ria­li­en lässt sich ent­neh­men, dass

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Künst­le­ri­sche Stra­ßen­fo­to­gra­fie – und die feh­len­de Ein­wil­li­gung der foto­gra­fier­ten Per­so­nen

Die ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen an das Ver­hält­nis von Kunst­frei­heit und all­ge­mei­nem Per­sön­lich­keits­recht sind in der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts geklärt . Dies betrifft ins­be­son­de­re auch die öffent­li­che Aus­stel­lung einer künst­le­ri­schen Stra­ßen­fo­to­gra­fie ohne Ein­wil­li­gung der abge­bil­de­ten Per­son. Im dem hier ent­schie­de­nen Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren wur­den im Rah­men einer frei zugäng­li­chen Aus­stel­lung zum The­ma "Ost­kreuz: West­wärts.

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Befris­te­ter Arbeits­ver­trag – für Schau­spie­ler in einer Kri­mi­se­rie

Der Sach­grund der Eigen­art der Arbeits­leis­tung nach § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 TzB­fG soll vor allem ver­fas­sungs­recht­li­chen, sich unter ande­rem aus der Frei­heit der Kunst (Art. 5 Abs. 3 GG) erge­ben­den Beson­der­hei­ten Rech­nung tra­gen. Allein die Kunst­frei­heit des Arbeit­ge­bers recht­fer­tigt die Befris­tung des Arbeits­ver­trags mit einem an der Erstel­lung eines Kunst­werks mit­wir­ken­den

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Sam­pling für den Hip­Hop

Die Ver­wen­dung von Sam­ples zur künst­le­ri­schen Gestal­tung kann einen Ein­griff in Urhe­ber- und Leis­tungs­schutz­rech­te recht­fer­ti­gen. Steht der künst­le­ri­schen Ent­fal­tungs­frei­heit ein Ein­griff in das Ton­trä­ger­her­stel­ler­recht gegen­über, der die Ver­wer­tungs­mög­lich­kei­ten nur gering­fü­gig beschränkt, kön­nen die Ver­wer­tungs­in­ter­es­sen des Ton­trä­ger­her­stel­lers zuguns­ten der Frei­heit der künst­le­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zung zurück­zu­tre­ten haben. Mit die­ser Begrün­dung hat jetzt das

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Böh­mer­manns "Schmäh­kri­tik" vor der Ham­bur­ger Pres­se­kam­mer

Die Gren­ze der in Form von Sati­re geäu­ßer­ten Kri­tik am Ver­hal­ten Drit­ter ist dort erreicht, wo es sich um eine rei­ne Schmä­hung oder eine For­mal­be­lei­di­gung han­delt und die Men­schen­wür­de ange­tas­tet wird. Im Fal­le des auf den tür­ki­schen Prä­si­den­ten bezo­ge­nen Gedichts von Jan Böh­mer­mann ist die­se Gren­ze durch bestimm­te Pas­sa­gen des

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Sprin­gen­der Pudel – oder sprin­gen­des Puma?

Sind bei einem aus einem Wort und einem Bild bestehen­den Zei­chen die Kom­po­si­ti­on des Gesamt­erschei­nungs­bil­des, die Anord­nung der Mar­ken­be­stand­tei­le sowie der Wort­an­fang mit einer bekann­ten Wort-Bild-Mar­ke iden­tisch (hier: Bild­be­stand­teil eines Tiers im Sprung aus der­sel­ben Per­spek­ti­ve, in der­sel­ben Hal­tung und in der­sel­ben Sprung­rich­tung), kann von bild­li­cher Zei­chen­ähn­lich­keit aus­zu­ge­hen sein. Der

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Schock­wer­bung durch Rechts­an­wäl­te

