Straf­zu­mes­sung bei Tat­se­ri­en – und die Fol­gen für das Opfer

Dem Täter sind Beein­träch­ti­gun­gen des Opfers nur mit vol­lem Gewicht bei den Ein­zel­ta­ten anzu­las­ten, soweit sie unmit­tel­ba­re Fol­ge der Ein­zel­ta­ten sind. Beein­träch­ti­gun­gen, die sich erst aus der Viel­zahl der Taten erge­ben, kön­nen erst bei der Gesamt­stra­fen­bil­dung gewich­tet wer­den . So auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Den Urteils­grün­den

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Straf­zu­mes­sung – und die wei­te­ren Straf­ta­ten wäh­rend des Ermitt­lungs­ver­fah­rens

Zwar kann dem Umstand, dass ein Ange­klag­ter trotz eines gegen ihn anhän­gi­gen Ermitt­lungs­ver­fah­rens wei­te­re Straf­ta­ten begeht, Indi­zwir­kung für sei­ne feh­len­de Recht­streue bei­gemes­sen wer­den . Der not­wen­di­ge Rück­schluss auf die Täter­per­sön­lich­keit ist jedoch erst dann eröff­net, wenn der Ange­klag­te im Zeit­punkt der wei­te­ren Taten Kennt­nis von den gegen ihn lau­fen­den Ermitt­lun­gen

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Die Ein­zie­hung des Tat­fahr­zeugs

Eine auf § 74 Abs. 1 StGB n.F. gestütz­te Ein­zie­hung ist nur zuläs­sig, wenn der Gegen­stand zur Zeit der Ent­schei­dung dem Täter gehört oder zusteht (§ 74 Abs. 3 Satz 1 StGB n.F.), also der Ange­klag­te zum Zeit­punkt der letz­ten tatrich­ter­li­chen Ent­schei­dung Eigen­tü­mer der Fahr­zeu­ge war. Zudem han­delt es sich bei der Ein­zie­hung

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Sowohl straf­mil­dern­de als auch straf­schär­fen­de Aspek­te

In der Recht­spre­chung ist aner­kannt, dass ein Umstand, der sowohl straf­mil­dern­de als auch straf­schär­fen­de Aspek­te auf­weist, mit bei­den Bewer­tungs­rich­tun­gen in die Straf­zu­mes­sung ein­ge­stellt wer­den kann . Es liegt des­halb kein Wer­tungs­wi­der­spruch dar­in, dass die Straf­kam­mer dem Ange­klag­ten bei der Straf­be­mes­sung einer­seits die mit der wei­te­ren Ver­sor­gung sei­ner Schwes­ter ein­her­ge­hen­de sub­jek­ti­ve

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Straf­zu­mes­sung – und ihre Über­prü­fung durch das Revi­si­ons­ge­richt

Die Straf­zu­mes­sung ist grund­sätz­lich Sache des Tatrich­ters. Es ist sei­ne Auf­ga­be, auf der Grund­la­ge des umfas­sen­den Ein­drucks, den er in der Haupt­ver­hand­lung von der Tat und der Per­sön­lich­keit des Täters gewon­nen hat, die wesent­li­chen ent­las­ten­den und belas­ten­den Umstän­de fest­zu­stel­len, sie zu bewer­ten und gegen­ein­an­der abzu­wä­gen. Ein Ein­griff des Revi­si­ons­ge­richts in

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Ver­mö­gens­ab­schöp­fung – in Alt­fäl­len

Nach Art. 306h EGStGB sind die Vor­schrif­ten der § 73 Abs. 1, § 73c Satz 1, § 73d Abs. 1 StGB in der Fas­sung des Geset­zes zur Reform der straf­recht­li­chen Ver­mö­gens­ab­schöp­fung vom 13.04.2017 anzu­wen­den, wenn das Gericht erst­mals nach des­sen Inkraft­tre­ten am 1.07.2017 über die Abschöp­fung der Tat­ge­win­ne befin­det und in

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Ein­be­zie­hung einer frü­he­ren Stra­fe – und die Begrün­dung der Ges­atmstra­fen­bil­dung

Die Gesamt­stra­fen­bil­dung ist im Urteil geson­dert zu begrün­den . Bei der Ein­be­zie­hung einer Stra­fe aus einem frü­he­ren Urteil müs­sen dabei aber nicht not­wen­di­ger­wei­se der Lebens­sach­ver­halt, wel­che der damals abge­ur­teil­ten Tat zugrun­de lag, und die Straf­zu­mes­sungs­er­wä­gun­gen des ein­be­zo­ge­nen Urteils im neu­en Urteil wie­der­ge­ge­ben wer­den. Erfor­der­lich ist es jedoch, die in dem

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Bewäh­rung – und der Bewer­tungs­spiel­raum des Rich­ters

Eine Stra­fe von unter einem Jahr Frei­heits­stra­fe kann gemäß § 56 Abs. 1 StGB zur Bewäh­rung aus­ge­setzt wer­den, wenn zu erwar­ten ist, dass der Ver­ur­teil­te sich schon die Ver­ur­tei­lung zur War­nung die­nen lässt und künf­tig auch ohne die Ein­wir­kung des Straf­voll­zugs kei­ne Straf­ta­ten mehr bege­hen wird. Bei der inso­weit anzu­stel­len­den Gesamt­wür­di­gung,

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Auf­klä­rungs­hil­fe – und der wesent­li­che Bei­trag

Die Mil­de­rung des Straf­rah­mens gemäß § 46b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StGB ist nur gerecht­fer­tigt, wenn der Ange­klag­te mit sei­ner Ein­las­sung wesent­lich zur Auf­klä­rung der Tat über sei­nen eige­nen Tat­bei­trag hin­aus bei­getra­gen hat. Bei der Wesent­lich­keit der Auf­klä­rungs­hil­fe han­delt es sich um einen Rechts­be­griff, der revi­si­ons­ge­richt­li­cher Nach­prü­fung unter­liegt. Wesent­lich­keit ist zu

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Auf­klä­rungs­hil­fe – aus unlau­te­ren Moti­ven

Gemäß § 46b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StGB kann das Gericht anstel­le aus­schließ­lich ange­droh­ter lebens­lan­ger Frei­heits­stra­fe eine zei­ti­ge Frei­heits­stra­fe von nicht unter zehn Jah­ren ver­hän­gen, wenn der Ange­klag­te durch frei­wil­li­ges Offen­ba­ren sei­nes Wis­sens vor der Eröff­nung des Haupt­ver­fah­rens wesent­lich dazu bei­getra­gen hat, dass eine Straf­tat im Sin­ne von § 100a Abs.

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Der BTM-Han­del, die nicht gerin­ge Men­ge – und die Straf­zu­mes­sung

Beim Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge darf nur die Tat­be­ge­hung mit einer "nicht gerin­gen Men­ge" für sich genom­men nicht bei der Straf­zu­mes­sung berück­sich­tigt wer­den. Jedoch kann das Maß der Über­schrei­tung des Grenz­werts in die Straf­zu­mes­sung ein­flie­ßen, soweit es sich nicht ledig­lich um eine Über­schrei­tung in einem Baga­tell­be­reich han­delt

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Die Tötungs­ab­sicht in der Straf­zu­mes­sung

Die straf­schär­fen­de Berück­sich­ti­gung von Tötungs­ab­sicht sowohl bei der Straf­rah­men­wahl als auch bei der kon­kre­ten Straf­zu­mes­sung begeg­net kei­nen recht­li­chen Beden­ken. Nach bis­he­ri­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs wur­de es über­wie­gend als ein Ver­stoß gegen das in § 46 Abs. 3 StGB ver­an­ker­te Ver­bot der Dop­pel­ver­wer­tung von Tat­be­stands­merk­ma­len und damit als rechts­feh­ler­haft ange­se­hen, wenn der

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Bewaff­ne­ter BTM-Han­del – und die Geset­zes­kon­kur­renz

Beim uner­laub­ten Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln steht der Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stand des bewaff­ne­ten Han­del­trei­bens nach § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG in Geset­zes­kon­kur­renz zum Grund­tat­be­stand nach § 29 Abs. 1 BtMG sowie zu den wei­te­ren Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stän­den nach § 29a Abs. 1 und § 30 Abs. 1 BtMG . Bei Geset­zes­kon­kur­renz ent­fal­tet, eben­so wie bei Tat­ein­heit gemäß