Dass für die Wer­bung von Rechts­an­wäl­ten – vor dem Hin­ter­grund ihrer Stel­lung als Organ der Rechts­pfle­ge – ein Sach­lich­keits­ge­bot gilt, ist ver­fas­sungs­recht­lich unbe­denk­lich. Mit die­ser Begrün­dung hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Ver­fas­sungs­be­schwer­de eines Rechts­an­walts gegen anwalts­ge­richt­li­che Ent­schei­dun­gen und Beschei­de der Rechts­an­walts­kam­mer über die berufs­recht­li­che Beur­tei­lung einer geplan­ten Wer­be­maß­nah­me nicht zur Ent­schei­dung

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Por­trät­kunst – und das Ver­viel­fäl­ti­gungs­recht des Por­trai­tier­ten

Die Schran­ken­re­ge­lung des § 53 Abs. 1 UrhG ist nicht ein­schrän­kend dahin aus­zu­le­gen ist, dass sie ledig­lich eine Ver­viel­fäl­ti­gung ver­öf­fent­lich­ter Wer­ke erlaubt. Eine sol­che Aus­le­gung ist weder im Blick auf ent­spre­chen­de Ein­schrän­kun­gen ande­rer Schran­ken­re­ge­lun­gen oder auf das Grund­recht der Kunst­frei­heit oder auf Art. 5 Abs. 2 Buchst. a der Richt­li­nie 2001/​29/​EG zur Har­mo­ni­sie­rung bestimm­ter

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"Die schöns­ten Wan­der­we­ge der Wan­der­hu­re"

Da der Buch­ti­tels "Die schöns­ten Wan­der­we­ge der Wan­der­hu­re" in sei­ner sati­­risch-iro­­ni­­schen For­mu­lie­rung eine Kom­bi­na­ti­on des heu­ti­gen Ver­gnü­gens an "schö­nen Wan­der­we­gen" mit einer mit­tel­al­ter­li­chen "Wan­der­hu­re" schafft, ist er bereits selbst "Kunst" und genießt den Schutz des Arti­kels 5 Abs. 3 GG. Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf in dem hier vor­lie­gen­den Fall

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Das im Pop Art-Stil ver­frem­de­te Por­trät eines Sport­lers

Das durch ein im Pop Art-Stil ver­frem­de­tes Bild eines bekann­ten Sport­lers, das über rein hand­werk­li­ches Kön­nen hin­aus kei­nen künst­le­ri­schen Gehalt auf­weist, ver­stößt gegen das Recht des Sport­lers am eige­nen Bild. So hat das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Ver­käu­fers ent­schie­den, der über sei­ne Home­page und Inter­net­auk­tio­nen durch

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Demo mit Moham­med-Kari­ka­tu­ren

Beim Zei­gen von Moham­­med-Kari­­ka­­tu­­ren fehlt es an der für ein poli­zei­li­ches Ein­schrei­ten erfor­der­li­chen Gefähr­dung der öffent­li­chen Sicher­heit. Die Kari­ka­tu­ren fal­len unter die Kunst­frei­heit gemäß Art.5 Abs. 3 GG und fal­len nicht unter den Straf­tat­be­stand des § 166 StGB, da kei­ne „Beschimp­fung“ im Sin­ne des Ver­ächt­lich­ma­chens des reli­giö­sen Bekennt­nis­ses erkenn­bar ist. Mit

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Unge­neh­mig­te Film­auf­nah­men

Bei unge­neh­mig­ten Film­auf­nah­men, die auf dem Betriebs­ge­län­de einer U‑Bahn auf­ge­nom­men wor­den sind und das Besprü­hen der U‑Bahnen mit Graf­fi­ti zei­gen, han­delt es sich um eine Eigen­tums­ver­let­zung. Weder die Her­stel­lung noch die Ver­wen­dung sind durch das Urhe­ber­recht, die Kunst­frei­heit oder die Pres­se­frei­heit gedeckt. So hat das Land­ge­richt Ber­lin in dem hier

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Ramm­stein-Album nicht auf Lis­te der jugend­ge­fähr­den­den Medi­en