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Neu­re­ge­lung der straf­recht­li­chen Ver­mö­gens­ab­schöp­fung – und die Alt­fäl­le

Durch die Neu­re­ge­lun­gen in dem Gesetz zur Reform der straf­recht­li­chen Ver­mö­gens­ab­schöp­fung vom 13.04.2017 ist die Rechts­la­ge betref­fend die Ein­zie­hung von Tat­pro­duk­ten, Tat­mit­teln und Tat­ob­jek­ten inhalt­lich nicht geän­dert wor­den . Die Über­gangs­re­ge­lung in § 316h EGStGB gilt inso­weit nicht. Nach § 2 Abs. 5 StGB gel­ten des­halb die Rege­lun­gen des § 2 Abs. 1 bis

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Trun­ken­heit – und die ver­sag­te Straf­rah­men­mil­de­rung

Im Rah­men der Straf­rah­men­mil­de­rung nach §§ 21, 49 Abs. 1 StGB ist nach der geän­der­ten Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs eine Gesamt­wür­di­gung aller schuld­re­le­van­ten Umstän­de vor­zu­neh­men. Dabei kann eine selbst­ver­schul­de­te Trun­ken­heit die Ver­sa­gung der Mil­de­rung im Ein­zel­fall selbst dann tra­gen, wenn eine vor­her­seh­ba­re signi­fi­kan­te Erhö­hung des Risi­kos der Bege­hung von Straf­ta­ten auf­grund der

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Straf­zu­mes­sung bei der Steu­er­hin­ter­zie­hung – und die gene­ral­prä­ven­ti­ven Über­le­gun­gen

Die im Rah­men der Zumes­sung die­ser Stra­fe straf­er­schwe­rend berück­sich­tig­te Erwä­gung der Straf­kam­mer, gera­de bei Taten der Steu­er­hin­ter­zie­hung mit Steu­er­schä­den in einem außer­or­dent­lich hohen Bereich müs­se deut­lich gemacht wer­den, dass Steuer­de­lik­te kei­ne "Kava­liers­de­lik­te" sei­en und es sei des­halb, um Nach­ah­mungs­ef­fek­te zu ver­hin­dern, uner­läss­lich, der All­ge­mein­heit zu ver­deut­li­chen, dass die Pflicht, Steu­ern

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Ein­zie­hung des Tat­fahr­zeugs – und die Straf­zu­mes­sung

Die Ein­zie­hung des zur Tat­be­ge­hung gebrauch­ten Kraft­fahr­zeugs hat den Cha­rak­ter einer Neben­stra­fe und stellt damit eine Straf­zu­mes­sungs­ent­schei­dung dar . Wird dem Täter ein ihm zuste­hen­der Gegen­stand von nicht uner­heb­li­chem Wert ent­zo­gen, so kann dies ein bestim­men­der Gesichts­punkt für die Bemes­sung der dane­ben zu ver­hän­gen­den Stra­fe und inso­weit im Wege einer

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Die Kor­rek­tur des Kon­kur­renz­ver­hält­nis­ses durch das Revi­si­ons­ge­richt

Die blo­ße Kor­rek­tur des Kon­kur­renz­ver­hält­nis­ses führt nicht zum Weg­fall der Ein­zel­stra­fen oder zur Auf­he­bung der Gesamt­stra­fe. Dies gilt jeden­falls dann, wenn die Kor­rek­tur des Kon­kur­renz­ver­hält­nis­ses kei­ne Ver­rin­ge­rung des Tat­un­rechts und des Schuld­ge­halts in sei­ner Gesamt­heit zur Fol­ge hat . Der Bun­des­ge­richts­hof schließt des­halb in der­ar­ti­gen Fäl­len aus, dass das Land­ge­richt

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BTM-Han­del – und die nicht fest­ge­stell­te Wirk­stoff­men­ge