Die Beur­tei­lung des Musi­kal­bums "Lie­be ist für alle da" der Grup­pe „Ramm­stein“ ist von der Bun­des­prüf­stel­le für jugend­ge­fähr­den­de Medi­en nicht ord­nungs­ge­mäß durch­ge­führt wor­den. Das Album ist nach dem Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Köln frei ver­käuf­lich. Es gehört nicht auf die Lis­te der jugend­ge­fähr­den­den Medi­en. Damit hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln einer Kla­ge

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Anscheins­waf­fen bei einer Pro­test­ak­ti­on

Die poli­zei­li­che Maß­nah­men, mit denen zwei am 1. Okto­ber 2009 in Bun­­­des­­wehr-Kampf­an­zü­gen mit Gefechts­hel­men und Sturm­ge­wehr­at­trap­pen als "Wach­pos­ten" vor dem Haupt­ein­gang der Com­merz­bank in Frank­furt am Main auf­ge­stell­ten Akti­vis­ten das Füh­ren sog. Anscheins­waf­fen wegen Ver­sto­ßes gegen das Waf­fen­ge­setz unter­sagt wor­den war, waren nach einer Ent­schei­dung des Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs rechts­wid­rig. Der Hes­si­sche

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Ein Por­trait für den ermit­teln­den Staats­an­walt

Weder Staats­an­wäl­te noch Poli­zei­be­am­te sind Per­so­nen der Zeit­ge­schich­te, auch nicht im Rah­men ihrer übli­chen beruf­li­chen Tätig­keit. Dies gilt auch im Zusam­men­hang mit Straf­ver­fah­ren, wenn die­se kein beson­de­res öffent­li­ches Inter­es­se begrün­den. Dage­gen muss aber das all­ge­mei­ne Per­sön­lich­keits­recht der in einem Por­trait abge­bil­de­ten Per­son zurück­ste­hen hin­ter der Ver­öf­fent­li­chung eines sol­chen nicht ver­un­stal­ten­den

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Nack­te Ober­bür­ger­meis­te­rin ver­letzt kein Per­sön­lich­keits­recht

Durch das Gemäl­de der nack­ten Ober­bür­ger­meis­te­rin, die nur mit Strap­sen und Amts­ket­te dar­ge­stellt wor­den war, fühl­te sich die betrof­fe­ne Dresd­ner Ober­bür­ger­meis­te­rin in ihrem Per­sön­lich­keits­recht ver­letzt. Anders als in der ers­ten Instanz noch das Land­ge­richt Dres­den hat nun das Ober­lan­des­ge­richt Dres­den ent­schie­den, dass das Gemäl­de der nack­ten Ober­bür­ger­meis­te­rin von der Mei­­nungs-

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Esra – Per­sön­lich­keits­ver­let­zung in Roman­form

Wegen Ver­let­zung des Per­sön­lich­keits­rechts durch Ver­öf­fent­li­chung des Romans "Esra" bestehen kei­ne Ansprü­che auf eine Geld­ent­schä­di­gung, ent­schied jetzt der Bun­des­ge­richts­hof und bestä­tig­te damit ein ent­spre­chen­des Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Mün­chen. Die Klä­ge­rin ver­langt Geld­ent­schä­di­gung wegen Ver­let­zung ihres all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts durch den Roman "Esra", des­sen Ver­le­ge­rin die Beklag­te zu 1 und des­sen Autor der

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Der Kan­ni­ba­le von Roten­burg

Der Spiel­film über "Kan­ni­ba­len von Roten­burg" darf nach einem heu­te ver­kün­de­ten Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs gezeigt wer­den. Der Klä­ger ist durch Pres­se­be­rich­te über sei­ne Tat als "Kan­ni­ba­le von Roten­burg" bekannt und rechts­kräf­tig wegen Mor­des zu einer lebens­lan­gen Frei­heits­stra­fe ver­ur­teilt wor­den. Er hat­te im März 2001 einen Men­schen getö­tet, den Kör­per aus­ge­nom­men,

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