Wegen der Bedeu­tung der Wirk­stoff­men­ge für eine sach­ge­rech­te, schuld­an­ge­mes­se­ne Fest­set­zung der Stra­fen im Betäu­bungs­mit­tel­straf­recht kann grund­sätz­lich auf eine nach den Umstän­den des Fal­les mög­li­che genaue Fest­stel­lung des Wirk­stoff­ge­halts nicht ver­zich­tet wer­den . Aller­dings bedarf es aus­nahms­wei­se kei­ner Begut­ach­tung des sicher­ge­stell­ten Betäu­bungs­mit­tels, wenn die Taten der Sicher­stel­lung zeit­lich weit vor­ge­la­gert waren

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Meh­re­re Gesamt­stra­fen – und das Gesamt­straf­ü­bel

Im Rah­men der Straf­zu­mes­sung ist auch das Gesamt­straf­ü­bel für die Ange­klag­te in den Blick zu neh­men, das – infol­ge der Zäsur­wir­kung einer frü­he­ren Ver­ur­tei­lung – aus der obli­ga­to­ri­schen Bil­dung von zwei Gesamt­stra­fen resul­tiert. Sofern die Zäsur­wir­kung einer ein­zu­be­zie­hen­den Stra­fe zur Bil­dung meh­re­rer Gesamt­stra­fen führt, muss das Gericht grund­sätz­lich einen sich

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Der min­der schwe­re Fall des Tot­schlags – und die Straf­zu­mes­sung

Bei der Bemes­sung der Höhe der inner­halb des Aus­nah­me­straf­rah­mens aus § 213 StGB gefun­de­nen Stra­fe kann es zwar im Ein­zel­fall rechts­feh­ler­haft sein, wenn das Tat­ge­richt bei einer Viel­zahl von fest­ge­stell­ten Schuld­min­de­rungs­grün­den und aus­drück­lich fest­ge­stell­ten Feh­lens von Schul­d­er­hö­hungs­grün­den ohne nähe­re Begrün­dung eine deut­lich ober­halb des Min­dest­ma­ßes lie­gen­de Stra­fe ver­hängt . Aller­dings

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Straf­zu­mes­sung bei Tat­se­ri­en – und die Kate­go­ri­sie­rung nach Scha­dens­hö­hen

Im Ansatz ist eine Kate­go­ri­sie­rung der Straf­zu­mes­sung nach Scha­dens­hö­hen nicht zu bean­stan­den. Zwar erfor­dert das Schuld­maß­prin­zip (§ 46 Abs. 1 Satz 1 StGB) regel­mä­ßig eine dif­fe­ren­zie­ren­de Zumes­sung der Ein­zel­stra­fen , die eine an der Höhe der Schä­den aus­ge­rich­te­te Dif­fe­ren­zie­rung der Ein­zel­stra­fen nahe­legt . Dies schließt jedoch nicht aus, dass bei Ver­mö­gens­straf­ta­ten, denen

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Der Sei­ten­sprung – und der min­der schwe­re Fall des Tot­schlags

Die älte­re Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ver­langt als not­wen­di­ge Bedin­gung des § 213 Alt. 1 StGB eine vor­sätz­li­che schwe­re Belei­di­gung . Jeden­falls hält sie es für erfor­der­lich, dass das pro­vo­zie­ren­de Tat­op­fer sich des belei­di­gen­den Cha­rak­ters des eige­nen Ver­hal­tens bewusst gewe­sen sein muss . An der Trag­fä­hig­keit einer vor­sätz­lich oder zumin­dest im Bewusst­sein

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Brand­stif­tung mit Todes­fol­ge – und die Straf­zu­mes­sung

Ist die Stra­fe dem § 306c StGB ‑Brand­stif­tung mit Todes­­­fol­ge- zu ent­neh­men, ist bei der Straf­rah­men­wahl zu beach­ten, dass die­se eine umfas­sen­de Gesamt­wür­di­gung aller straf­zu­mes­sungs­re­le­van­ten Umstän­de erfor­dert. Eine Straf­zu­mes­sungs­re­gel des Inhalts, dass die Ver­hän­gung lebens­lan­ger Frei­heits­stra­fe im All­ge­mei­nen min­des­tens beding­ten Tötungs­vor­satz oder die Ver­ur­sa­chung des Todes meh­re­rer Men­schen vor­aus­set­ze, exis­tiert

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